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Hunderte gefälschte Impfpässe in Umlauf gebracht? Polizei nimmt Reichsbürger fest - der verletzt drei Beamte

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Von: Franziska Konrad

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Impfpass Corona Fälschung
In Memmingen nahm die Polizei einen Mann fest, der 500 Impfpässe gefälscht haben soll. © Patrick Pleul/dpa

Ein beschädigtes Paket mit Blanko-Impfpässen brachte die Polizei in Memmingen auf die Spur: Ein Mann wurde verhaftet. Er steht im Verdacht, Impfpässe gefälscht haben.

Memmingen - Der Hinweis kam aus einem Postverteilerzentrum: Dort fiel ein beschädigtes Paket auf. Sein Inhalt: Blanko-Impfpässe. Durch diesen Zufallsfund kam die Polizei Memmingen einem Mann auf die Spur, der im Verdacht steht, eine große Zahl gefälschter Impfpässe in Umlauf gebracht zu haben. Über diesen Vorfall berichtet der BR.

Corona in Bayern: Polizei stößt auf Pakete mit 500 Blanko-Impfpässen - Reichsbürger verhaftet

Beim Versuch, drei Pakete mit etwa 30 gefälschten Impfpässen zu verschicken, soll der 36-Jährige bereits am 27. November festgenommen worden sein. Laut den Beamten kamen die Ermittlungen gegen Mann - der ihnen seit über einem Jahr als Mitglied der Reichsbürger-Szene bekannt ist - durch einen Hinweis aus einem Postverteilerzentrum ins Rollen.

Bei der Verhaftung vor etwa zwei Wochen widersetzte sich der 36-Jährige massiv - und verletzte drei Polizisten. Außerdem sprach er als Reichsbürger den Beamten die Rechtmäßigkeit ihrer Maßnahmen ab. Seine Begründung: Sie seien nur Angestellte einer Firma - und keine Polizeibeamten. Bei der darauffolgenden Wohnungsdurchsuchung stießen die Beamten auf noch mehr belastendes Material: darunter etwa Hinweise auf 500 Blanko-Impfpässe*, gefälschte Impfzentren-Stempel und insgesamt drei versandfertige Päckchen mit Impfpässen. Diese waren an Anschriften in Baden-Württemberg. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern adressiert.

Video: Daran erkennt man gefälschte Impfpässe

Corona-Impfung: Gefälschte Impfstempel und Impfchargenaufkleber in Memmingen entdeckt

Darin befanden sich unter anderem mehrere Dutzend Impfchargenaufkleber und gefälschte Impfstempel von baden-württembergischen Impfzentren. Die Impfausweise enthielten zum Teil bereits Chargenaufklebern von Corona*-Impfstoffen sowie Stempeln. Inklusive gefälschten Unterschriften von von wirklich praktizierenden Medizinern.

Wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung sowie der Vorbereitung der Herstellung von unrichtigen Impfausweisen, ermitteln die Beamten nun gegen den 36-Jährigen. Der Tatverdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Abnehmer der Impfpass-Pakete möchte die Polizei ebenfalls noch herausfinden.

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