Sexueller Übergriff

Schul-Schreck in Bayern: Unbekannter schmeißt Lehrerin aus dem Chat und belästigt Achtjährige - Kripo ermittelt

Unbekannter verschafft sich Zugang zu Lernplattform und postet Nacktfotos.
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Unbekannter verschafft sich Zugang zu Lernplattform und postet Nacktfotos. (Symbolfoto)

Gleich zweimal an einem Tag konnten sich Unbekannte Zugang zu Schüler-Chatgruppen verschaffen, und Kinder belästigen. Die Lehrer konnten nicht eingreifen.

Mainburg - Seit Anfang des Jahres befinden sich Bayerns Schüler im Distanzunterricht. Die konstant hohen Corona*-Zahlen machten diesen Schritt notwendig. Dass es bei dem Online-Unterricht das eine oder andere Mal zu Störungen oder Serverproblemen gekommen ist, ist hinlänglich bekannt. Doch was sich jetzt gleich zweimal in Niederbayern ereignete, hat mit Verbindungsproblemen oder schlechtem Internet* nichts mehr zu tun.

Corona-Distanzunterricht: Unbekannte verschaffen sich Zugang zu Lernplattform

Wie die Polizei Niederbayern mitteilt, hat sich am Dienstag (19. Januar) in Mainburg (Landkreis Kehlheim) ein Unbekannter Zugang zu einer Lernplattform einer ortsansässigen Schule verschafft. Dann spielte er einer Achtjährigen Bilder eines nackten Mannes auf den Bildschirm. Die Lehrerin konnte nicht eingreifen, weil sie zuvor von dem unbekannten Täter aus der Chatgruppe entfernt wurde. Auch andere Schüler wurden von der Open Source Plattform abgemeldet. Nun hat sich die Kripo Landshut eingeschaltet. Sie ermittel jetzt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Im niederbayerischen Abensberg (Landkreis Kehlheim) ereignete sich am Dienstag ein ähnlicher Vorfall. Wieder verschaffte sich ein Unbekannter Zugang zu einer Online-Lernplattform. Diesmal teilte er jedoch statt Bilder verstörende und beleidigende Videos. Nach Polizeiangaben wurden in den Filmen Schüler sowie ihre Eltern verbal attackiert. Nach dem Hacker-Angriff installierte die Schule ein Sicherheitsupdate für den Heimunterricht. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die Unbekannten die Zugangsdaten zu den Chats gekannt haben, so ein Sprecher der Polizei.

Corona-Distanzunterricht: Tipps für eine sichere Online-Lerngruppe

Um zukünftig solche Vorkommnisse zu vermeiden, rät die Polizei, die Privatsphäre-Einstellungen entsprechend anzupassen und den Chat mit einem Passwort zu schützen. Außerdem sollte jeder Chat von einem Moderator geleitet werden. Dieser müsse dann dem einem neuen Teilnehmer erst den Zutritt zur Gruppe erst erlauben. Die Beamten raten auch dazu, sorgsam mit den Zugangsdaten zu Chatgruppen und Lernplattformen umzugehen. Präventionshinweise finden Sie auch auf der Homepage der Polizei. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wurden in ganz Bayern jetzt die Schul-Abschlussprüfungen nach hinten verschoben.

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