Vorbereitung auf den Winter

Gartenarbeit im Herbst: Das soll jetzt noch gemacht werden

Hobby-Gärtnerin Natalie Stahl bringt einen Kalkanstrich an einem Baum an.
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Mit einem Kalkanstrich im Herbst werden Bäume geschützt, rät Natalie Stahl. 

Der Herbst ist in die Gärten eingezogen: Jetzt ist es wichtig, sie für den Winter bereit zu machen. Und auch alle, die sich schon jetzt auf farbenfrohe Blumen nächsten Frühling freuen, können bereits Vorbereitungen treffen. 

München – Die meisten Blumen sind verblüht, die Bäume haben ihre Blätter verloren, Obst und Gemüse ist größtenteils geerntet. Die Hauptsaison bei der Gartenarbeit ist vorbei – aber trotzdem gibt es noch einiges zu tun. Denn jetzt ist die Zeit, um den Garten auf den Winter und das kommende Frühjahr vorzubereiten. „Grundsätzlich geht es gerade natürlich in erster Linie um Aufräumungsarbeiten und einwintern“, erklärt Hans Bauer, der für den Gartenratgeber des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege verantwortlich ist. Doch für die Gärten gilt auch: „Es muss nicht immer alles sauber sein“, betont er.

Ein Tipp, den viele Mitglieder der Gartenbauvereine umsetzen. Natalie Stahl vom Gartenbauverein Herrsching (Kreis Starnberg) hat einen Naturgarten. Sie empfiehlt, hohle Samenstände stehen zu lassen: „In den Hohlräumen überwintern viele Insekten“, erklärt sie. „Pflanzen ohne Samenstände wie die Pfingstrose soll man abschneiden.“

Dazu kommt ein weiterer Vorteil, findet Brigitte Murla aus Jettenstetten (Kreis Erding), Vorsitzende des Kreisverbands der Gartenvereine aus Erding. „Bei Raureif sehen die Blütenköpfe romantisch aus.“ Ihr Tipp: „Wenn man die Stängel dann im Frühjahr abschneidet, soll man sie wegen der Kleinstlebewesen weiter im Garten lagern.“ Andere Aufgaben müssen jetzt erledigt werden. Vor Kurzem hat Murla zum Beispiel die Dahlien-Knollen ausgegraben. „Sie werden in Holzkisten gelagert und kommen in ein frostfreies Winterquartier“, sagt sie. Im Frühjahr werden sie erneut in die Erde gesetzt, damit sie im Sommer blühen.

Wichtig ist außerdem, Kübelpflanzen rechtzeitig einzuwintern. „Für den Zeitpunkt braucht es Fingerspitzengefühl“, erklärt Murla. „Wenn robuste Pflanzen zu früh ins Haus kommen, können sie Schädlinge bekommen.“ Bleiben sie jedoch zu lange draußen, werden sie durch die Kälte und Frost geschädigt.

Brigitte Murla entfernt zudem das Laub vom Rasen. Dafür hat sie eine weitere Verwendung: „Laub auf den Beeten bietet einen Winterschutz“, erklärt sie. „Im Frühjahr sollte man es dann zeitig entfernen.“

Natalie Stahl deckt mit Laub auch ihren Kompost ab. „Bei mir bleibt alles auf dem Grundstück“, erklärt sie. Die abgefallenen Blätter könnten sehr wertvoll sein: „Eine gewisse Anzahl an Laub ist wichtig für die Regenwürmer.“ Außerdem würden sich viele Tiere über Laub- und Asthaufen freuen. Damit auch die Bäume gut durch den Winter kommen, empfiehlt Stahl, einen Kalkanstrich anzubringen. „Das ist auch ein natürlicher Schutz gegen Pilze und Schädlinge“, erklärt sie.

Schon jetzt kann zudem die Grundlage für einen farbenfrohen Garten im kommenden Frühling gelegt werden. So lange der Boden noch nicht gefroren ist, ist es kein Problem, Knollen von Zwiebelblumen wie zum Beispiel Tulpen oder Krokusse zu setzen. „Auch Rosen kann man noch pflanzen“, sagt Stahl.

Für einige Gärtner ist auch die Ernte noch nicht vorbei: „Im Gemüsegarten kann man nach den ersten Frostnächten gut Grün- und Rosenkohl ernten“, sagt Hans Bauer. „Im Obstgarten Wildfrüchte wie Schlehen, Ebereschen, Mispeln oder Scheinquitten.“

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