Als Reaktion auf Massenandrang

Corona: Bayerische „Bierstadt“ verhängt Alkoholverbot für die Abendstunden - Gericht bestätigt Entscheidung

Bamberg hat bereits im Juli ein Alkoholverbot in den Abendstunden wegen Corona ausgesprochen. Ein Gericht hat diese Entscheidung nun bestätigt.

  • Corona-Beschränkungen* und schönes Wetter: Diese Kombination treibt viele Menschen ins Freie.
  • In bayerischen Städten haben sich mittlerweile regelrechte Party-Hotspots entwickelt.
  • Bamberg greift zu einer Maßnahme, um dem Treiben ein Ende zu bereiten: Alkoholverbot.

Update vom 13. August: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat das Stehbier-Verbot in der Bamberger Altstadt vorläufig bestätigt. „Der BayVGH hat entschieden, dass das Verbot des Außer-Haus-Verkaufs alkoholischer Getränke als notwendige Schutzmaßnahme voraussichtlich auf das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gestützt werden kann“, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Ursprünglicher Artikel vom 6. Juli: Bamberg – Ein kühles Bier auf der Unteren Brücke mit Blick auf die Regnitz trinken – unter den Bambergern eine beliebte Feierabendbeschäftigung. Seit Freitag aber nicht mehr erlaubt. Wegen der Corona-Schließungen wurde die Untere Brücke vermehrt als Ersatz für Bars genutzt. Teilweise war dort so viel los, dass ein Fußgänger nicht mehr durch die Menschenansammlung kam.

Alkoholverbot wegen Corona: Bamberg greift zu drastischer Maßnahme

In der Studentenstadt entschloss sich die Verwaltung deshalb jetzt zum Durchgreifen: Ab sofort ist es in der Altstadt verboten, an Wochenenden und vor einem gesetzlichen Feiertag nach 20 Uhr Alkohol „to go“ zu verkaufen! „Es herrschte an Wochenenden ein Massenandrang, viele Leute haben sich versammelt und haben mitgebrachtes Bier getrunken“, sagt Steffen Schützenwohl, Sprecher der Stadt Bamberg. Das habe ein Ausmaß angenommen, dass mit den geltenden Infektionsverordnungen nicht mehr vereinbar gewesen sei, so Schützenwohl.

Polizisten überwachten am Wochenende an Bamberger Hotspots die Einhaltung der No-Alkohol-Verfügung.

Das Gesundheitsamt Bamberg hatte zuvor mit Blick auf den Infektionsschutz* Alarm geschlagen. In der Folge erließ die Stadt kurzfristig eine Allgemeinverfügung. Schützenwohl: „Es halten sich Menschen unter großen Anstrengungen an die Regeln, damit diese Pandemie eingedämmt wird. Dann ist es nicht akzeptabel, dass Leute darauf pfeifen und sagen: ,Uns doch egal, wir machen Party.‘“

Auch an der Uferpromenade des Starnberger Sees könnte ein Alkoholverbot eingeführt werden. Ein Kioskbetreiber wehrt sich nun heftig - und zeigt auf, was das eigentliche Problem ist.

Verbot von Alkohol „to go“: Bamberger Regelung gilt lediglich im Freien

Am vergangenen Wochenende kam die Allgemeinverfügung zum ersten Mal zum Einsatz. Polizisten patrouillierten an Hotspots wie der Oberen Sandstraße und den Brücken, beließen es aber bei Belehrungen. Allerdings war trotz des schönen Wetters weniger los als im Vergleich zu den Tagen zuvor. „Ich denke, viele wussten, dass es die Allgemeinverfügung gibt“, meint der Stadtsprecher.

Vonseiten der Wirte wurden keine Verstöße bekannt. Die Verwaltung berichtet deswegen von einem vielversprechenden Auftakt im Kampf gegen die Corona-Pandemie*. Und ganz ausgetrocknet ist die Stadt ja nicht: Ausschank von Alkohol in der Gaststätte bleibt erlaubt. Immerhin ist Bamberg ja Bierstadt.

Massen-Aufläufe sind aber nicht nur in Bamberg ein Problem: In Nürnberg macht man sich große Sorgen, hier plant man wohl auch ein Verbot von „To-go-Verkauf“. Und in München treibt ein besonderer Hotspot* die Anwohner zur Weißglut.

Alle weitere Entwicklungen im Freistaat lesen Sie im Corona-Ticker für Bayern nach.

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Rubriklistenbild: © NEWS5 / Merzbach

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