Filmen statt helfen

Feuerwehr befreit Kind aus Auto - rund 30 Gaffer zücken ihr Smartphone: „Schlimm ist das“

Rund 30 Gaffer filmten die Rettungsaktion der Feuerwehr. (Symbolbild)
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Rund 30 Gaffer filmten die Rettungsaktion der Feuerwehr. (Symbolbild)

In der Fränkischen Schweiz wurde ein Kind versehentlich im Auto eingeschlossen. Rund 30 Gaffer filmten die Rettungsaktion der Feuerwehr.

  • In der Fränkischen Schweiz wurde ein Kind im Auto eingeschlossen.
  • Die Feuerwehr musste das Mädchen befreien.
  • Rund 30 Gaffer zückten ihre Handys anstatt zu helfen

Pegnitz - Unglaubliche Szenen haben sich am Freitag (10. Juli) am Rastplatz Fränkische Schweiz nahe Pegnitz (Oberfranken) an der A9 abgespielt. Dort kam es zu einem Feuerwehreinsatz, bei dem ein Kind aus einem Auto befreit werden sollte. Gaffer, die die Aktion mitfilmten, störten die Einsatzkräfte.

Der Vater des Mädchens, das etwa vier oder fünf Jahre alt war, hatte am Freitagabend an dem Rastplatz angehalten und das Kind für wenige Momente alleine im Wagen zurückgelassen. Auch den Schlüssel ließ er im Schloss stecken. Das Auto verriegelte sich jedoch von selbst, sodass die Feuerwehr anrücken musste. 

Fränkische Schweiz: Kind in Auto eingesperrt - Gaffer behindern Arbeit der Feuerwehr

Da die Versuche des Vaters, seiner Tochter zu erklären, wie sie die Tür wieder entriegeln könne, scheiterten, musste die Feuerwehr schließlich schweres Gerät auffahren, um das Kind zu befreien.

Der Einsatz gestaltete sich jedoch schwieriger als angenommen, auch da rund 30 Gaffer um die Einsatzkräfte herumstanden und das Geschehen mit ihren Smartphones filmten. Damit behinderten sie die Arbeit der Feuerwehrleute enorm, wie die Webseite inFranken berichtet.

Kind in Fränkischer Schweiz aus Auto befreit: Feuerwehr wütend auf Gaffer -  „Schlimm ist das“

Kommandant Roland Zahn berichtete von „heftigen“ Szenen, bei denen die Gaffer auch nach einer energischen Aufforderung nicht zurückgewichen seien. Schließlich konnte das Kind trotz der Umstände befreit und von seinem Vater in die Arme geschlossen werden. Es sei jedoch zu keiner Zeit Gefahr in Verzug gewesen. 

Geholfen habe von den umstehenden Gaffern niemand, wie Kommandant Zahn ernüchternd feststellte. Sowas sei sehr schlimm. „Man muss ja filmen, da kann man ja nicht auch noch helfen", so das ernüchternde Fazit des Kommandanten.

Ein zehnjähriger Junge wurde bei einem Unfall in Nürnberg verletzt. Die Polizei bemerkte eine Frau, die den weinenden Jungen mit ihrem Handy filmte.

Gaffen bald strafbar? Bundesregierung stellt Gesetzesentwurf vor

Glücklicherweise dürften solche Szenen bald der Vergangenheit angehören. Erst vor wenigen Tagen hatte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der das Gaffen bei Rettungseinsätzen künftig unter schwere Strafe stellen soll. Der Vater des Kindes muss sich hingegen keine Vorwürfe machen. Tatsächlich passiert es hin und wieder, dass Kinder versehentlich in Fahrzeugen eingesperrt werden.

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