Echse erleidet „qualvollen“ Tod - oder nicht?

Tier bei Dschungel-Prüfung verstorben? PETA erstattet Anzeige: „RTL sollte sich schämen“ - Auch Tierärztin entsetzt

Ist dieses Tier in der Dschungelshow gestorben? PETA erhebt Vorwürfe gegen RTL.
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Ist dieses Tier in der Dschungelshow gestorben? PETA erhebt Vorwürfe gegen RTL.

Wurde bei einer Kandidatenprüfung im Dschungelcamp ein Tier zu Tode gestresst? PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen RTL. Der Sender reagiert. Auch eine Tierärztin äußert sich.

Update vom 20. Januar 2021: Vergangenen Freitag ist die Dschungelshow gestartet - und servierte neben Z-Promis und Ekel-Essen auch einen Tierschutz-Skandal. Nachdem Kandidatin Zoe Saip (21) ihre Prüfung in einem Wassertank mit exotischen Tieren absolviert hatte, trieb anschließend eine Wasseragame leblos, mit dem Bauch nach oben im Wasser! Die Tierschutzorganisation Peta geht vom Tod des Tieres aus - offenbar ausgelöst durch enormen Stress. Man erstattete Anzeige.

Weitere rechtliche Schritte aus München

Die Münchner Reptilienauffangstation e.V. will nun ebenfalls rechtliche Schritte einleiten. „Die Wasseragame ist entweder tot oder in Schockstarre und damit kurz vor dem Ertrinken“, ist sich Dr. Sandra Gilter, Tierärztin und Pressesprecherin im tz-Gespräch sicher. Als das Dschungelcamp noch in Australien gedreht wurde, habe man keine rechtliche Handhabe gehabt. Das sei nun, da der Dreh in Köln stattfindet, anders: „Wir haben nämlich ein sehr starkes Tierschutzgesetz.“

RTL behauptet derweil, das Tier habe überlebt, das Tierwohl stehe stets im Vordergrund, die Reptilien seien auf den Kontakt mit Menschen vorbereitet worden. Giltner sieht das anders: „Wasseragamen können nicht domestiziert oder trainiert werden. Es sind und bleiben Wildtiere. Und absolut hysterische dazu.“

Eine große Wasseragame in der Reptilienauffangstation.

Dschungelshow 2021: Anzeige von Peta gegen RTL

Unsere Erstmeldung vom 19. Januar 2021:
Hürth - Ratten, Schlangen, Echsen - der Ekelfaktor in der „Dschungelshow“ von RTL kommt auch aus dem Tierreich. Das Konzept besteht seit Jahren, die Corona-Edition aus dem „Tiny House“ in Köln statt Australien macht da keine Ausnahme. Nun aber soll eines der Tiere bei einer Kandidatenprüfung verstorben sein! Die Tierrechtsorganisation PETA prangert den Sender an und hat Anzeige erstattet. RTL selbst sieht die Lage allerdings komplett anders!

Dschungelshow bei RTL: „Am Ende der Prüfung war eine Echse, offenbar eine Grüne Wasseragame, tot“

Und so kam es zu dem umstrittenen Fall: Während der ersten Folge der aktuellen Staffel, die anstatt im Dschungel in einem Studio produziert wird, musste Kandidatin Zoe Saip in einen Wassertank steigen, um eine Aufgabe zu erledigen. Dabei war sie nicht alleine: Zahlreiche exotische Wassertiere schwammen um die leicht bekleidete Kandidatin. Darunter auch eine Echse - die laut PETA am Ende der Sendung tot war. Der Tierrechtsverband sah, dass das Tier, eine Grüne Wasseragame, „qualvoll verstorben“ sei.

PETA auf der eigenen Website: „Die Tiere waren sichtlich gestresst und versuchten verzweifelt, aus dem Wasser zu kommen. Am Ende der Prüfung war eine Echse, offenbar eine Grüne Wasseragame, tot. Im Tank von Zoe Saip war das Tier mit dem Bauch nach oben regungslos zu sehen.“

Dschungelshow: „Reptilien brauchen absolute Ruhe“ - früher wurden Tiere bei RTL auch noch gegessen

„Reptilien, insbesondere Grüne Wasseragamen, sind äußerst stressanfällig und brauchen absolute Ruhe. Den Transport, die ungewohnte Studio-Atmosphäre und vor allem die Situation im engen Wassertank mit der panisch-zappelnden Zoe Saip hat das Tier nicht überlebt. ITV und RTL sollten sich schämen, Tiere für die TV-Show sterben zu lassen. Wir fordern die Verantwortlichen auf, die Verwendung lebender Tiere sofort zu beenden.“

PETA erklärte weiter, dass „Im Dschungelcamp immer wieder Tiere wie Kakerlaken und Maden als Ekelfaktor dargestellt“ würden, und nicht „als fühlende Lebewesen. Dadurch wird bei den Zuschauern ein falsches Bild von Tieren erweckt und Mitgefühl für das Leiden und die Bedürfnisse der Tiere bleiben auf der Strecke. Bereits seit Jahren fordern wir RTL auf, keine Tiere mehr für das Dschungelcamp zu missbrauchen. Bisher hat jedoch die Sendung lediglich bekannt gegeben, die Kandidaten keine lebenden Tiere mehr essen zu lassen.“

Dschungelcamp 2021: Das sind die Kandidaten der Dschungelshow

Tierschutzorganisation PETA zeigt RTL beim Veterinäramt an

Die Organisation hat sofort gehandelt - und die Produktionsfirma ITV Studios Germany angezeigt.

RTL weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber Watson sagte der Sender: „Allen Tieren geht es gut.“ Die Tiere seien „über Wochen auf die Prüfungen und den Kontakt mit Menschen vorbereitet worden. Von Tierquälerei kann keine Rede sein.“ Es würden keine Tiere aus freier Wildbahn verwendet, und beim Dreh seien Fachleute anwesend.

Vermutlich nicht der letzte Zwist zwischen Tierschützern und RTL.

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