Musikkapelle Steinheim feiert 125-jähriges Vereinsjubiläum

»Der Tradition verpflichtet, die Zukunft im Blick«

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Michael Rauh und Matthias Hieber (1. u. 2. von rechts) präsentieren Chronik.

MM-Steinheim - Die Musikkapelle Steinheim feierte am Wochenende mit einem großangelegten viertägigen Fest ihr 125-jähriges Vereins-Jubiläum. ASM-Bezirksvorsitzender im Bezirk 6, Donat Gromer, hielt die Festansprache. Der Jubiläumsabend stand ganz im Zeichen des Rückblicks einer langen und ereignisreichen Vereinsgeschichte.

Nicht im Zelt, sondern in einer leergeräumten großen landwirtschaftlichen Maschinenhalle feierten die Steinheimer Musikanten unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger ihr großes 125-jähriges Jubiläumsfest. Neben zahlreichen Blasmusik begeisterten Gästen konnte Vorsitzender Harald Schneider dabei auch mehrere Ehrengäste, darunter ehemalige Vorstände und Dirigenten sowie auch den Landtagsabgeordneten Josef Miller und den ASM-Bezirksvorsitzenden im Bezirk 6, Donat Gromer und die Bezirksdirigentin Heidemarie Kuhn begrüßen. »Es ist Zeit zurückzublicken«, sagte Schneider in seinen Begrüßungsworten und spannte einen weiten Bogen zu den Ereignissen der 125-jährigen Vereinsgeschichte. Höhen und Tiefen, insbesondere in Zeiten der Kriegswirren, musste der Verein durchleben, was ihn mehrmals in seiner Entwicklung hinderte. »Doch immer und bis heute war und ist die Musikkapelle eine Bereicherung für die Bevölkerung«, so Schneider, was sich auch in der großen Unterstützung durch Bürger und Kommune ausdrücke. »Bisheriges bewahren und Neues wagen« sei dabei einer der Leitsprüche des Vereins, der erfreulicherweise auch zahlreiche Jugendliche in seinen Reihen hat. ASM-Bezirksvorsitzender Donat Gromer unterstrich das positive Wirken des Vereins in der Bevölkerung mit dem bekannten Leitspruch: »Der Tradition verpflichtet, der Jugend verbunden, in der Gegenwart verwurzelt und die Zukunft im Blick«. Wer so handle sei immer auf der richtigen Seite. Nicht nur der Zeitgeist, sondern Tradition und Fortschritt seien die beiden wichtigsten Komponenten um einen langjährigen Bestand zu sichern. Stadtrat und Ortsteilreferent Gerhard Neukamm, der an diesem Abend den verhinderten Rathauschef vertrat, dankte der Musikkapelle für ihre ständige Bereitschaft der musikalischen Unterstützung der Bürger bei allen Anlässen und Festivitäten. Hoffnung hingegen machte Neukamm den Musikanten und ihrem Vorstand Harald Schneider auf eine baldige Bereitstellung des neuen Proberaums nach der Sanierung im denkmalgeschützten Zehntstadel. Kritisch setzte er sich andererseits mit der zunehmend ausufernden Bürokratie für die Veranstalter auseinander. Immer noch mehr fragwürdige Vorschriften müssten erfüllt werden, die manche Vereine in ihren Aktivitäten lähmten. »So machen wir unsere viel gerühmte Tradition kaputt«, ist seine Einschätzung. Landtagsabgeordneter Josef Miller lobte in seinem Grußwort die hohe Qualität der heutigen Blaskapellen in den Dörfern und die breitgefächerte musikalische Literatur. »Wir hören heute nicht nur Walzer, Märsche und Polkas, sondern sehr häufig auch anspruchsvolle und zeitgemäße konzertante Blasmusik. Dabei kann niemand die Menschen mehr in Stimmung bringen als die Musik«, sagte er anerkennend. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war schließlich die Präsentation der Vereinschronik durch die beiden aktiven Musikanten Michael Rauh und Matthias Hieber. In humoristischer Form warfen sie sich gegenseitig die Bälle zu und brachten als gekonnte Wortakrobaten ihre Zuhörer ein ums andere Mal kräftig zum lachen. Mit den Grußworten der Steinheimer Maibaumvereine, vorgetragen durch den derzeitigen Sprecher Peter Hieber und Klaus Kern vom Bürgerausschuss endete mit der Bayern-Hymne der offizielle Teil des Abends. (jw)

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