„In jeder Krise liegt eine Chance“

Ausgezeichnete Fachkräfte aus Handwerk und Gewerbe ins Berufsleben verabschiedet

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Auszeichnung mit Abstand: Die Staatspreisträger der Johann-Bierwirth-Schule mit den Gratulanten Elke Graf, Schulleiterin Sandra Konzelmann und Oberbürgermeister Manfred Schilder im Hintergrund.

Memmingen – Ungewöhnliche Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Deshalb konnte die Abschlussveranstaltung an der Johann-Bierwirth-Schule (JBS) in diesem Jahr coronabedingt nur in abgespeckter Form und in kleinem Kreis stattfinden. Die Abschlusszeugnisse waren bereits vorab übergeben worden und stellvertretend für die Schüler*innen konnten lediglich die Preisträger*innen in der Aula der Memminger Berufsschule Platz nehmen – natürlich mit gebührendem Abstand.

„Wer hätte zu Schuljahresbeginn gedacht, dass tausende Jugendliche in diesem Jahr ihre Schullaufbahn ohne Abschlussfeier beenden“, bedauerte Schulleiterin Sandra Konzelmann und lobte die Abschlussschüler*innen für ihre hervorragenden schulischen Leistungen in diesem besonderen Schuljahr. Mit diesen Leistungen unter den gegebenen Rahmenbedingungen abzuschließen zeuge von Kreativität, Eigenengagement sowie Leistungsstärke. „Ihr Jahrgang wird sicher als der ‚Corona-Jahrgang‘ in die Geschichte eingehen.“ Die Oberstudiendirektorin dankte ebenfalls Oberbürgermeister Manfred Schilder als Vertreter des Sachaufwands für sein stets offenes Ohr und seinen Einsatz für die berufliche Bildung an der JBS. „Sie haben etwas Einzigartiges geschafft“, bescheinigte auch Schilder den Absolventinnen und Absolventen. „Die Wirtschaft, die Gesellschaft, wir alle, brauchen motivierte junge Menschen mit Ihrer Qualifikation“, hob Schilder hervor. Die Krise habe gezeigt, so der Memminger OB weiter: „Wir sind eine Gesellschaft und ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich einbringen in die Gesellschaft - seien Sie nicht gleichgültig.“ Die Anwesenden seien die Besten, die dieser Jahrgang hervorgebracht habe und stünden stellvertretend für alle anderen Schüler*innen.

Schulpreisträger 2020

Die Schulpreisträger beziehungsweise die Klassenbesten jeder Abschlussklasse – mit einer Eins vor dem Komma beim Gesamtnotendurchschnitt - waren: Fabian Haider (1,1 AH/Maurer/Glass GmbH & Co. KG, Mindelheim), Yosef Mehri Jan (1,4 SO/Maurer/Josef Hebel GmbH & Co. KG, Memmingen), Rebecca Högner (1,1 SO/Bäckerin/Bäckerei & Konditorei Seitz, Markt Rettenbach), Patricia Mittler (1,4 SO/Bäckerei-Fachverkäuferin/Häußler Backhaus, Memmingen), Franziska Brinz (1,3 MR/Friseurin/Selin Haarstudio, Mindelheim), Milena Veit (1,2 MR/Schreinerin/Schreinerei Brack, Altusried), Daniel Martin (1,1 MR/Elektroniker für Automatisierungstechnik/Grob-Werke, Mindelheim), Fabian Rößle (1,3 MR/Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik/Elektrotechnik Michael Saur, Winterrieden), Matthias Schewe (1,3 MR/ Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik/Elektro Mayer GmbH, Illertissen), Jakob Anwander (1,2 MR/Elektroniker für Geräte und Systeme/Rhode & Schwarz Messgerätebau, Memmingen), Felix Schaidnagl (1,2 MR/Elektroniker für Automatisierungstechnik/BBS Automation Blaichach, Blaichach), Markus Kraus (1,2 MR/Elektroniker für Automatisierungstechnik/KUKA AG, Augsburg), Stefan Mayer (1,1 MR/Industriemechaniker/HG Grimme Sys Tech, Wiedergeltingen), Marius Escher (1,4 MR/Industriemechaniker/Dilo GmbH, Babenhausen), Anna Horak (1,2 MR/Industriemechanikerin/Multivac Sepp Haggenmüller, Wolfertschwenden), Nicolai Sauerstein (1,2 MR/Kfz-Mechatroniker – Fachrichtung System- und Hochvolttechnik/Autohaus Esenwein GmbH, Memmingen), Mirko Ceko (1,2 MR/Zerspanungsmechaniker/Multivac Sepp Haggenmüller, Wolfertschwenden), Kevin Hartmann (1,2 MR/Zerspanungsmechaniker/SFB Schwäbische Formdrehteile, Babenhausen), Samuel Barth (1,4 MR/Zerspanungsmechaniker/GM Werkzeugtechnik, Oy-Mittelberg), Alexander Weißhaupt (1,1 MR/Zerspanungsmechaniker/Voith Turbo BHS Getriebe, Sonthofen), Robin Hehn (1,1 MR/Zerspanungsmechaniker/SM Weber KG, Bad Wörishofen), Julian Rieder (1,1 AH/Elektroniker für Automatisierungstechnik/IFA Technology GmbH, Rain am Lech), Ulrich Pfefferle (1,3 MR/Elektroniker für Automatisierungstechnik/Multivac Sepp Haggenmüller, Wolfertschwenden), Paul Merlin Kreitmair (1,2 AH/Elektroniker für Geräte und Systeme/elobau GmbH & Co. KG, Leutkirch) und Matthias Prinz (1,2 FH/Elektroniker für Geräte und Systeme/elobau GmbH & Co. KG, Leutkirch). Besonderes Lob ging an Maurer Yosef Mehri Jahn (Josef Hebel GmbH & Co. KG, Memmingen), der erst 2016 ohne deutsche Sprachkenntnisse von Afghanistan nach Deutschland kam und bereits im 2. Lehrjahr zum Klassenbesten wurde.

Staatspreisträger 2020

Mit dem Staatspreis der Regierung von Schwaben ausgezeichnet und einem Notendurchschnitt von 1,0 wurden: Markus Bühler (Industriemechaniker/Multivac Sepp Haggenmüller, Wolfertschwenden), Markus Einsiedler (Elektroniker für Automatisierungstechnik/pester pac automation GmbH, Wolfertschwenden), Jolina Schneider (Friseurin/Selin Haarstudio, Mindelheim), Johannes Rabus (Schreiner/Josef Wagner, Woringen), Timo Worischek (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik/BEHO, Memmingen), Patrick Jawoscheck (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik/Erwin Merk GmbH, Weißenhorn), Sven Lettau (Zerspanungsmechaniker/Multivac Sepp Haggenmüller, Wolfertschwenden), Daniel Mass (Zerspanungsmechaniker/Grob-Werke, Mindelheim) und Silvan Schick (Zerspanungsmechaniker/Stoba Sondermaschinen, Memmingen). Die Preisträger erhielten eine vom Regierungspräsidenten unterschriebene Urkunde und einen Geldpreis in Höhe von 75 Euro sowie einen Sachpreis der Stadt Memmingen überreicht.

Architektenpreis 2020

Industriemechaniker Markus Bühler erhielt von Preisstifterin Elke Graf den diesjährigen Architektenpreis überreicht.

Neben dem Staatspreis erhielt Markus Bühler (Industriemechaniker/Multivac Sepp Haggenmüller, Wolfertschwenden) für sein besonderes, soziales Engagement noch zusätzlich den mit 250 Euro dotierten Architektenpreis von Stifterin Elke Graf (graf architekten gmbh, Memmingen) überreicht. „Ich wünsche Ihnen allen, trotz des vielleicht fehlenden besonderen letzten Händedrucks als Abschlussschüler*in der JBS und dem damit verbundenen Freiheitsgefühl nach der Berufsausbildung, dass Sie heute trotzdem die Berufsschulzeit für sich richtig abschließen können“, verabschiedete Schulleiterin Sandra Konzelmann die Preisträger*innen ins Berufsleben. (mb)

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