Mit der passenden Ausrüstung

Vorsicht beim Reparieren von Oldtimern, sonst ist das H-Kennzeichen weg

Das H auf dem Kennzeichen ist begehrt. Einmal erreicht, ist es aber in Gefahr, falls Reparaturen nicht mit passenden Teilen erledigt werden. Foto: Florian Schuh
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Das H auf dem Kennzeichen ist begehrt. Einmal erreicht, ist es aber in Gefahr, falls Reparaturen nicht mit passenden Teilen erledigt werden.
Hier bekommt ein Porsche 911SC des Jahrgangs 1971 einen neuen Endschalldämpfer angeschraubt. Die hohe Nachfrage der letzten Jahre habe Preissteigerungen bewirkt, berichten Händler. Foto: Markus Scholz
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Hier bekommt ein Porsche 911SC des Jahrgangs 1971 einen neuen Endschalldämpfer angeschraubt. Die hohe Nachfrage der letzten Jahre habe Preissteigerungen bewirkt, berichten Händler.
Reparaturen an Oldtimern müssen mit passenden Teilen aus der Zeit der Fertigung vorgenommen werden. Das Finden dieser Ersatzteile kann schwierig sein und ins Geld gehen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
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Reparaturen an Oldtimern müssen mit passenden Teilen aus der Zeit der Fertigung vorgenommen werden. Das Finden dieser Ersatzteile kann schwierig sein und ins Geld gehen.
Umfangreiche Reparaturen wie eine Motorüberholung übersteigen bei manchem Oldie schnell den Wert des Wagens. Foto: Florian Schuh
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Umfangreiche Reparaturen wie eine Motorüberholung übersteigen bei manchem Oldie schnell den Wert des Wagens.

Mindestens 30 Jahre alte Autos können das sogenannte H-Kennzeichen bekommen. Beim Nachrüsten oder Reparieren der Oldtimer müssen die Eigentümer bestimmte Regeln beachten.

Berlin - Der Zahn der Zeit nagt auch an noch so liebevoll gepflegten Oldtimern. Die oft mit einem sogenannten H-Kennzeichen ausgestatteten Oldies müssen die Liebhaber warten, reparieren oder nachrüsten.

Falsche Teile können zum Verlust des H-Kennzeichens führen

Doch nicht jede Ausrüstung passt. "Man muss immer darauf achten, dass die Reparaturen mit den Kriterien des H-Kennzeichens vereinbar sind", sagt Bastian Schonauer, Klassik-Referent bei der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). "Die verwendeten Teile müssenin die Bauzeit des Fahrzeugs passen oder bis zu zehn Jahren danach. Dazu zählen auch nachgefertigte Teile, wenn Originalteile nicht mehr erhältlich sind."

Verschleißteile wie Bremsklötze oder Bremsscheiben, Zündkerzen, Reifen und Flüssigkeiten werden laut Schonauer am meisten benötigt - vor allem für die sogenannten Brot-und-Butter-Autos, wie den VW Käfer oder den Mercedes W 123. Die nötigen Teile hängen aber auch vom jeweiligen Pflegezustand des Fahrzeugs ab, gerade bei den Brot-und-Butter-Autos.

Lesen Sie auch: Was bedeutet das H-Kennzeichen und welche Autos bekommen es?

Eine kostspielige Angelegenheit

Viele Arbeiten gehen dann natürlich ins Geld, selbst bei den vormals günstigen Modellen. Je nach Modell übersteigen die Kosten in bestimmten Fällen den Marktwert um ein Vielfaches, so Jens Ulbricht von BMW Classic. "Da entscheidet dann die persönliche Schmerzgrenze."

Aber auch das Alter des Oldtimers spielt eine gewisse Rolle. Laut Ulbricht werden für ältere Fahrzeuge nicht die Verschleißteile am meisten geordert, sondern Teile zum Werterhalt. "Dabei gelangen Teile in den Fokus, mit denen vorher keiner gerechnet hat." Zierleisten und Türverkleidungen beispielsweise, die den zeitgenössischen Zustand dokumentieren, damit das Fahrzeug nicht den H-Status verliert.

"Je älter die Fahrzeuge sind, desto gepflegter sind sie. Bei Vorkriegsfahrzeugen ist der Zustand zumeist am besten", sagt Schonauer und verweist auf die Zahlen des jährlichen Oldtimer-Mängelreports der GTÜ. Bedingt durch den Hype der vergangenen Jahre um alte Fahrzeuge müssen die Liebhaber noch tiefer in die Tasche greifen, um einen Schatz mit H-Status zu erwerben. So sei allein der Durchschnittspreis für einen Oldtimer in den vergangenen Jahren von 12.000 Euro auf 20.000 Euro gestiegen.

Erfahren Sie hier, welche Autos 2019 ein H-Kennzeichen beantragen können.

Fehlerhafte Reparaturen

Der Boom habe im Reparaturbereich aber auch für Nachteile gesorgt, sagt Sebastian Reimer. Der Rechtsanwalt handelt klassische luftgekühlte Porsche 911 und repariert sie auch. Seit Mitte der 1990er Jahre als Hobby aus Leidenschaft, seit 2012 als Gründer und Geschäftsführer des in Berlin ansässigen Unternehmens Karero.

Für Reimer sind nicht die Verschleißteile das Problem, sondern schlecht ausgeführte Reparaturen und Restaurationsarbeiten. "Die hohe Nachfrage nach klassischen Porsche und die rasante Preisentwicklung in den letzten Jahren hat zu schnellen oberflächlichen Überarbeitungen der Autos geführt", erklärt er.

Heute hingegen gebe es eine Entwicklung hin zu guten originalen, authentischen und unrestaurierten Fahrzeugen. "Man darf den Autos ruhig ansehen, dass sie alt sind." Neuzustand oder besser als neu sei aktuell weniger gefragt. "Am begehrtesten sind ungeschweißte Fahrzeuge im Erstlack mit guter Dokumentation", sagt der Händler.

Auch interessant: So machen Sie Ihren Oldtimer fit für den Winter.

dpa/tmn

Diese Autos werden 2019 zu Oldtimern

Audi 200 Quattro 20V: Das Spitzenmodell mit Fünfzylinder leistete 162 kW/220 PS. Foto: Audi AG/dpa-tmn
Audi 200 Quattro 20V: Das Spitzenmodell mit Fünfzylinder leistete 162 kW/220 PS. Foto: Audi AG/dpa-tmn © Audi AG
Rüsselsheimer mit Wums: Der Opel Lotus Omega war das 377-PS-starke Ergebnis einer Kooperation mit dem britschen Sportwagenhersteller. Foto: Opel Automobile GmbH/dpa-tmn
Rüsselsheimer mit Wums: Der Opel Lotus Omega war das 377-PS-starke Ergebnis einer Kooperation mit dem britschen Sportwagenhersteller. Foto: Opel Automobile GmbH/dpa-tmn © Opel Automobile GmbH
Futuristisches Design aus Bayern: Der Zwölfzylinder im BMW 850i leistete 221 kW/300 PS. Foto: BMW AG/dpa-tmn
Futuristisches Design aus Bayern: Der Zwölfzylinder im BMW 850i leistete 221 kW/300 PS. Foto: BMW AG/dpa-tmn © BMW AG
Oberklasse aus Frankreich: Der Citroën XM. Foto: Citroën Communication/dpa-tmn
Oberklasse aus Frankreich: Der Citroën XM. Foto: Citroën Communication/dpa-tmn © Citroën Communication
Roadster mit Sicherheitsreserve: Beim Mercedes SL (R 129) schoss im Ernstfall ein Überrollbügel hervor. Foto: Daimler AG/dpa-tmn
Roadster mit Sicherheitsreserve: Beim Mercedes SL (R 129) schoss im Ernstfall ein Überrollbügel hervor. Foto: Daimler AG/dpa-tmn © Daimler AG
Götz Knoop ist Vizepräsident beim Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge (DEUVET). Foto: Cornelia Walter/DEUVET e.V./dpa-tmn
Götz Knoop ist Vizepräsident beim Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge (DEUVET). Foto: Cornelia Walter/DEUVET e.V./dpa-tmn © Cornelia Walter
Lexus LS 400: Mit seiner neuen Konzernmarke Lexus nahm Toyota die Oberklasse ins Visier. Foto: Lexus/dpa-tmn
Lexus LS 400: Mit seiner neuen Konzernmarke Lexus nahm Toyota die Oberklasse ins Visier. Foto: Lexus/dpa-tmn © Lexus
Roadster-Revival: Der bezahlbare Mazda MX-5 löste vor 30 Jahren einen Roadster-Boom aus. Foto: Mazda Deutschland/dpa-tmn
Roadster-Revival: Der bezahlbare Mazda MX-5 löste vor 30 Jahren einen Roadster-Boom aus. Foto: Mazda Deutschland/dpa-tmn © Mazda Deutschland
Mal nicht in Rot: Der Ferrari 348 kam 1989 zunächst als Coupé (tb) und Targa (ts) auf den Markt. Der Spider (im Bild) folgte später. Foto: Jens Büttner/dpa/dpa-tmn
Mal nicht in Rot: Der Ferrari 348 kam 1989 zunächst als Coupé (tb) und Targa (ts) auf den Markt. Der Spider (im Bild) folgte später. Foto: Jens Büttner/dpa/dpa-tmn © Jens Büttner
Jede Elfer-Generation wird irgendwann zum Klassiker: Der Porsche 911 Typ 964 kam 1989 allerdings erst frisch auf den Markt. Foto: Porsche/dpa-tmn
Jede Elfer-Generation wird irgendwann zum Klassiker: Der Porsche 911 Typ 964 kam 1989 allerdings erst frisch auf den Markt. Foto: Porsche/dpa-tmn © Porsche
VW Passat Variant G60 Synchro: Mit dem mechanischen Spirallader G60 aus dem Sportcoupé Corrado leistete der Motor 118 kW/160 PS. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn
VW Passat Variant G60 Synchro: Mit dem mechanischen Spirallader G60 aus dem Sportcoupé Corrado leistete der Motor 118 kW/160 PS. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn © Volkswagen AG

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