Alkohol-Sperrstunde und Personenbegrenzungen

Bayern verschärft Corona-Maßnahmen weiter

Betrunkene auf dem Boden liegend mit zwei Alkoholflaschen.
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(Symbolfoto)

Bayern - Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zur weiteren Corona-Eindämmung zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht zufrieden. Was das für die Regeln im Freistaat heißt, darüber hat das Kabinett heute Mittag beraten. „Wir wollen keinen erneuten Lockdown!“, machte Söder klar - betonte aber: „Wir rücken einem Lockdown jeden Tag näher.“ Man müsse jetzt konsequent reagieren, damit dieses Szenario nicht schneller Realität werde als angenommen. Man dürfe sich die aktuelle Lage nicht schönreden, sondern müsse sich der Wahrheit stellen.

„Wir haben aktuell den höchsten Stand überhaupt an Infektionen, die Zahlen sind alarmierend“, sagte der Ministerpräsident. Genauer gesagt handele es sich dabei um 1.072 Infektionen in Bayern, was 16 Prozent aller nationalen Infektionen entspreche. In Bayern liege der durchschnittliche Inzidenzwert bei 31,9. Damit belege der Freistaat Platz sieben in Deutschland, wo ein Durchschnittswert von 34 vorherrsche. Die Belegung der Intensivbetten habe auf 40 Prozent zugenommen. „Die Ministerkonferenz gestern war deshalb dringend notwendig“, betonte Söder und stellte klar, dass die Beschlüsse ihm eindeutig nicht genügen. „Mit den Maßnahmen von gestern kann ein steiler Anstieg nicht gestoppt werden“, sagte er.

Neue Corona-Strategie Bayern

Auf Basis der bereits bewährten Systemampel hat die bayerische Staatsregierung heute deshalb folgende Beschlüsse gefasst: Bei einem Inzidenzwert von 35 (grün) oder weniger gelten weiterhin die allgemeinen Hygieneregeln

Bei Werten zwischen 35 und 50 (gelb) wird die Maskenpflicht ausgeweitet: In weiterführenden Schulen ab der fünften Klasse muss dann auch im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, ebenso wie an stark frequentierten Orten wie Fußgängerzonen, allen öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz, sofern kein Abstandhalten möglich ist (beispielsweise in Fahrstühlen, Kantinen, Eingangsbereichen). „Alkohol als enthemmendes Mittel ist ein wichtiger Punkt“, führte Söder fort. Demnach gelte in Bayern dann ein Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen sowie ein generelles Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr. Zudem gibt es weitere Einschränkungen bei privaten Feiern wie Hochzeiten, Beerdigungen oder Geburtstagen: Die Begrenzung liegt jetzt bei zehn Personen oder Personen aus zwei Haushalten – egal ob daheim oder im öffentlichen Raum.

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Bei einer 7-Tage-Inzidenz über 50 (rot) müssen künftig auch Grundschüler Masken im Unterricht tragen - „Mit dem Ziel, so lange wie möglich Schulen und Kitas geöffnet zu lassen“, so Markus Söder, was auch für Gastronomie und Einzelhandel gilt. Die Alkohol-Sperrstunde werde in diesem Fall von 23 auf 22 Uhr vorverlegt und private Feiern auf fünf Personen oder zwei Hausstände begrenzt.

„Das gilt nicht für ewig, ist aber für die nächsten vier Wochen angedacht“, erklärte der Ministerpräsident. Dies solle jede Woche neu überprüft werden. (jz)

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