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Aiwanger will Volksfeste mit so wenig Beschränkungen wie möglich - „gerade in schwierigen Zeiten“

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Von: Dominik Göttler

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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will in diesem Jahr wieder voll mit den Volksfesten durchstarten.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will in diesem Jahr wieder voll mit den Volksfesten durchstarten. © Sina Schuldt/Tobias Hase/dpa/Fotomontage

Die Infektionszahlen steigen, doch Schausteller und Festwirte hoffen dennoch auf die Rückkehr der bayerischen Volksfeste. Wirtschaftsminister Aiwanger macht ihnen Hoffnung.

München – Vor zwei Jahren erhielt Festwirt Peter Brandl den Zuschlag für das Indersdorfer Volksfest im Landkreis Dachau*. Doch bis heute hat er dort noch keine einzige Mass Bier verkauft – wegen der Corona-Pandemie* fielen die Volksfestpläne zwei Jahre in Folge ins Wasser. Doch Brandl ist guter Dinge, dass es beim dritten Anlauf endlich klappt. „Ich bin zuversichtlich“, sagt er. Die Indersdorfer Volksfestwiese wird gerade wieder ertüchtigt. Das Testzentrum des Landkreises, das dort 18 Monate lang stationiert war, ist umgezogen. Ab 20. Mai soll hier nach zwei Jahren Durststrecke endlich wieder Bier fließen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger* (FW) macht den Volksfest-Veranstaltern in Bayern jedenfalls Hoffnung. „Ich gehe davon aus, dass wir heuer Bürgerfeste und Volksfeste wieder feiern können“, sagt er dem Münchner Merkur. „Wir brauchen wieder gesellige Ereignisse, gerade auch in schwierigen Zeiten.“ Auch für Schausteller und Marktkaufleute sei es wichtig, nach langen zwei Jahren am Markt wieder Geld verdienen zu können. Den Veranstaltern sei zugesichert, dass sie mit ihren Planungen fortfahren können. Schon vor zwei Wochen kamen Vertreter von Schaustellerverbänden, Kommunen und aus den Ministerien deshalb zu einem Runden Tisch zusammen. Öffentliche Erklärungen wurden wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine aber vertagt.

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Corona-Regeln ab Mitte März: Aiwanger fordert gleiche Vorgaben für Festzelte und klassische Gastronomie

Unter welchen Bedingungen die Volksfeste stattfinden können, steht allerdings noch nicht fest. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium werde gerade ein Hygiene-Rahmenkonzept für Volksfeste erarbeitet, sagt Aiwanger. Es soll noch im März veröffentlicht werden. Ihm sei es ein Anliegen, auf Beschränkungen weitgehend zu verzichten. „Wenn es überhaupt Beschränkungen gibt, dann höchstens Basisschutzmaßnahmen zu Saisonbeginn. Für die Festzelte ist jedenfalls vorgesehen, dass dieselben Vorgaben wie für die ,klassische‘ Gastronomie gelten sollen.“

Das ist eine der Kernforderungen der Schausteller. „Wenn im Wirtshaus der Impfnachweis kontrolliert wird, dann machen wir das auch“, sagt Lorenz Kalb, Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbands. „Aber bei Dingen wie 2G-plus machen die Leute einfach nicht mehr mit.“ Klassische Familienfeste müssten in diesem Jahr wieder stattfinden können, betont Kalb. „Wir sind kein Ischgl und kein Ballermann. In Nürnberg* etwa wollen wir heuer auf den Festzug verzichten. Keine Pauken und Trompeten. Stattdessen ein ruhiges Familienfest mit Spendenaktionen für die Ukraine und einer Einladung für geflüchtete Kinder.“

Corona-Regeln im Sommer: Volksfeste sollen stattfinden: „Können nicht ewig auf Geselligkeit verzichten“

Bedenken angesichts der aktuell wieder steigenden Infektionszahlen hat Aiwanger mit Blick auf volle Festzelte nicht. „Bei Volksfesten findet viel im Freien statt.“ Natürlich gebe es überall im Alltag ein Restrisiko. „Wir können aber deshalb nicht ewig auf Geselligkeit verzichten.“ Schon bei den volksfestähnlichen Veranstaltungen im vergangenen Jahr hätten Kommunen, Schausteller und Festwirte mit ihren Hygienekonzepten bewiesen, dass Veranstaltungen verantwortbar sind.

Festwirt Brandl wartet nun gespannt auf die konkreten Vorgaben. An einem Hygienekonzept werde schon getüftelt. Er könne sich zum Beispiel eine Teststation auf der Volksfestwiese vorstellen. „Ich hoffe einfach, dass wir nach diesen zwei Jahren endlich einen vernünftigen Festzeltbetrieb abhalten können.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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