„Diesellok gehört aufs Abstellgleis”

Ausbau der Bahn-Elektrifizierung und mehr Barrierefreiheit im Allgäu gefordert

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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner (links) traf sich mit Roland Pofalla (Vorstandmitglied der Deutschen Bahn AG), um sich für Allgäuer Bahnprojekte, die weitere Elektrifizierung und den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe einzusetzen.

Allgäu/Berlin – Bei einem Gespräch mit Roland Pofalla, im Vorstand der Deutschen Bahn AG zuständig für den Bereich Infrastruktur, hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner für Allgäuer Bahnprojekte, die weitere Elektrifizierung und den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe eingesetzt.

„Ich habe die Bahn aufgefordert, endlich einen Zeitplan für die weitere Elektrifizierung der Allgäuer Bahnstrecken vorzulegen. Die Diesellok gehört aufs Abstellgleis!“, so Karl-Heinz Brunner, der sich über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen zur Elektrifizierung der Bahnstrecke München – Buchloe – Memmingen – Lindau informiert hat. Auch die Bahnstrecken über Kempten (Ulm – Kempten – Oberstdorf/Lindau beziehungsweise München – Kempten – Oberstdorf/Lindau) und die Bahnstrecke Augsburg – Buchloe – Füssen müssten elektrifiziert werden. „Außerdem muss sich die Bahn Gedanken über alternative Antriebe machen, weshalb ich das Anliegen des Landkreises Ostallgäu unterstütze, die Bahnstrecke Augsburg – Füssen zu einer Modellstrecke für Wasserstoffzüge zu machen“, erklärt Brunner. Auf dieser Allgäuer Strecke könne quasi eine Generation des Bahnantriebs übersprungen werden, wenn statt einer Elektrifizierung der Strecke gleich auf einen möglichen Antrieb der Zukunft gesetzt wird. 

Gleichzeitig setzte sich Brunner dafür ein, dass es für Reisende auf noch nicht-elektrifizierten Bahnstrecken keine Nachteile beim neuen Fahrplan geben darf, wenn die Züge auf der elektrifizierten Bahnstrecke Lindau – Memmingen – München wieder rollen. „Reisende aus dem Oberallgäu, die über Kempten nach München fahren wollen, müssen weiterhin regelmäßig durchgehende Verbindungen nach München zur Auswahl haben und auch die Fahrzeiten dürfen sich nicht verlängern“, thematisierte Brunner Befürchtungen aus dem Allgäu beim Gespräch in Berlin. 

Besonders wichtig war Brunner das Thema Barrierefreiheit der Allgäuer Bahnhöfe. „Was nutzt der technische Fortschritt, wenn Reisende mit Handicap nicht ihren Zug erreichen können?“ Brunner verwies auf die Ergebnisse der Testfahrt des Sozialverbands vdk im August und fehlende Barrierefreiheit. Hier sei neben der Bahn auch der Freistaat Bayern in der Pflicht. Der SPD-Abgeordnete nannte zahlreiche Beispiele, wie fehlende Aufzüge am Kemptener Hauptbahnhof und die zu steilen Rampen für Rollstuhlfahrer. An den Bahnhöfen Sonthofen, Kempten-Ost, Blaichach, Fischen und Langenwang sei ein Zustieg für Rollstuhlfahrer ebenfalls nicht möglich. An anderen Bahnhöfen wie Martinszell, Immenstadt und Altstädten sei die Barrierefreiheit nur teilweise vorhanden und somit Reisen nur zu bestimmten Fahrtzielen möglich. Neben dem Zugang zu den Zügen fehle es auch an fast allen Bahnhöfen an behindertengerechten Sanitäranlagen. (MK)

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