Ehrung für herausragende und langjährige Verdienste

Antonino Tortorici erhält Memminger Stadtsiegel

Großer Mann im Anzug übergibt kleinem Mann im Anzug Schatulle
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Oberbürgermeister Manfred Schilder (rechts) überreichte Commendatore Antonino Tortorici das Stadtsiegel.

Memmingen - Commendatore Antonino Tortorici erhielt für seine langjährigen und herausragenden Verdienste als Vorsitzender des Ausländerbeirats und als Ausländerbeauftragter das Stadtsiegel der Stadt Memmingen.

„Es ist mir eine große Ehre und Freude, Dich lieber Nino, mit dem Stadtsiegel auszeichnen zu dürfen. Mit unglaublich großem Engagement und viel Herz hast Du Dich seit Jahrzehnten auf die vielfältigste Weise ehrenamtlich für die Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund eingesetzt und Dich um das Miteinander der Nationen in Memmingen besonders verdient gemacht“, sprach Oberbürgermeister Manfred Schilder bei einem Festakt im Kreuzherrnsaal dem Geehrten sein Lob und seinen Dank aus.

„Bei all jenen, die mich in den letzten Jahrzehnten in meinem Engagement für die Integration unterstützt haben, möchte ich mich herzlich bedanken. Die Arbeit hat mir immer sehr viel Freude bereitet“, äußerte sich Antonino Tortorici in seiner kurzen Ansprache. „Ich fühle mich sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Mein besonderer Dank gilt meiner Frau Silvana, die mir für meine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten immer den Rücken freigehalten hat.“

1966 kam Antonino Tortorici als 16-Jähriger von Italien nach Deutschland. Im selben Jahr fand er bei der Firma Haußmann in Memmingen Arbeit als technischer Weber. 1973 wurde er dort Betriebsrat und machte sich für die Belange seiner Arbeitskollegen stark. Er blieb der Firma Haußmann treu, bis sie im Jahr 1997 die Produktion einstellte.

Bereits 1981 begann er als italienischer Konsularkorrespondent, wurde zudem 1984 Korrespondent des Verbandes für italienische Arbeitnehmer (INAS-CISL), 1987 Beauftragter des Beratungszentrums für sizilianische Auswanderer und gehört ebenfalls seit 1987 dem Memminger Ausländerbeirat an. Dessen stellvertretender Vorsitzender war er von 1987 bis 1995. 1995 wurde er Vorsitzender des Ausländerbeirats und seit 2006 war er außerdem der Ausländerbeauftragte der Stadt. Beide Posten gab er im Dezember 2020 ab. 33 Jahre lang wirkte er als Mitglied des Ausländerbeirats beim Fest der Kulturen mit, das 1978 das erste Mal stattfand und vom Beirat initiiert wurde.

Darüber hinaus engagiert Tortorici sich seit 1984 in der Europa-Union (Kreisverband Memmingen) und ist Mitbegründer des hiesigen Deutsch-Italienischen Freundeskreises. Auch dessen Vorsitz hatte er von 1992 bis 2014 inne. Zudem war Tortorici von 1993 bis 1995 Delegierter bei der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Bayerns (AGABY).

Die Anerkennung seines bedeutenden Engagements durch den italienischen Staat, der Tortorici bereits zweimal mit hohen Auszeichnungen geehrt hat, ist auch von besonderer Bedeutung: 1995 wurde er zum „Cavaliere“ (Ritter), 2009 zum „Commendatore“ (Kommandeur) ernannt.

Von der damaligen Bayerischen Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Christine Haderthauer, wurde Tortorici 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2020 fand anlässlich seines 70. Geburtstags am 4. Januar ein Empfang im Memminger Rathaus statt.

Der Ausländerbeirat Memmingen war eine freie, überparteiliche und unabhängige Vereinigung mit der Aufgabe, im Bereich der kreisfreien Stadt Memmingen zur Lösung von Problemen der ausländischen Bevölkerung beizutragen und in engem Zusammenwirken mit allen gesellschaftlichen Kräften die Interessen der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familien sowie der anerkannten Asylberechtigten und deren anerkannte Familienangehörige zu vertreten. Die Geschäftsführung des Ausländerbeirats oblag dem Ausländerbeauftragten. Das Memminger Gremium wurde im Jahr 1975 als einer der ersten Ausländerbeiräte in Bayern gegründet. Seit 2021 hat der Integrationsbeirat den ehemaligen Ausländerbeirat abgelöst, der bis 2020 bestand. (MK)

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