Bundesministerin Aigner beim Unterallgäuer Bauerntag:

"Die Musik spielt vermehrt in Brüssel"

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Kreisbäuerin Margot Walser, Bundeslandwirtschafts-Ministerin Ilse Aigner und Kreisobmann Gerhard Miller (von links) beim Einmarsch ins Festzelt in Günz.

Westerheim-Günz - Im Rahmen der mehrtägigen Feierlichkeiten anlässlich der Einweihung des neuen Fahrzeuges der Freiwilligen Feuerwehr Günz wurde als Schlussveranstaltung vom Bayerischen Bauernverband der Unterallgäuer Bauerntag abgehalten. Gastrednerin war Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner.

Ein nahezu vollbesetztes Zelt war Ausdruck der Wertschätzung dieser hochrangig besetzten Veranstaltung des BBV-Kreisverbandes Unterallgäu. Unter den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches der Westerheimer Musikanten, flankiert von zahlreichen Ehrengästen aus Verbänden und Politik, betrat Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner als Gastrednerin unter großem Publikums-Beifall das Festzelt. Dem Wunsch von Ortsobmann Michael Weissenhorn und Kreisobmann Gerhard Miller folgend gelang es Landwirtschaftsminister a.D. Josef Miller diese hochrangige Gastrednerin für die Veranstaltung nach Günz zu holen. Ebenfalls anwesend als Vertreterin der Landwirtschaft war Milchprinzessin Carola Reiner. In seinem Grußwort attestierte MdL Miller "der lieben Ilse", was sie mit ihrem politischen Gespür, Verhandlungsgeschick und Charme in Brüssel ausgehandelt hat "war gewaltig und wurde so nicht für möglich gehalten". Bevor Aigner am Rednerpult auf die Landwirtschaftspolitik eingehen konnte, sprach Kreisobmann Gerhard Miller gezielt die Punkte an, die den Unterallgäuer Landwirten besonders auf der Seele brennen. Zur Düngemittelverordnung sagte er: "Es kann nicht sein, dass mir einer aus Brüssel oder Berlin sagt, wann ich mein Güllefass ›anhängen‹ darf und wann nicht. Die Düngung kann nicht europaweit einheitlich verordnet werden". Als weitere Problemfelder nannte er Vogelschutz- und Naturschutzverbände. Ilse Aigner, die zunächst den Bauern für den Erhalt der einzigartigen Naturlandschaft unserer Heimat dankte, sagte: "Die Musik spielt immer mehr auf der Brüsseler Bühne. Jeder will ständig mehr vom Kuchen haben. Wir haben zwar eine gute Basis erreicht, doch einfacher und unbürokratischer wird es nicht". Nachdem die Flächenstilllegungen vom Tisch seien, gehe es jetzt darum, wie man kleine Betriebe bessern fördern könne. Auch die Förderung spezieller Grünlandbetriebe stehe auf der Agenda. "Wir sind aber in der Umstellung den anderen Ländern bereits ein ganzes Stück voraus". Die nationalen Rahmendbedingen müssten jedoch ständig verbessert werden. "Ich warne vehement vor der Einführung der Erbschaftssteuer in der Landwirtschaft. Die Erbschaftssteuer wäre pures Gift für den Erhalt der Betriebe". Doch auch die Vermögenssteuer sei für die Landwirtschaft nicht akzeptabel. Daneben gehöre die landwirtschaftliche Sozialversicherung auf den Prüfstand, so dass diese auch in der Zukunft Bestand habe. Ein ganz besonderes Anliegen war Aigner die Wertschätzung der erzeugten Lebensmittel in der Bevölkerung. Es könne nicht hingenommen werden, dass Lebensmittel billig verramscht und tonnenweise vernichtet werden. Sie plädiere dafür, dass bereits in den Schulen das Fach "Alltagskompetenz" eingeführt und gelehrt werde, um speziell junge Leute für den Wert der Lebensmittel zu sensibilisieren. Kreisbäuerin Margot Walser dankte in einem Schlusswort der Bundeslandwirtschaftsministerin für ihren erfolgreichen Einsatz zum Wohle der Bauern. Zum Abschluss trug sich die Ministerin ins Goldene Buch ein. Anschließend wurde im Rahmen einer Tombola als Hauptpreis ein Zuchtkalb verlost. Michprinzessin Carola Reiner fungierte als Glücksfee und ermittelte zusammen mit Ortsobmann Michael Weissenhorn, Kreisobmann Gerhard Miller und Kreisbäuerin Margot Walser die einzelnen Gewinner. Der Hauptgewinn, und damit das Kalb, ging schließlich an Magnus Blank aus Oberschönegg. (jw)

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