Umsetzung der UN-Konvention in Memmingen:

"Inklusion ist mehr als abgesenkte Bordsteine"

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Neuer Aktionsplan im Rathaus vorgestellt (von rechts): Heidi Dintel, Petra Beer, Prof. Markus Jüster, Dr. Ivo Holzinger, Alexandra Störl, Verena Gotzes und Manfred Mäuerle.

Memmingen - Die Stadt Memmingen hat eine hohes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Menschen mit Behinderungen und deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. So wird die Kommune mit dem Behindertenbeirat einen Aktionsplan erarbeiten, der die Umsetzung der UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderungen behandelt.

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Für die fachkundige Begleitung und Moderation des auf zweieinhalb Jahre angelegten Projekts konnte der Behindertenbeirat der Stadt Professor Dr. phil. Markus Jüster von der Hochschule Kempten gewinnen. Er unterrichtet an der Fakultät Soziales und Gesundheit sowie an anderen Universitäten. "Inklusion ist mehr als abgesenkte Bordsteine", so Professor Markus Jüster. Im Aktionsplan möchte er konkret Arbeitskreise zu relevanten Themen und den unterschiedlichen Bedürfnissen in der Stadt bilden. Zum Projektbeginn im Oktober wird eine Auftaktveranstaltung stattfinden, in der eine hohe Bürgerbeteiligung gefragt ist. Die kommunale Behindertenbeauftragte Heidi Dintel formulierte es so: "Der Aktionsplan ist nicht nur für die behinderten Menschen ein großer Gewinn, von dem Miteinander profitiert auch die ganze Gesellschaft". Ziel ist es, behinderte Menschen gleichwertig in allen Bereichen wie der Kultur, Bildung, in Arbeit und Sozialem zu behandeln. Verena Gotzes, Behindertenbeiratsvorsitzende, blickte dabei weit voraus in die Zukunft: "Die behinderten Menschen müssen so ›normal‹ mit in der Gesellschaft der Stadt agieren, das ein Behindertenbeirat überflüssig wird". Ein besonderes Anliegen ist es, die Inklusion in den Bildungsstätten, den Schulen und in Kindergärten stärker zu fördern. Außerdem behördliche Texte in leichter Sprache zu verfassen und am Arbeitsmarkt die gleichen Einstellungschancen herzustellen. Unterstützt wird der Memminger Aktionsplan, der mittlerweile in zehn Bundesländern nach der UN-Behindertenrechtskonvention ausgerichtet wird, von Alexandra Störl (Projektbüro des Stadtentwicklungsprozesses "perspektive memmingen") und von Petra Beer ("Sprecherin der Lokalen Agenda 21"). "Für die finanzielle Umsetzung stellte der Senat des Stadtrates bereits die notwendigen Haushaltsmittel zur Verfügung", betonte der Sozialreferatsleiter Manfred Mäuerle. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger hob die langjährige Arbeit des über 20 Jahre bestehenden Behindertenbeirates hervor, der in der Stadt mit dem neuen Aktionsplan einen weiteren Schritt in Richtung "Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung" vorangeht. (ds)

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