Rund 100 Menschen versammeln sich am Schrannenplatz

„Antifaschistisches Bündnis Memmingen“ demonstriert gegen AfD-Wahlbüro

Trotz strömenden Regens haben sich die Demonstranten am Schrannenplatz versammelt.
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Trotz strömenden Regens haben sich die Demonstranten am Schrannenplatz versammelt.

Memmingen - „Menschenrechte statt rechte Menschen“ und „Rechtsruck stoppen“ konnte man auf den Bannern bei der Demo gegen die Eröffnung des Wahlkreisbüros der AfD in Memmingen am vergangenen Wochenende lesen. Weit über 100 Menschen folgten dem Aufruf des „Antifaschistischen Bündnisses Memmingen“ und demonstrierten trotz strömenden Regens friedlich auf dem Schrannenplatz.

Initiator Jakob Gutermann sagte, dass die AfD und Christoph Maier in Memmingen nicht willkommen seien. „Mit Christoph Maier schickten die Allgäuer den Mann mit dem schärfsten rechten Profil nach München in den Landtag“, führte Gutermann aus und erläutert weiter. Im Juli 2018 habe er sich zum „rechtsnationalen Flügel“ bekannt, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird und für die Ausgrenzung von Ausländern, Migranten und politisch Andersdenkenden stehe. Das Politikkonzept des Flügels verletze laut Gutermann die Menschenwürde sowie das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip. 

Auch habe Maier selbst für einige Skandale gesorgt. „Im Januar 2019 verließ er zusammen mit einem Großteil seiner Fraktion eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus im Plenum des Bayerischen Landtags. Anfang Mai diesen Jahres stand Maier zusammen mit „Bernd“ Höcke auf einer Bühne und stimmte mit ein, als dort die erste Strophe der Deutschlandhymne gesungen wurde“, berichtet Gutermann weiter (der KURIER berichtete). 

Laut Gutermann würden in AfD-Büros rechte Hetzkampagnen organisiert, finanziert und unterstützt und nun wolle sich Maier in der Memminger Altstadt als „normaler Landtagsabgeordneter“ darstellen. Das werde man aber so nicht hinnehmen und jeder rechten Gesinnung entgegentreten. Dazu habe man das „Antifaschistische Bündnis Memmingen“ ins Leben gerufen. „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen – Hoch die internationale Solidarität“ skandierte Gutermann zum Abschluss. Für die Jusos ergriff die Memminger Schauspielerin Regina Leenders das Wort und forderte, dass rechtes Gedankengut in Deutschland nie wieder normal werden dürfe und man sich gemeinsam gegen den Rechtsruck stemmen müsse. Laut einer Pressemitteilung der örtlichen AfD folgten über 80 Menschen der Einladung Maiers zur Eröffnungsfeier seines Wahlkreisbüros. (ew)

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