Skinheads, Ultras und Youtubestars

Ausstellung zur Jugendkultur „Der z-weite Blick“ im Marianum Buxheim

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Kunstlehrerin Bettina Blecha und ihre Schüler beschäftigen sich mit dem Thema Jugendkulturen. Bis nächsten Montag gibt es dazu im Marianum eine interessante Ausstellung zu sehen.

Buxheim – Klagen über die Jugend sind wohl so alt wie die Menschheit selbst. In den Augen der älteren Generationen kann sie meist nichts richtig machen, ist faul, desinteressiert – und eine eigene Kultur hat sie sowieso nicht. Wie Unrecht man jungen Menschen mit dieser Einstellung tut und wie vielfältig ihre Interessen wirklich sind, das zeigt nun eine Wanderausstellung im Marianum Buxheim.

Wer bin ich? Was macht mich aus? Was unterscheidet mich von den anderen? Diese Fragen stellt sich wohl jeder Jugendliche irgendwann. Zu einer bestimmten Gruppe zu gehören – sei es der örtliche Sportverein oder ein Onlineforum – gibt dabei Halt und Orientierung. Grund genug für elf Schülerinnen und Schüler des Marianums Buxheim, sich im W-Seminar Kunst eingehender mit dem Thema Jugendkulturen zu beschäftigen und diese künstlerisch und sozialwissenschaftlich zu erforschen: Cosplay, Anime, Voltigieren oder extreme Fußballfans wie die Ultras – und was sie von Hooligans unterscheidet: die Bandbreite ist auch im Unterallgäu groß. 

Eines hat Kunstlehrerin Bettina Blecha dabei jedoch besonders erstaunt: Abseits der Großstädte scheint kaum jemand Notiz von Jugendkulturen zu nehmen. Es gibt in der Region zwar Ansprechpartner zur Sucht- und Gewaltprävention, aber niemanden für das Thema Diskriminierung unter Jugendlichen. Hier soll die Ausstellung „Der z-weite Blick: Jugendkulturen und Diskriminierung – Szenegänger*innen berichten“ nun ansetzen. Sie stammt vom Archiv der Jugendkulturen e.V. Berlin und wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Auf rund 20 Tafeln werden unterschiedliche Jugendkulturen vorgestellt – von Punk bis Hiphop, von Anime bis Youtube. Aber auch Überschneidungen und Grauzonen werden thematisiert. 

Die Identifikation mit einer bestimmten Szene dient auch immer der Abgrenzung von den anderen. Und das kann sich in die falsche Richtung entwickeln, erklärt Bettina Blecha. Aus etwas Positivem – einem Gefühl der Zugehörigkeit – wird dann etwas Negatives: Sexismus, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus oder sogar Rechtsextremismus und Salafismus. Auch damit beschäftigt sich die Ausstellung, die noch bis Montag, 25. Februar, im Marianum gezeigt wird. Sie stellt Menschen und Organisationen vor, die Diskriminierung nicht einfach hinnehmen, sondern sich für Gleichberechtigung und Demokratie einsetzen. 

Die Ausstellung ist laut dem Archiv der Jugendkulturen e.V. für Besucher ab zwölf Jahren geeignet. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung per E-Mail an sekretariat@gymnasium-marianum-buxheim.de gebeten. (am)

Öffnungszeiten: 

  • Montag bis Donnerstag: 8 bis 16 Uhr 
  • Freitag: 8 bis 14 Uhr 
  • Samstag, 23. Februar (Tag der offenen Tür): 10 bis 14 Uhr

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