Kritik nicht nachvollziehbar

AfD-Kreistagsfraktion verurteilt Angriffe auf Landrat

Screenshot Facebook-Post Landrat Eder
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Aufgrund der massiven Kritik in den sozialen Medien, aber auch auf der politischen Bühne an seinem Facebookbeitrag hat Landrat Alex Eder (Freie Wähler) auf der Social Media Plattform teilweise zurückgerudert.

 Unterallgäu – Wie berichtet, hatte Landrat Alex Eder in einem Facebookbeitrag die verpflichtenden Coronatests in Schulen kritisiert und dabei ein plakatives Bild aus Sicht eines positiv getesteten Schülers gezeichnet. Damit hatte er eine breite Diskussion losgetreten und unter anderem von mehreren Kreistagsfraktionen harsche Kritik erfahren. Wolfgang Reitinger, AfD-Fraktionsvorsitzender, kann deren Landratsschelte nicht nachvollziehen.

In einer Pressemitteilung der AfD-Kreistagsfraktion heißt es dazu: „Landrat Eder wird inzwischen von den Fraktionen CSU, SPD/FDP und den Grünen teilweise recht harsch für seinen Facebook-Post kritisiert. Dies können wir aus mehreren Gründen nicht nachvollziehen“. Nach Reitingers Ansicht habe auch ein Landrat ein Recht, seine Ansichten in emotionaler Weise und aus Sicht der Vater-Brille zu äußern. „Er sollte allerdings dann klar deutlich machen, dass er hier nicht als Landrat sondern als Privatperson spricht.“ Zudem seien die bisher von der Politik getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weder besonders erfolgreich, noch frei von krassen Widersprüchen gewesen. Andere Wege zur Lösung in die Diskussion zu bringen ist deshalb aus Reitingers Sicht angebracht und notwendig.

„Als pensionierter Lehrer mit mehr als vierzig Dienstjahren kann ich durchaus nachvollziehen, dass vereinzelt Kinder Angst vor Stigmatisierung durch Tests in der Schule haben. Die sicher bei den meisten Lehrkräften vorhandene pädagogische Professionalität ist kein Zaubermittel gegen Ausgrenzung und Ängste“, argumentiert der AfD-Politiker.

Reitinger attestiert Landrat Eder darüber hinaus, die Kreistags- und Ausschusssitzung stets im Geiste des gegenseitigen Respekts zu leiten. „Polarisierung, Ausgrenzung und beleidigende Wortwahl sind ihm fremd. Ihm derartiges nun im Zusammenhang mit dem Facebook-Post vorzuwerfen, ist an den Haaren herbeigezogen.“ Auch hätten die anderen Fraktionen genug Gelegenheit gehabt, Kritik am Landrat in den Sitzungen oder in einem persönlichen Gespräch mit ihm anzubringen.

„Unsere Gesellschaft leidet an zunehmender Polarisierung und Spaltung. Besonders das Thema Corona wird häufig sehr unsachlich und mit tief verletzenden „Kampfbegriffen“ wie zum Beispiel Irrdenker für Querdenker geführt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele der im öffentlichen Raum vorgebrachten „Argumente“ in erster Linie dazu dienen, den Gegner mundtot zu machen“, so der AfD-Fraktionvorsitzende Wolfgang Reitinger. (MK)

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