Nachfrage nach Arbeitskräften boomt

2018 - ein Rekordjahr auf dem Arbeitsmarkt

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Die Agentur für Arbeit in Memmingen.

Memmingen/Allgäu – „2018 war ein ausgezeichnetes Jahr für den Arbeitsmarkt im Allgäu. Noch nie hatten so viele Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wie im vergangenen Jahr. Sichtbares Ergebnis dieser Entwicklung ist die niedrige Zahl arbeitsloser Menschen und eine niedrige Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent,“ so die erfreuliche Bilanz von Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Viele Betriebe tun sich in der Region schwer, zeitnah das geeignete Fachpersonal zu bekommen. Durch die Qualifizierung von arbeitslosen Menschen und auch die Unterstützung bei der Weiterbildung von Beschäftigten sollen die Bedarfe der Arbeitgeber zumindest in Teilen gedeckt werden.“

Noch nie waren in den vergangenen zehn Jahren weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im zu Ende gegangenen Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr waren 730 Frauen und Männer weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresdurchschnitt um 0,2 Prozentpunkte auf den aktuellen Wert von 2,5 Prozent. In allen Monaten des vergangenen Jahres blieb die Arbeitslosenzahl unter der des Vorjahres. Der Arbeitsmarkt ist ständig in Bewegung. Im Verlauf des Jahres mussten sich knapp 40.500 Mal Menschen bei den Mitarbeitern der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern arbeitslos melden. Etwas mehr als 41.000 Personen meldeten sich während des Jahres aus der Arbeitslosigkeit wieder ab.

Entwicklung 

Das günstige Gesamtergebnis des Arbeitsmarktes setzte sich auch in allen Wirtschaftsregionen des Agenturbezirks fort. In nahezu allen Regionen erreichte der Arbeitsmarkt ein günstigeres Ergebnis als in den Vorjahren. So verzeichneten die Wirtschaftsräume Memmingen und Mindelheim eine jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent. Auch bei den kommunalen Gebietskörperschaften ergaben sich günstigere Ergebnisse bei den Arbeitslosenquoten als in den Jahren zuvor. Der Landkreis Unterallgäu erreichte mit 1,8 Prozent den niedrigsten Wert im Agenturbezirk. 

Junge Menschen sind in vielen Fällen deutlich weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als andere Personengruppen. Ganz besonders gilt das, wenn sie über einen Berufsabschluss verfügen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren zu Jahresbeginn 1.100 Kräfte ohne Beschäftigung, 75 weniger als im Jahr zuvor. Im Dezember wurde schließlich mit knapp 840 arbeitslosen Kräften der niedrigste Wert des Jahres erreicht. Etwa jeder zehnte arbeitslose Mensch zählte im Jahresdurchschnitt zu den Jüngeren unter 25 Jahre. Auch 2018 zählten knapp 40 Prozent aller arbeitslosen Menschen zur Gruppe der Älteren. Gerade in diesem Bereich gibt es nach wie vor zahlreiche Menschen, die mit ihrer Berufserfahrung, ihrer Qualifikation und ihrem beruflichen Engagement angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels eine sinnvolle Alternative für die Besetzung vakanter Stellen darstellen können.

Langzeitarbeitslose 

Manche Menschen haben trotz zahlreicher Anstrengungen Probleme, wieder eine Arbeit zu finden. Dies gilt beispielsweise, wenn sie gesundheitlich eingeschränkt sind, mit Suchtproblemen zu kämpfen haben oder aufgrund fehlender Qualifikationen keine konstante Beschäftigung erlangen. Für Menschen, die bereits ein Jahr und länger ohne Beschäftigung waren, hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls verbessert. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren 1.900 Menschen langzeitarbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das einen Rückgang um 300 Frauen und Männer bzw. ein Minus von knapp 14 Prozent.

Geflüchtete Menschen Wenn es um Belange des Arbeitsmarktes geht, steht das Thema Flüchtlinge meist nicht mehr so stark im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren knapp 660 Flüchtlinge aus den acht stärksten nichteuropäischen Zugangsländern arbeitslos gemeldet (Syrien, Irak, Iran, Eritrea, Somalia, Nigeria, Afghanistan, Pakistan). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das einen Zuwachs um 120 Personen. Nach aktuellen Daten arbeiteten knapp 1.900 Flüchtlinge aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das eine Zunahme um mehr als 700 Beschäftigte bzw. eine Steigerung um 60 Prozent.

Nachfrage boomt 

Während des gesamten Jahres suchten Betriebe anhaltend nach zusätzlichen Arbeitskräften. Bereits zum Jahresauftakt stellten Betriebe im Januar knapp 6.800 Beschäftigungsangebote zur Verfügung. Zuletzt konnten die Vermittler im Dezember auf einen Stellenpool von annähernd 6.500 Arbeitsstellen zurückgreifen. Ein Schwergewicht lag im Bereich der industriell-gewerblichen Produktion, hier ganz besonders rund um den Werkstoff Metall. Metallbearbeitung sowie Maschinen- und Fahrzeugbau waren als Branchen stark vertreten. Etliche Unternehmen sind im Agenturbezirk im Logistiksektor tätig. 

Nach Angaben des bayerischen statistischen Landesamtes haben auch 2018 nochmals mehr Menschen ihren Urlaub im Allgäu verbracht. Gerade im südlichen Oberallgäu und am Bodensee bildete der Tourismus ein weiteres starkes Standbein für den Arbeitsmarkt. Gastronomie und Hotellerie boten zahlreiche Arbeitsplätze in Küche, Service und Housekeeping zur Besetzung an. Das Handwerk hatte ebenfalls eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen zu besetzen. Der starke Investitionsboom im Bauhaupt- und Baunebengewerbe führte zu einem anhaltenden Bedarf an weiteren Fachkräften. Maurer, Zimmerer und Elektriker waren gefragte Spezialisten. Des Weiteren herrschte über das gesamte Jahr ein kontinuierlicher Bedarf an Fachkräften für Betreuung und Pflege in Altenheimen und in Krankenhäusern. Auch Personaldienstleister hatten zahlreiche Stellenangebot für Tätigkeiten in den verschiedensten Branchen anzubieten.

Rekordbeschäftigung 

Die Zahl der Beschäftigten erreichte im Allgäu im zurückliegenden Jahr einen neuen Höchststand. Nach den aktuellsten Daten vom Juni 2018 standen zu diesem Zeitpunkt knapp 272.000 Frauen und Männer in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Zum Juni des Vorjahres bedeutete das einen Zuwachs um mehr als 8.000 Arbeitsverhältnisse. Einen starken Anstieg verzeichnete das verarbeitende Gewerbe mit einem Plus von 3.670 neuen Mitarbeitern. Der Handel steuerte gut 1.600 weitere Beschäftigungsverhältnisse bei. Im Baugewerbe arbeiteten gut 300 Mitarbeiter mehr, der Logistiksektor bot 540 Menschen zusätzlich eine Beschäftigung. Der Bereich Heime und Sozialwesen verzeichnete einen Mitarbeiterzuwachs um 150 Frauen und Männer, im Erziehungswesen waren 125 Menschen zusätzlich tätig.

Medaille mit zwei Seiten 

Für jugendliche Ausbildungsbewerber war die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ausgezeichnet. Die betriebliche Betrachtungsweise war eine andere, denn vor allem kleine und mittlere Betriebe haben es schwerer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. So waren Ende September mehr als 800 Ausbildungsstellen frei, weniger als 60 junge Menschen hatten zum Stichtag noch keine Ausbildungsmöglichkeit, die ihren Wünschen entsprach. Vor allem in der Hotellerie und Gastronomie sowie im Verkauf blieben zahlreiche Stellen unbesetzt. Aber auch in Einzelhandel und Büro sowie im Handwerk gab es noch freie Plätze. (MK)

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