1. kurierverlag-de
  2. Bayern

Golfen nur geimpft und mit Corona-Test? Ärger über Testpflicht im Freien - CSU gibt nun Signal

Erstellt:

Von: Dominik Göttler

Kommentare

corona-pcrtest-stadtwerke-erding
Für viele Freizeitaktivitäten brauchen auch Geimpfte einen Test. © Kay Nietfeld/dpa

In den Skigebieten entfällt die Testpflicht, nun fordern auch andere Branchen Lockerungen bei den Corona-Regeln, etwa auf dem Golfplatz oder im Heilbad. Aus der CSU kommen vorsichtige Signale der Zustimmung.

München – Auf der Driving Range der Golfanlage Holledau wird der Driver derzeit nur selten geschwungen. Das liegt weniger am Wetter – die eisernen Golfer trainieren ihren Abschlag auch bei Frost und Schnee –, sondern an dem Corona-Test*, den die Mitglieder gemäß der 2G-plus-Regel brauchen. „Bei mir melden sich Mitglieder, die seit 25 Jahren bei uns golfen, die ihre dritte Impfung haben und die nicht verstehen können, warum sie für ihren Lieblingssport im Freien mit Abstand auch noch einen Test brauchen“, sagt Andreas Zeising, Geschäftsführer der Holledauer Golfanlage.

Gerade sind viele Golfer zwar im Wintermodus. Aber Zeising sagt, sobald die Temperaturen wieder leicht ansteigen, werde das Thema die Golfclubs nicht nur auf der Driving Range, sondern auch auf den Anlagen einholen. „Wenn dann ein Hausstand neun Löcher spielt auf unserer 120 Hektar großen Anlage, wie soll das das Infektionsgeschehen verstärken?“ Er wünscht sich deshalb eine Anpassung der Corona*-Regeln – bei den Skigebieten sei ja auch nachgebessert worden.

Corona in Bayern: Viele Golfclubs schließen, weil sie die 2G-plus-Regel nicht kontrollieren können

Beim Bayerischen Golfverband wird man noch deutlicher: Sprecher Tobias Hennecke sagt, im Verband könne man nicht nachvollziehen, warum geimpfte Golfer draußen ohne Test nicht gemeinsam eine Runde spielen dürfen, während sie im Clubhaus-Restaurant ohne Test zusammen am Tisch sitzen können. Im Mai habe die Staatsregierung die Öffnung der Golfplätze noch mit der Begründung erlaubt, bei der Weitläufigkeit der Anlagen sei die Infektionsgefahr kein Problem. Doch jetzt schließen viele Golfclubs, weil sie die Einhaltung der 2G-plus-Regel nicht kontrollieren können, so Hennecke.

Für die Skigebiete hatte die Staatsregierung vergangene Woche eine Rückkehr von der 2G-plus-Regelung zu 2G beschlossen, auch die strengen Vorgaben für die Auslastung der Lifte wurde gelockert. Das rief nicht nur die Golfer auf den Plan, sondern auch den Bayerischen Heilbäder-Verband – denn in den Kureinrichtungen sind tagesaktuelle Tests derzeit ebenfalls Pflicht. Der Vorsitzende Peter Berek, CSU-Landrat in Wunsiedel, spricht sich für eine branchenübergreifende 2G-Regel aus, auch für die Kultur. In den bayerischen Zoos wird die Testpflicht ebenfalls hinterfragt. Bei dem derzeit geringen Besucheraufkommen sollte zumindest die Boosterimpfung einem Test gleichgestellt werden, sagt Dag Encke, Direktor des Nürnberger Tiergartens*.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Corona in Bayern: CSU-Politiker hofft auf schrittweisen Verzicht auf die Testpflicht

Für die Staatsregierung gilt es in den nächsten Kabinettssitzungen abzuwägen: Kann die Testpflicht dank sinkender Inzidenzen in Bayern in manchen Bereichen gelockert werden – auch wenn die Lage in den Kliniken weiter kritisch ist und Virologen vor der Omikron-Variante warnen? Vorsichtige Signale gibt es. So sagt etwa der sportpolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag, Berthold Rüth: „Unsere oberste Priorität muss es aktuell sein, das Virus in den Griff zu bekommen, sodass wir sicher Weihnachten feiern können. Aber ich begrüße die Lockerungen für die Skigebiete und gehe davon aus, dass wir auch bei anderen Freizeitaktivitäten im Freien schrittweise wieder auf die Testpflicht verzichten können.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch ein Fitness-Club-Betreiber aus Aschaffenburg kämpft, der Outdoor-Gym betreibt, kämpft mit den Corona-Regeln.

Auch interessant

Kommentare