„Glück, dass es keine Toten gibt“

Knapp an Katastrophe vorbeigeschrammt: Gasexplosion beim BRK - Frau mit Verbrennungen in der Klinik

Freitagmorgen um sechs Uhr ereignete sich eine Gasexplosion in Memmingen auf einer BRK-Rettungswache. Fünf Menschen verletzten sich. Es hätte in einer Katastrophe enden können.

  • Eine heftige Explosion erschütterte eine Rettungswache in Memmingen am Freitagfrüh.
  • Fünf Personen wurden bei dem Unglück verletzt. Eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt.
  • Ursache der Explosion in Memmingen ist offenbar ein Leck in einer unterirdischen Gasleitung. Die Ermittlungen laufen.

Update vom 7. Februar: Zwei Tage nach der heftigen Explosion ist zunächst noch vieles unklar (siehe Update vom 6. Februar). Eine 58-jährige Frau liegt mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Am Montag sollten die Ermittlungen fortgesetzt werden.

Update vom 6. Februar: Nach der Explosion in einer Rettungswache des BRK mit fünf Verletzten geht die Polizei weiterhin von einem Gasleck als wahrscheinlichste Ursache aus. „Das ist der aktuelle Ermittlungsstand, aber 100 Prozent sicher ist es noch nicht“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Die Sanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Memmingen hatten das Ende ihrer Nachtschicht fast erreicht, als am Freitag gegen 6 Uhr eine heftige Explosion die Rettungswache erschütterte (siehe Erstmeldung). Der Vorsitzende des BRK-Kreisverbands Unterallgäu, Ivo Holzinger, sagte, eine Putzfrau habe in der Wache morgens den Lichtschalter in einem Büroraum betätigt. Danach sei es zu der Explosion gekommen. Die 58 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt und kam mit Verbrennungen in eine Klinik. Auch vier BRK-Mitarbeiter wurden verletzt. Drei von ihnen konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Gasexplosion beim BRK in Memmingen: Haarscharf an Katastrophe vorbeigeschrammt

Nach Holzingers Worten hat die Wache selbst keinen direkten Gasanschluss. Er ging am Freitag davon aus, dass von einer Gasleitung unter der vierspurigen Straße, die an der Wache vorbeiführt, Gas ausgetreten sein könnte, das sich dann in den BRK-Räumen konzentriert habe. Eine hohe Gaskonzentration sei auch in einem Kanal der Straße gemessen worden, sagte er. 

Lothar Stärk, BRK-Landesgeschäftsführer, betonte, dass man haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sei. Bei einer Gasexplosion könne es passieren, dass das Gebäude in sich zusammenfalle. „Dann hätten wir die Rettungshunde durchschicken müssen, um nach unseren Leuten zu suchen“, sagte Stärk.

Gasexplosion beim BRK: Anwohner evakuiert - „Glück, dass es keine Toten gibt“

Erstmeldung vom 5. Februar: Memmingen – Der Morgen fing nicht gut an: Bei einer Gasexplosion in Memmingen wurden fünf Menschen verletzt. Es hätte aber auch viel schlimmer ausgehen können. Die Explosion ereignete sich am Freitagmorgen gegen sechs Uhr in einem Lagerraum einer BRK-Rettungswache. Dabei verletzte sich eine Reinigungskraft schwer. Nach Angaben der Augsburger Allgemeine flog sie ein Rettungshubschrauber* in die Unfallklinik Murnau. Drei Mitarbeiter des BRK verletzten sich mittel, ein weiterer leicht. Den Notruf* setzten Mitarbeiter der Rettungswache ab, die sich während der Explosion für den Routine-Check vor Dienstbeginn in einem Rettungswagen* befanden.

Eine Sprecherin der Stadt Memmingen sagte, in einem Umkreis von 100 Metern um die Unglücksstelle seien mehrere Häuser evakuiert worden. Das BRK spricht von fünf Personen, die von der Feuerwehr in eine Betreuungsunterkunft gebracht wurden. Eine zweite Explosion kann noch nicht ausgeschlossen werden. Die Donaustraße, an der sich das BRK-Gebäude befindet, wurde teilweise abgesperrt. Ursprünglich war eine weiträumigere Evakuierung im Umkreis von 500 Meter geplant. Als Ursache vermutet die Polizei eine defekte Gasleitung unter der Straße. Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Stadtwerke öffneten die Asphaltdecke, um an die beschädigte Stelle heranzukommen. THW-Mitarbeiter wollen die Unglücksstelle stützen und die Statik des Gebäudes prüfen.

Gasexplosion in Memmingen: „Glück, dass es keine Toten gibt“

„Das war ein großer Schreck am Morgen“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Wilhelm Lehner. „Bei der Explosionswucht können wir von Glück sprechen, dass es keine Toten gibt.“ Eine Anwohnerin der Donaustraße beschreibt die Gasexplosion so: „Es gab einen Mega-Knall.“ Sie habe „die Druckwelle durchs offene Fenster gespürt und zerbrechendes Glas gehört und gesehen. Das Haus hat gerappelt“. Bei der Explosion wurden durch den Druck Fensterscheiben nach außen gedrückt. Die Schäden am Gebäude seien „immens“, beschrieb der Polizeisprecher.

Das BRK in Memmingen bemüht sich indes seinen Dienst weiter aufrechtzuerhalten. Unterstützung gibt es dabei auch von den Maltesern, die ihre Räume zur Verfügung der BRK-Sanitäter gestellt haben. „Der entstandene Ausfall an Rettungsmitteln wird dankenswerterweise von anderen Hilfsorganisationen und Rettungswachen überbrückt“, heißt es in einer Pressemitteilung. (ma) * Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/dpa

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