Nachtschicht am Airport

Ausbauarbeiten am Memminger Flughafen

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Baubeginn am Flughafen Memmingen: In einem ersten Schritt werden nun Kabelgräben neben der Start- und Landebahn ausgehoben – wenn der Flugbetrieb ruht.

Memmingerberg - Wenn es Nacht wird am Flughafen Memmingen und der Flugverkehr ruht, kommt dennoch manches in Bewegung. Dann rollen Bagger und anderes Baugerät an. An Bayerns drittem Verkehrsflughafen haben nämlich die Ausbauarbeiten begonnen.

Bis zu vier Baukolonnen heben nun in einem ersten Schritt Kabelgräben neben der Start- und Landebahn für das Leerrohrsystem und somit für die zukünftige neue Flughafenbefeuerung aus. „Dabei muss auf die bestehende Infrastruktur wie Rollwege und Rollwegbeschilderung Rücksicht genommen werden, damit nach jeder Nachtschicht der Flughafen rechtzeitig ab 6 Uhr wieder betriebsbereit ist“, erläutert Geschäftsführer Ralf Schmid. Parallel werden die Fundamente für die neuen Stationen der Befeuerung sowie der Notstromversorgung erstellt. Ab April folgen dann die Elektroarbeiten für die technische Ausrüstung der Flughafenbefeuerung und -steuerung.

Herzstück des Projekts ist die Verbreiterung der Start- und Landebahn von 30 auf 45 Meter. Die ursprünglichen Pläne, auch diese Arbeiten nachts durchzuführen, wurden verworfen. „Deshalb werden wir die notwendigen Asphaltierungsarbeiten der Start- und Landebahn innerhalb von 14 Tagen durchziehen“, sagt Schmid. Aus diesem Grund bleibt der Airport in der Zeit vom 17. bis 30. September geschlossen. Mit den betroffenen Fluggesellschaften wurden im Vorfeld Gespräche geführt. Ryanair hat in dieser Zeit alle Verbindungen von und nach Memmingen gestrichen, Wizz Air und einige Charterflieger weichen auf andere Flughäfen aus.

Finanzielle Unterstützung erhält der Flughafen durch den Freistaat Bayern, der von den bisher geplanten 17,7 Millionen Euro Baukosten 12,2 Millionen übernehmen wird. Die insbesondere durch Kapazitätsengpässe bei Baufirmen und die anhaltend gute Baukonjunktur hervorgerufene Verzögerung des Baubeginns führte jedoch zu Kostensteigerungen um rund 20 Prozent. Auch diese werden, so Ministerpräsident Söder beim ersten Spatenstich im Oktober letzten Jahres, vom Freistaat in Teilen mitgetragen.

Neben der Sanierung und Verbreiterung der Start- und Landebahn und der Erneuerung des Landesystems werden auch die Gepäckhalle erweitert, Vorfeldflächen vergrößert und ein Regenrückhaltebecken gebaut. Mit einem Abschluss der gesamten Arbeiten wird im Jahr 2020 gerechnet. (MK)

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