Neues Baugebiet entsteht am »Steinheimer Stadtweg – West«

Bausenat stimmt 60 neuen Bauplätzen zu

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Das neue Baugebiet »Steinheimer Stadtweg – West« grenzt südlich an das bestehende Sportgelände an.

Memmingen - Nachdem erst kürzlich erschlossenen Baugebiet »Aumühlweg Nord« in Steinheim soll nun in nächster Zeit bereits ein weiteres Baugebiet am »Steinheimer Stadtweg – West« mit insgesamt 60 Bauplätzen hinzu kommen. Der Bausenat stimmte dem von der Verwaltung vorgelegten Entwurf zum Bebauungsplan S22 in seiner jüngsten Sitzung, nach kontroverser Diskussion, mit knapper Mehrheit zu.

Eine ausgedehnte und kontroverse Diskussion, mitunter geführt mit harten Bandagen, bestimmte die Aussprache des von Baureferatsleiter Ulrich Wagner vorgelegten Entwurf des Bebauungsplans. Befürworter und Gegner dieses seit längerem geplanten Projekts prallten mit ihren Aussagen ein ums andere Mal kräftig aneinander. Dabei ging es vordergründig nicht um die Frage, ob gebaut werden solle oder nicht. Dies wurde überwiegend positiv beurteilt. Stark kritisiert wurde vielmehr von Stadtrat Professor Dr. Josef Schwarz (CSU) die »unstrukturierte Vorgehensweise«. Schwarz bezeichnete den Entwurf als ein »weiteres Stückwerk«, das sich nicht in ein seit langem gefordertes, integriertes Gesamtkonzept einfüge, um letztendlich eine Einheit zu bilden. »Was hat diese Siedlung mit dem gewachsenen Ort zu tun? Eine Harmonie zwischen Siedlung und Natur ist nicht erkennbar«, so eine seiner kritischen Anmerkungen. Weitgehend unterstützt wurde er dabei von Michael Hartge (ÖDP), der den Entwurf dürftig nannte und zusätzlich einen Umweltbericht einforderte. Hartge, unterstützt von weiteren Vertretern des Senats, sieht außerdem in der Abgrenzung des Baugebietes zum anschließenden Sportplatz, trotz einvernehmlich erzielter Lösung des ursprünglich strittigen Lärmproblems zwischen Sportverein und Stadt, auf Dauer einen vorprogrammierten sozialen Konflikt. Ganz anders sieht Stadtrat und Ortsteilreferent Gerhard Neukamm (CSU) die Angelegenheit: »Der Sportverein hat mit der Zusage zur Einschränkung der Spielzeiten und des Sportbetriebs der Lärmschutzvereinbarung zugestimmt, jetzt warte ich nur noch auf die für den Herbst zugesagte Gesamtplanung«. Während Herbert Müller (SPD), der den Entwurf in seiner jetzigen Form verteidigte, Prof. Schwarz mit der Frage konfrontiere: »Ich weiß nicht, was Sie eigentlich wollen, ich verstehe Ihre Einwände nicht«, sprach Wolfgang Nieder (SPD) die zu berücksichtigenden Geruchs-Immissionen von der nahe gelegenen Grüngutsammelstelle an. Dem Verwaltungsvorschlag wurde schließlich mit knapper Mehrheit von acht zu sechs Stimmen zugestimmt. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger dazu: »Wir werden das Verfahren jetzt in Gang setzen, weil die Leute einfach bauen wollen«. Das geplante Baugebiet liegt in der südwestlichen Ortslage von Steinheim, westlich des Steinheimer Stadtweges. Am südlichen Rand grenzt das Gebiet an das Steinheimer Sportgelände und die Grüngut-Sammelstelle. Insgesamt sollen 60 Bauplätze entstehen, die voraussichtlich abschnittsweise realisiert werden. In erster Linie sollen Einfamilienhäuser als Einzelhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser entstehen. Das neue Baugebiet soll außerdem Fußgängeranbindungen an den Ortskern erhalten, um fußläufig die kommunalen und öffentlichen Einrichtungen, wie Kirche, Schule oder Kindergarten, leicht zu erreichen. (jw)

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