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Architektur-Wettbewerb „Grenzhofareal“ Memmingen abgeschlossen

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Von: Tom Otto

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Zeichnung des Neubaugebietes Grenzhofareal in Memmingen
Der Sieger Entwurf des Stuttgarter Büros „a+r Architekten“ zeigt die Planungen für das „Kotelett-ähnliche“ Gelände des so genannten Grenzhofareals zwischen Adenauerring und Metzeler Betriebsgelände und ist noch bis Ostersonntag im Kreuzherrnsaal zu sehen. © Tom Otto

Memmingen - Am vergangenen Wochenende stellte die Stadt im Kreuzherrnsaal den Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs zur Bebauung des so genannten Grenzhofareals vor. Wie berichtet, soll zwischen Adenauerring und Metzeler Betriebsgelände ein neues Quartier mit etwa 450 Wohnungen, Büros, Einzelhandel, Gastronomie und KiTa entstehen.

Die 2. Bürgermeisterin Margareta Böckh zeichnete das Stuttgarter Büro „a + r Architekten“ als Gewinner des Planungswettbewerbs aus. Sie sprach von dem Vorhaben auf dem knapp vier Hektar großen Gelände als „außergewöhnlich bedeutsames Projekt“ für die Stadt.

Die vom Stadtrat beschlossenen Anforderungen an die Architekturbüros waren ungewöhnlich hoch und detailliert. Gefordert wurden eine soziale Durchmischung der Wohnungsgrößen und geförderter Wohnraum, Treffpunkte, Spielflächen und Freiräume sowie eine Tiefgarage für das ansonsten fast völlig autofreie Quartier. Vierzehn verschiedene Entwürfe wurden schließlich bei dem Wettbewerb eingereicht, den die Stadt sich insgesamt 74.000 Euro an Prämien kosten ließ, die Preise gingen an vier Büros. Im Gewinnerteam von „a + r Architekten“ war auch ein ehemaliger Amendinger dabei, möglicherweise half das dem Stuttgarter Büro. Bürgermeisterin Böckh lobte die Konzeption: „Auf einem großen quadratischen freien Feld kann jeder gut planen, aber auf dem Kotelett-ähnlichen Gelände am Adenauerring zeigt sich die Kreativität.“ Gleichwohl fiel die Auswahl bei den eingereichten Arbeiten schwer.

Bürgerinitiative vermisst Verkehrskonzept

Im Vorfeld gab es dazu auch eine digitale Bürgerbeteiligung, bei der nach Angaben von Böckh über 500 Anregungen aus der Bevölkerung eingingen und weitgehend berücksichtigt werden konnten. Im Laufe des Ausschreibungsprozesses gründete sich dazu die „Bürgerinitiative Grenzhofstraße – Nordweg“, die zuletzt im März mit einem offenen Brief an die Stadt und den Stadtrat Bedenken anmeldeten. Über 600 Bürgerinnen und Bürger aus dem angrenzenden Wohngebiet machen auf den zunehmenden Verkehr durch die Grenzhofstraße und den Nordweg aufmerksam. Sie forderten unter anderem auch einen großen fünfarmigen Kreisverkehr an der Einmündung Grenzhofstraße/Adenauerring. Der Sprecher der Bürgerinitiative Christian Eckhard bemängelte in einer ersten Stellungnahme, dass die Bürgerinitiative nicht zur Preisverleihung eingeladen worden sei. Der Vereinigung ginge es absolut nicht um die Verhinderung des Projektes, sondern um eine Anwohnergerechte Verkehrsführung. Schon heute passierten über 3.000 Kraftfahrzeuge die Grenzhofstraße und den Nordweg als Abkürzung zwischen Adenauerring und Buxheimer Straße. Spätestens wenn neben dem neuen Quartier dann noch das geplante neue Klinikum im Memminger Westen fertig gestellt sei, bedürfe es in Sachen Verkehrsführung neuer Konzepte.

Die Architektur-Planungen sind noch bis zum Ostersonntag zwischen 11 und 17 Uhr im Kreuzherrnsaal zu sehen. In einem nächsten Schritt werden die vier Preisträger zu einem Verhandlungsverfahren eingeladen. Ziel ist die Auftragsvergabe im Sommer 2022. Im kommenden Jahr soll dann das Bebauungsplanverfahren beginnen.

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