Abzocke mit Methode

Angeblicher Lottogewinn: Polizei warnt vor Telefonbetrügern

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Memmingen/Legau - Das Versprechen angeblicher hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden. Die Methode ist aber immer die gleiche: Vor einer Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel „Gebühren“ zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder an Veranstaltungen teilzunehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten wird. In der Region wurden nun ein 26-Jähriger aus Memmingen und eine 56-Jährige aus Legau Opfer einer solchen Betrugsmasche.

Wie die Polizei mitteilt, haben bislang unbekannte Täter durch Vorspiegelung eines vermeintlichen Lotteriegewinns von 16.000 Euro den 26-Jährigen um insgesamt 1.750 Euro betrogen. Bereits Mitte Mai erhielt der junge Mann einen Anruf von einem der Mittäter, der sich als Stuttgarter Staatsanwalt ausgegeben hatte. Hierbei wurde er zunächst aufgefordert, 950 Euro für eine angebliche Mitgliedschaft in einer Lotterie auf ein ausländisches Konto zu überweisen, da die Forderungen mit ansonsten wesentlich höheren Gebühren über einen Anwalt beziehungsweise das Gericht abgewickelt werden müssten.

Nummernanzeige manipuliert

Nur wenige Tage danach erhielt er einen weiteren Anruf der vermeintlichen Lotteriegesellschaft, dass er nun 16.000 Euro in der letzten Ziehung gewonnen habe und hierfür im Vorfeld eine Überweisung der Bearbeitungsgebühr für die Abwicklung der Gewinnauszahlung von mehreren hundert Euro notwendig wird. Nachdem der getäuschte Mann beide Zahlungen vorgenommen hatte, bis dato jedoch keine Rückmeldung mehr erhielt, kamen ihm Zweifel. Er meldete den Sachverhalt der Polizei. Die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen weist darauf hin, dass selbst eine Überprüfung der Anrufernummer oft keine ausreichende Garantie dafür bietet, dass es sich bei dem Gesprächspartner tatsächlich um den Vertreter der angegebenen Firma oder Behörde handelt, da diese meist durch technische Manipulation der Täter verändert wird.

Betrug mit Prepaidkarten

Am vergangenen Dienstag wurde eine 56-jährige Rentnerin aus Legau ebenfalls Opfer eines Anrufbetruges mit falschem Gewinnversprechen. Der Anrufer, der ihr einen Glücksspielgewinn von 39.000 Euro vortäuschte, forderte jedoch für die Gewinnauszahlung die Vorauszahlung einer Sicherheitsgebühr in Höhe von insgesamt 600 Euro ein. Der Frau wurde aufgetragen, in einem nahegelegenen Supermarkt Wertkarten (Guthabenkarten oder Prepaidkarten) zu kaufen und telefonisch die entsprechenden Codes, welche auf den Karten freigerubbelt werden müssen, zu übermitteln. Als die Täter im Anschluss die Übermittlung weiterer Codes einforderten, wurde die Geschädigte schließlich misstrauisch und meldete den Sachverhalt der Polizei.

Anrufer geben sich als Rechtsanwälte aus

Die Betrüger melden sich zumeist per Telefon – manchmal auch per E-Mail – bei ihren Opfern und behaupten, diese hätten bei einem Gewinnspiel eine hohe Summe, einen hochwertigen Pkw oder andere Preise gewonnen. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer Bearbeitungsgebühr übergeben werden. Die Anrufer geben sich häufig als vermeintlich vertrauenswürdige Personen aus, zum Beispiel als Anwälte. Zielgruppe sind zumeist Senioren, wobei wie in diesem Fall auch deutlich jüngere Menschen Opfer eines solchen Betrugs werden können. Die Täter operieren überwiegend aus dem Ausland. Die Anrufer sind in Gesprächsführung geschult und wirken deshalb überzeugend.

Die Polizei rät in solchen Fällen:

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben.
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn zu erhalten. Zahlen Sie keine Gebühren oder wählen gebührenpflichtige Rufnummern (Vorwahl: 0900, 0180, 0137…)
  • Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.
  • Geben Sie keine persönlichen Informationen preis: keine Adressen, Kontodaten, Kreditkartennummern oder ähnliches.
  • Weisen Sie unberechtigte Geldforderungen zurück.
  • Wenn Sie meinen, Opfer eines Betruges oder Betrugsversuchs geworden zu sein, erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei. 
    (MK/dg/KPI Memmingen)

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