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»Freude am Leben«


Nachrichten von Kurierverlag
Unterallgäu, 31.07.2010 12:00


»Trotz des anfänglichen unbehaglichen Wetters hielten die Wall­fahrer tapfer durch und die Stimmung war bis zum Schluss bestens«, sagte Josef Unsin aus Wiedergeltingen (im Bild 2. Reihe links), der seit 16 Jahren die Andechs-Wallfahrten leitet, in seinen Ab­schluss­worten. Er bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern für die Vorbereitungen sowie insbesondere auch bei Norbert Radmacher, der ihm seit vielen Jahren hilfreich zu Seite stehe.
Foto: wk
16. Fußwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft Türkheim nach Andechs

Wiedergeltingen (wk): Ein wah­res Pilgerherz kann nichts erschüttern. So sahen es auch die rund 100 Pilger, die sich bei Blitz, Donner und wolkenbruchartigen Regen­güs­sen am vergangenen Sams­tag morgens um 1.30 Uhr mit Gebeten und Gesang aus verschiedenen Orten aufmachten, um zu Fuß zum über 40 Kilometer entfernten Kloster Andechs zu gehen. Die traditionelle Wallfahrt fand in diesem Jahr zum 16. Mal statt und wurde wieder von der Pfarreiengemein­schaft Türkheim, Wiedergel­tin­gen, Amberg und Irsingen sowie dem katholischen Land­volk der Diözese Augs­burg durchgeführt.



Bevor sich alle Pilgergruppen um 2.30 Uhr morgens am Kirch­platz in Buchloe trafen, hatten die Wiedergeltinger Fußgänger ein Erlebnis, das zum Tages­gespräch wurde. Denn es lief ihnen ein Esel zu, der sie bis Buchloe begleitete. Sie sahen dieses Ereignis später als gutes Omen an, da im Laufe des Tages der »Wettergott« ideales Wander­wetter schickte. Aber zuerst einmal wurde das Zusammentreffen frühmorgens in Buchloe teilweise dazu genutzt, die durchnässte Kleidung gegen eine trockene auszutauschen. Die Strecke ging danach gemeinsam weiter über den Fahrradweg nach Honsolgen, Sinkelmühle und Landsberg. Gegen 6 Uhr wurden die Pilger vom Ver­sorgungsteam Anton Weißenhorn sowie Hans Reiber zur ersten morgendlichen Rast im Wildpark begrüßt, wo sie sich den Kaffee von Nair Lutzen­berger munden ließen. Bei zu­nehmend besserem Wetter setzte der Pilgerzug seinen Weg über Ummendorf nach Hofstetten fort, wo es an der Schule noch einmal frische Verpflegung gab. Gestärkt ging es weiter über Oberfinning – Neufinning nach Utting. Dort stiegen die Pilger aufs Schiff um, das sie nach Herrsching brachte. Von hier aus folgte der letzte anstrengende Fußmarsch über das Kiental zum Kloster Andechs, wo sie von der Geistlichkeit, den Angehörigen und Freunden gegen 14.30 Uhr freudig begrüßt wurden. Anschließende zelebrierte Mon­signore Otto Baumgärtner aus Bad Wörishofen vor dem Gnadenbild in der Klosterkirche die Heilige Messe, für die wieder die eigene Wallfahrtskerze angezündet wurde. Er hob hervor, dass die Wallfahrt drei Quellen der Freude aufzeige: »Die Freude am Leben, die Freude, dass Leben Gemeinschaft ist sowie die Freude, dass Gott alle Wege mit uns geht und unserem Leben Kraft und Sinn gibt«.
»Möge die Straße uns zusammenführen«, war nur eines der passend ausgewählten Lieder von Renate Lutzenberger, die mit ihrer Wiedergeltinger Instrumen­tal­gruppe »Osculum dei« für musikalische Höhepunkte während der Messe sorgte. Mit Gedanken »was Pilgern bedeutet«, waren alle endgültig an ihr Ziel angekommen.

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