Schutz vor Coronavirus soll verstärkt werden

Ab 18. Januar gilt in Bayern FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften

Frau mit FFP2-Maske wartet am Bahnsteig auf Zug.
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Ab Montag (18. Januar 2021) gilt in Bayern eine FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr.

Bayern - Ab Montag (18. Januar 2021) gilt in Bayern eine FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Das wurde heute (12. Januar 2021) im bayerischen Kabinett beschlossen.

„Wir wollen auch den Alltag sicherer gestalten“, begründete der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Entscheidung in der heutigen Pressekonferenz. Es habe immer wieder Debatten gegeben über den ÖPNV und sichereres Einkaufen. Insbesondere, was die Maskenstruktur betreffe. Die normalen „Community-Masken“ dienten dem Schutz des Anderen, die FFP2-Masken schützten auch einen selber, erklärte Söder. „Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet.“ Durch das Tragen einer FFP2-Maske soll die Sicherheit im ÖPNV und im allgemeinen Geschäftsumfeld verbessert werden.

Sorge wegen mutiertem Coronavirus

Mit Blick auf die aktuelle Coronalage sprach der Ministerpräsident von einer „verhalten positiven“ Tendenz. „Das heißt, die Maßnahmen, die getroffen wurden, beginnen langsam zu wirken“, so Söder. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) beträgt die bayernweite Inzidenz (Stand: 12. Januar, 8 Uhr) 160,43 bei 1.740 Neuinfektionen. Dies sei aber nur ein Zwischenstand und kein endgültiges Ergebnis, so Söder, erst Ende der Woche lasse sich die Lage (auch in Bezug auf die Weihnachtsferien) relativ deutlich einschätzen.

Die große Unbekannte sei, wie sich das mutierte Virus aus Großbritannien weiterentwickle. „Die Zahlen in England und Irland sind besorgniserregend, und der Anstieg in den Niederlanden, der damit zusammenhängt, eben auch.“ Das mache ihm große Sorgen, da in Deutschland bereits mehrere Fälle nachgewiesen wurden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich weiter ausbreite sei nicht gering, da sich die Mutation wesentlich schneller verbreite. Dadurch könnten die Abstands- und Hygieneregeln zu wenig sein. Künftig soll am Bayerischen Landesamt für Gesundheit eine eigene Sequenzstelle für die Mutation des Coronavirus eingerichtet werden – damit das mutierte Virus nachgewiesen werden kann.

Gesundheitsminister Holetschek: „Impfen ist eine Hoffnung, aber kein Grund, unvorsichtig zu werden.“

Premiere gab es für Klaus Holetschek, der heute zum ersten Mal als Bayerischer Gesundheitsminister bei einer Kabinettssitzung dabei war. Holetschek betonte in der anschließenden Pressekonferenz, dass sich die Vorgehensweise des Freistaates bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht ändern werde. Es bleibe beim Dreiklang: Testen, Impfen und Kontakte reduzieren. Dies seien derzeit die wichtigsten Maßnahmen zur Corona-Eindämmung. Bisher haben laut Holetschek bereits 140.000 Menschen im Freistaat die erste von zwei Corona-Impfungen erhalten. Heute sei eine Lieferung mit 10.000 Dosen des Moderna-Impfstoffs in Bayern angekommen, informierte der Gesundheitsminister. Diese würden erstmal auch an die Krankenhäuser ausgegeben. Wenn genügend Impfstoff vorhanden ist, sollen auch Ärzte und Betriebsärzte bei den Impfungen gegen das Coronavirus weiter mit einbezogen werden. Hoffnung setzt Holetschek ebenfalls auf die baldige Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs bis Ende Januar. Dadurch könne das Impfen nochmals beschleunigt werden. „Impfen ist eine Hoffnung, aber kein Grund, unvorsichtig zu werden“, meinte Holetschek. Auch nach Meinung des neuen bayerischen Gesundheitsministers sind genügend FFP2-Masken im Freistaat erhältlich. Die FFP2-Maskenpflicht sei ein „guter und wichtiger Schritt“ für mehr Sicherheit, so Holetschek.

Kontakt halten und Kommunikation besonders wichtig im Distanzunterricht

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo zeigte sich zufrieden mit dem Start in den bayerweiten Distanzunterricht. „Wir haben nicht einmal im analogen Unterricht die Perfektion, deshalb werden wir sie auch im Distanzunterricht nie haben und sollten auch nicht die Erwartungshaltung entsprechend wecken“, erklärte der Kultusminister. Der Dreh- und Angelpunkt sei die Kommunikation, richtete Piazolo seinen Appell an die Lehrkräfte, „bitte halten den Kontakt zu Ihren Schülerinnen und Schülern aufrecht“. Zur in der Vergangenheit oftmals in die Kritik geratenen Online-Lernplattform Mebis sagte Piazolo, bis auf eine 20-minütige Störung am Vormittag habe diese gut funktioniert. Am Montag habe es 253.000 Nutzer sowie insgesamt 660.000 Logins gegeben.

„Wir müssen das Ganze extrem ernst nehmen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit“, darin waren sich alle einig. (mb)

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