Alois Müller baut weltgrößtes energieautarkes Produktionsgebäude

Energieeffizienz in einer neuen Dimension

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Beim Vollzug des Spatenstichs (von links) Senior-Chef Alois Müller, MdL Klaus Holetschek, Bürgermeister Josef Fickler, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, die beiden Geschäftsführer Andreas und Steffen Müller, Staatsminister a.D. Josef Miller und Hebel-Firmenchef Wolfgang Dorn sowie im Vordergrund die beiden Enkel Louis und Max.

Ungernhausen - In Ungerhausen entsteht derzeit das größte, nahezu energieautarke Produktions- und Bürogebäude der Welt. Am Wochenende wurde dafür der Spatenstich vollzogen. Die Alois Müller baut auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern ihre neue Green Factory 2.0. Die bereits seit 2012 bestehende, rund 4.000 Quadratmeter große Green Factory des Unternehmens wird nochmals um 10.000 Quadratmeter weitere Produktions- und Lagerflächen sowie um 4.000 Quadratmeter für Büro, Verwaltung, Schulung und Kantine erweitert.

Geschäftsführer Andreas Müller erklärt anhand der Pläne das Bauvorhaben.

In der neuen Fabrik, die bereits im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen soll, fertigt das Unternehmen in Zukunft hauptsächlich Energiemodulsysteme und weitere versorgungstechnische Komponenten des Anlagenbaus, wie beispielsweise Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl. „Vor fünf Jahren haben wir die erste Green Factory gebaut, um den Grad der Vorfertigung deutlich zu erhöhen, weil wir dadurch die Prozesssicherheit erhöhen und unseren Kunden eine deutlich höhere Qualität anbieten können“, erklärt Geschäftsführer Andreas Müller. „Dazu müssen wir selbst weiter wachsen und laufend in modernste Technologien investieren“. Dabei sollen zwei Richtungen verfolgt werden: Auf der einen Seite will man selbst vorleben, wie sich nachhaltige, ressourcenschonende Produktionsumgebungen realisieren lassen. „Für viele Unternehmen wird es in Zukunft darum gehen, dezentrale Kraftwärmekopplung und Photovoltaik-Anlagen miteinander zu kombinieren, damit sie den PV-Strom bestmöglich selbst nutzen können. Das ist die neue Art der Nachhaltigkeit, die sich in den kommenden Jahren in der Industrie durchsetzen wird. Wenn jede Fabrik auf der Welt eine Green Factory wäre, hätten wir die Energiewende längst abgeschlossen“, so Müller. Andererseits positioniert sich die Firmen-Gruppe mit der Neuinvestition als innovativer Arbeitgeber mit Top-Arbeitsbedingungen. „Wir arbeiten als Dienstleister für das Who-is-Who der deutschen Wirtschaft. Dafür brauchen wir die besten Arbeitnehmer. So werden in der Green Factory 2.0 nicht nur modernste High-Tech-Anlagen wie ein neuer Lackier- und Sandstrahl-Roboter installiert, auch das Büro- und Verwaltungsgebäude wird wie ein Campus gestaltet und mit modernen Schulungsräumen und einer Kantine für die Mitarbeiter ausgestattet. Der Fokus liegt dabei auf der Ausbildung des Nachwuchses. Die Produktionshalle ist somit gleichzeitig Ausbildungshalle,“ so Müller. Die neue Green Factory 2.0 ist besonders nachhaltig, denn die Produktions- und Bürogebäude können nahezu energieautark betrieben werden. Eine rund 10.000 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von insgesamt 1,1 MegaWatt versorgt die grüne Fabrik mit 90 Prozent der benötigten Energie für Strom, Kälte, Wärme und Druckluft. Die letzten zehn Prozent deckt ein Blockheizkraftwerk (BHKW). Die Energiekosten und der CO2-Ausstoß sinken damit auf Null. Herzstück der Green Factory 2.0 ist die neue Energiezentrale, in der das gesamte Energiemanagement des Werks in Ungerhausen gesteuert wird. Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer bezeichnete die Firma Alois Müller deshalb beim Spatenstich auch als „einen Gestalter der Energiewende“. MdL Klaus Holetschek sagte: „Die Alois Müller GmbH ist ein Unternehmen, das unsere Region stark macht“. Und CSU-Staatsminster a. D. Josef Miller betonte: „Es handelt sich um einen der größten Schritte in der Entwicklung des Unternehmens. Müller wird bei der Energiewende einen großen Anteil haben“. (jw)

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