Bahnunterführung Ungerhausen für den Verkehr freigegeben

Jetzt geht’s unten durch statt oben drüber

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Gaben die Strecke in Richtung Ungerhausen noch vor den Weihnachtstagen wieder für den Verkehr frei: (v.l.) Peter Imhof (Firma Assner), Andreas Mayer und Peter Groll von der Baufirma Kutter, Bauunternehmerin Christine Assner, Landrat Hans-Joachim Weirather, Bürgermeister Josef Fickler, Karl-Heinz Eierle und Walter Pleiner vom Tiefbauamt, Stefan Balac (3. Bürgermeister von Ungerhausen) und Michele Mongella (Planungsgesellschaft WipflerPLAN Köpf).

Ungerhausen – Generationen von Verkehrsteilnehmern standen wartend an ihm, wenn ein Zug kam: dem Bahnübergang in Richtung Ungerhausen. Dieser gehört nun endgültig der Vergangenheit an und seit 22. Dezember rollt der Verkehr jetzt unter den Bahnschienen hindurch. Die offizielle Verkehrsfreigabe erfolgte spontan noch kurz vor den Weihnachtstagen - sozusagen ein „Weihnachtsgeschenk” für Ungerhausen.

Der ehemalige höhengleiche Bahnübergang wurde in mehrmonatiger Bauzeit durch eine Unterführung für Kraftfahrzeuge, Radler und Fußgänger ersetzt. Mit dieser umfangreichen Baumaßnahme wurde nicht nur der Verkehrsfluss, sondern auch die Sicherheit deutlich verbessert. „Es ist bemerkenswert, dass so etwas zwischen Frühling und Winter geschehen kann”, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather beeindruckt. „Was jetzt noch im Frühjahr 2018 kommt, das schaffen wir auch.” 

Im Frühjahr müssen noch Restarbeiten erledigt werden, wofür die Unterführung nochmals gesperrt wird. Ungerhausen war finanziell am Bau des Rad- und Gehweges beteiligt. Im Zuge dessen konnte die Gemeinde kostengünstig auch die Wasser- und Abwasserversorgung mit unterbringen. „Die ehemalige Straßenführung mit dem Bahnübergang war ein unfallträchtiger Bereich, der nun entschärft wurde”, erklärte Bürgermeister Josef Fickler. Es werde jetzt wahrscheinlich mehr Verkehr durch den Ort fließen, aber die Vor- und Nachteile würden sich hier ausgleichen.

Die einzelnen Bauabschnitte 

Der Umbau des Bahnübergangs erfolgte in zwei Bauabschnitten: Im ersten Bauabschnitt wurde die Verkehrsführung Richtung Holzgünz geändert. Führte diese früher von der Autobahn kommend vor dem Bahnübergang über die Bahnhofstraße in Richtung Holzgünz, verläuft der Verkehr jetzt vom Kreisverkehr über die neue Kreisstraße MN 17 im Gewerbegebiet, die Gutenbergstraße. Dazu wurde im Gewerbegebiet von Ungerhausen eine neue Straße mit einer Länge von rund 800 Metern gebaut. 

Im zweiten Bauabschnitt, der ebenfalls abgeschlossen ist, wurde der Bahnübergang umgebaut. Der Verkehr rollt nun unter den Bahnschienen durch. Außerdem wurde die Kreisstraße MN 16 von der Autobahn bis nach der neuen Unterführung auf einer Länge von 1,1 Kilometern ausgebaut sowie ein neuer Rad- und Gehweg errichtet. Von der MN 16 zweigt die neue Kreisstraße MN 17 in Richtung Holzgünz ab. 

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf 5,1 Millionen Euro. Die Arbeiten am Bahnübergang selbst wurden von der Bahn, die Straßenbaumaßnahmen vom Landkreis Unterallgäu realisiert. Die Kosten verteilen sich je zu einem Drittel auf Bund, Bahn und Landkreis. Der Landkreis erhält einen Zuschuss von der Regierung von Schwaben und die Gemeinde Ungerhausen beteiligt sich an den Kosten für den Rad- und Gehweg. Als nächste Maßnahme steht 2018 die Bahnunterführung in Westerheim an. „Es wäre schön, wenn es dort genauso klappt”, so Landrat Hans-Joachim Weirather. (mb)

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