Bauernverband informiert zur Trinkwasserqualität

Strenge Normen für Grundwasser

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Blick in das Innere der Aufbereitungsanlage mit den beiden großen, rund 500 Kubikmeter Wasser fassenden, Stahlkolossen.

Erkheim - Zum Weltwassertag stellte sich der Bayerische Bauernverband in seiner Unterallgäuer Geschäftsstelle Erkheim in einem Pressegespräch Fragen zur Wasserqualität in unserer Region. Gemeinsam erklärten Kreisobmann Martin Schorer, Kreisbäurin Margot Walser, Geschäftsführer Helmut Mader und Bürgermeister Christian Seeberger, was Wasser- und Gewässerschutz konkret bedeutet.

„Zu wenig sachliche und fachliche Informationen“ zum Thema Wasserqualität und Trinkwasserversorgung beklagte Kreisobmann Martin Schorer am Vorabend des Weltwassertages in einem Pressegespräch. „Die Bürger sind zu wenig oder falsch informiert.“ Dabei nehmen Landwirte ihre Verantwortung als Flächennutzer für das Trink- und Grundwasser sehr ernst. Laut Geschäftsführer Helmut Mader erfüllen im aktuellsten Bericht des Bayerischen Landesverbandes für Umwelt (LFU) im Moment über 90 Prozent des Grundwassers in Bayern die strengen Vorgaben für Nitrat (50 mg/l) und Pflanzenschutzmittel (0,1 ug/l). Beim Rohwasser könnten sogar knapp 97 Prozent ohne weitere Aufbereitung als Trinkwasser verwendet werden. In Schwaben liege die Zahl sogar bei 99 Prozent. 

Die Qualität des Wassers in Bayern habe sich wesentlich verbessert. Lediglich 26 Wasserversorger in Bayern und einer in Schwaben mussten das Trinkwasser wegen Rückständen von Nitrat oder Pflanzenschutzmitteln aufbereiten, so Mader. Dabei gebe es im Landkreis keine einzige Trinkwasserversorgung, bei der der Nitratgrenzwert von 50 mg/l überschritten werde, und nur wenige, bei denen sich der Nitratwert zwischen 25 und 50 mg/l bewege, wie der Geschäftsführer anhand neuester Zahlen nachweisen konnte. „Und dies, obwohl wir im Unterallgäu einen hohen Viehbestand haben.“ Viel Vieh bedeute eben nicht gleich viel Nitrat. 

Laut Bürgermeister Christian Seeberger könne sich jeder darauf verlassen, dass nur bestes und streng kontrolliertes Trinkwasser aus der Leitung kommt. Die Trinkwasserzonen seien immer in Wasserschutzgebiete mit drei Zonen zugeordnet. In Zone eins und zwei sei das Ausbringen von Gülle und Mist diesbezüglich verboten. Für die dadurch entstehenden Mehrkosten und Mindererträge erhielten die betroffenen Landwirte einen finanziellen Ausgleich. Dies funktioniere auch in Erkheim, wie Bürgermeister Seeberger bestätigte. 

Die neue Düngeverordnung verlange den Bauern zwar viel ab, trage aber auch zu einer hohen Wasserqualität bei. Dabei koste das Trinkwasser im Unterallgäu nur etwa halb so viel wie im Bundesdurchschnitt. Der Bauernverband sei zudem einer von 14 Partnern des Bayerischen Wasserpaktes, der die Bündelung aller Kräfte zum Ziel habe, um auf freiwilliger Basis, ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben, eine Verbesserung des Zustandes der Gewässer zu erreichen. 

Dass die Aufrechterhaltung der Trinkwasser-Qualität als lebensnotwendiges und hohes Gut den Verantwortlichen viel abverlangt, zeigte ein anschließender Besuch in der bereits 2007 erstellten neuen Aufbereitungsanlage mit den beiden großen, rund 500 Kubikmeter Wasser fassenden, Stahlkolossen. (jw)

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