Städtebaulicher Wettbewerb gefordert

Bürgerinitiative Bf/4 stellt Vorschläge für das Bahnhofsareal vor

Wie es mit dem Bahnhofsareal weitergehen soll, erläuterte die Bürgerinitiative Bf/4 in einer Pressekonferenz.
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Wie es mit dem Bahnhofsareal weitergehen soll, erläuterte die Bürgerinitiative Bf/4 in einer Pressekonferenz.

Memmingen – Die Initiatoren der Bürgerinitiative zur Umgestaltung des Bahnhofsareals, Bf/4, sehen ihre Arbeit mit dem erfolgreichen Bürgerbegehren noch nicht als beendet an, sondern wollen weiter mitarbeiten, um das Bestmögliche für diesen Altstadtbereich zu realisieren.

In einer Pressekonferenz erläuterten Franziska Mamitzsch und Jakob Gutermann ihre Vorstellungen zur weiteren Vorgehensweise. Dazu habe man bereits Gespräche mit der CSU-Fraktion, der Stadtverwaltung, dem Oberbürgermeister und zahlreichen Stadträten geführt. Die beiden Initiatoren begrüßen die Bemühungen der Stadt um eine effektive Bürgerbeteiligung, aber dem Ziel dieses Prozesses, einem reinen Architektenwettbewerb, erteilten die Beiden eine klare Absage. Sie befürchten, dass sich die Fehler der Vergangenheit wiederholen.

Um eine bestmögliche Lösung für das Bahnhofsareal zu erreichen, sei ein städtebaulicher Wettbewerb der beste Weg. Am Ende sollte ein Rahmenplan unter Einbeziehung des Umfeldes und ein Realisierungsplan stehen, so Franziska Mamitzsch. Für diesen Wettbewerb seien genaue und ausführliche Vorgaben zu erarbeiten. Dafür empfehle es sich ein unabhängiges, auf Moderation spezialisiertes Büro zu beauftragen, das ausschließlich die Ideen und Vorschläge koordiniert und bündelt, ohne durch eigene Vorschläge in einen Interessenskonflikt zu geraten.

Zum Arbeitskreis zur Erarbeitung der Wettbewerbsvorgaben gehören nach Meinung der Initiatoren ein Bürgerforum, externe Berater, Stadtrat und Planungsamt sowie sonstige Beteiligte wie der Historische Verein und der Einzelhandel. Auch die Ergebnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) und anderer Gutachten sowie die Expertisen von Verbänden wie der IHK und dem ADFC sollen in die Arbeit mit einfließen.

Am Ende sehen Mamitzsch und Gutermann einen Katalog mit allen Kriterien, der dem Stadtrat als Grundlage für die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Verfügung steht. Ein städtebaulicher Wettbewerb und ein Architektenwettbewerb schließen sich laut Mamitzsch dabei aber nicht aus, es müsse nur in der richtigen Reihenfolge stattfinden.

Zuerst sei es wichtig, strukturelle Konzepte zu erstellen, um festzulegen welche Nutzungen, wie Hotel, Nahversorger, Wohnungen und Gewerbe, auf dem Areal umgesetzt werden sollen. Weiter sei zu erkunden, welche Bauten historisch so wertvoll sind, dass sie trotz Unwirtschaftlichkeit erhaltenswert sind. Nicht zuletzt aber legen Mamitzsch und Gutermann Wert auf eine altstadtkonforme Struktur der Gebäude. Erst wenn diese Punkte abgearbeitet sind, mache ein Architektenwettbewerb Sinn und dann sei auch gegen die Einbindung von Investoren nichts einzuwenden.

Die beiden Initiatoren des Bürgerbegehrens machten deutlich, dass sie sich auch weiter am Entscheidungsprozess beteiligen werden. Dazu stehe die Gründung eines Vereins ins Haus, was laut Gutermann noch im August geschehen soll. Dieser Verein diene dem Zweck, die Bürgerschaft am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Gutermann sieht den Verein dann auch als Ansprechpartner für Stadtrat und Verwaltung. Die angeregten Verfahren in Gang zu setzen und die Bürgerbeteiligung zu organisieren sei jetzt aber allein Aufgabe der Stadt Memmingen. Sowohl Bürgerinitiative als auch Verein werden dann unter www.bahnhofsareal-memmingen.de erreichbar sein. (ew)

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