Bachmuscheltag im Benninger Riedmuseum

Ein „Ureinwohner Bayerns“

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Informativ und abwechslungsreich war der Bachmuscheltag im Benninger Riedmuseum. 

Benningen – Vor kurzem fand der 7. Bachmuscheltag im Riedmuseum zu Benningen statt. Eingeladen hatten Landschaftspflegeverband Unterallgäu, Schwäbischer Fischereiverband, Benninger Riedmuseum, Landesbund für Vogelschutz sowie Bund Naturschutz Bayern.

Trotz Bundestagswahl und anfänglich wechselhaften Wetters kamen etwa 250 Interessierte, um sich bei Kaffee, Kuchen und erfrischenden Getränken über die vom seltene, vom Aussterben bedrohte und deshalb streng geschützte Bachmuschel zu informieren. Bei seinem Grußwort betonte der Landrat und zugleich Schirmherr sowie Präsident des Schwäbischen Fischereiverbandes, Hans-Joachim Weirather, dass die Sorge um Lebensräume eine gemeinschaftliche und öffentliche Aufgabe der Politik, der Verbände, Gemeinden sowie aller Bürger sei. „Wenn die Lebensräume passen, geht es auch der Bachmuschel gut. Die Bachmuschel schreit nicht und kann nicht auf sich aufmerksam machen“, so der Landrat. Er bedauere, dass man sich heut um diese Muschel kümmern müsse, obgleich sie früher in den meisten Gewässern ein allgegenwärtiges Tier gewesen sei. Anschließend lobte der Bürgermeister von Benningen, Martin Osterrieder, das Riedmuseum als Ort, den die Öffentlichkeit, besonders aber Kinder, gerne nützten, um über die Bedeutung natürlicher Lebensräume aufgeklärt zu werden. In ihrem Vortrag „Ein Ureinwohner Bayerns – die Bachmuschel“ in der Riedkapelle hob Dr. Katharina Stöckl von der Koordinationsstelle für Muschelschutz der Technischen Universität München die Gefährdung der Süßwassermuscheln hervor. Die Bachmuschel habe eine dreifache Zeigefunktion für gute Wasserqualität, Fischbestand sowie Sohlqualität. „Ein Mangel an Wirtsfischen, Einträge von Feinsedimenten und Nährstoffen sowie Bisamfraß beeinträchtigen die Bachmuschel und ihren Lebensraum“, erfuhr man von der Referentin. Während des Nachmittags präsentierten Mitglieder des Fischereivereins Ottobeuren drei Schauaquarien mit Fischen, Edelkrebsen und Teichmuscheln. Die Bezirksjugend des Schwäbischen Fischereiverbandes sorgte für ein interessantes Kinderprogramm mit Angelzielwurf und Fische angeln, daneben gab es einen Infostand sowie die Sonderausstellung des Verbandes mit Riesenmuschel im Museum. In den Infopavillons des Landesbund für Vogelschutz und des Landschaftspflegeverbandes Unterallgäu gab es Gelegenheit zur Bestimmung von Muschelschalen, einen ausgestopften Biber zu bewundern, Spiele und jede Menge Infomaterial beispielsweise zum Muschelschutz im Landkreis Unterallgäu. Im Vorfeld fand um 10 Uhr die Exkursion „Bachmuschel-Safari“ im Rahmen von BayernTourNatur in Erkheim statt, die vom Koordinator des Biodiversitätsprojektes „Bachmuschel- und Libellenbäche im Landkreis Unterallgäu“, Dr. Michael Schneider, geleitet wurde. „Mich freut besonders, mehrere Hundert Besucher, den Landrat, die Bürgermeister von Benningen, Sontheim, Lauben und Erkheim, Vertreter der Regierung von Schwaben, der Naturschutzbehörden und des Wasserwirtschaftsamtes an so einem schönen Ort wie dem Riedmuseum zu versammeln, und das an einem Wahlsonntag“, war die Bilanz des sehr zufriedenen Veranstalters Dr. Schneider. (MK)

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