Podiumsdiskussion sollte Klarheit bringen

Wer wird Hawangens neuer Bürgermeister?

Die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Hawangen im Gespräch: Martin Albrecht (Freie Wählerliste, links) und Ulrich Ommer (CSU).
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Die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Hawangen im Gespräch: Martin Albrecht (Freie Wählerliste, links) und Ulrich Ommer (CSU).

Hawangen - Wer ins Hawanger Rathaus als neuer Bürgermeister einzieht, wird bei der Wahl am 27. Januar entschieden. Zwei Bewerber stehen als Kandidaten in den Startlöchern: Ulrich Ommer geht für die CSU, Martin Albrecht für die Freie Wählerliste ins Rennen. Bei einer Podiumsdiskussion in der Festhalle stellten sie sich den Wählerinnen und Wählern vor und warben um Zustimmung.

Die anstehende Neubesetzung des Bürgermeisteramtes wurde notwendig, nachdem der bisherige Amtsinhaber Martin Heinz aus gesundheitlichen Gründen nach 34 Jahren unerwartet seinen Rücktritt einreichte. Als Kandidaten für die Nachfolge im Amt stellen sich der 1971 in Dietmannsried geborene Bankkaufmann Martin Albrecht (Freie Wählerliste) und der 1967 in Memmingen geborene Anwalt Ulrich Ommer (CSU) zur Wahl. Um sich und ihre Programme persönlich vorzustellen, trafen sie sich kürzlich zu einer gemeinsamen Podiumsdiskussion in der Hawanger Festhalle. Wer das Rennen schließlich macht, entscheiden die Wählerinnen und Wähler am 27. Januar an der Wahlurne. Fest steht aber schon, dass beide das Amt künftig hauptamtlich führen wollen.

Es war eine interessante Begegnung der beiden Kandidaten, an deren Ende es keinen eindeutigen Sieger gab. Beide streben das Amt an, um Hawangen in eine gute Zukunft zu führen. Und beide sind wohl professionell genug, um dieses Ziel zu erreichen. Man musste genau zuhören, um etwaige Unterschiede festzustellen. Beide Kandidaten sind sowohl in der Kommunalpolitik als auch in verschiedenen Ehrenämtern tätig. Albrecht gehört bereits seit 2014 dem Hawanger Gemeinderat an und arbeitet unter anderem auch im Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Flughafen Süd Benningen/Hawangen mit. Ommer, der Rechtswissenschaften studierte, war Rechtsreferendar am Amts- und Landgericht Memmingen sowie beim Landratsamt Unterallgäu und in Kanzleien in Memmingen und Toronto tätig. 

Während Albrecht bei einer Wahl eine bedarfsorientierte Wohnbebauung, Kinderbetreuung in ausreichender Qualität und Quantität sowie die Sicherung des Schulstandortes Hawangen für alle Jahrgangsklassen als Schwerpunkte deklarierte, sieht Ommer den Ausbau des Wirtschaftsstandortes, die Stärkung des Gewerbes und der Landwirtschaft als absolut dringliche Ziele an, neben der Quellsanierung für die Wasserversorgung und des schnellen Internets. 

„Die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Hawangen und ebenso ein zielgerichteter Schuldenabbau sind vordringlich anzugehen. Für Hawangens Zukunft müssen wir die Ausgaben prüfen, Einsparmöglichkeiten suchen und den Schuldenabbau vorantreiben“, so CSU-Bewerber Ommer. Die Großzügigkeit der Gemeinde gegenüber den Bürgern bezüglich der Nichterhebung von Erschließungs- und Straßenausbaubeiträgen belaste das Gemeindesäckel. Eine Rolle spiele auch der Optimismus bei der Finanzierung der Festhalle. Die ambitionierte Planung habe nicht zu den Einnahmen gepasst. Laut Ommer kommen dazu jährliche Unterhaltskosten von 70.000 bis 80.000 Euro. 

Wie sich die Nahversorgung verbessern lässt, war ein weiteres Thema. Ommer sprach sich hier für die Ansiedlung eines Arztes aus. Beide Kandidaten sprachen sich zudem für mehr Transparenz in der Kommunikation aus und wollen künftig mehr Frauen für die Politik gewinnen. Ommer möchte dieses Ziel mit Bürger- und Anliegerversammlungen bei größeren Baumaßnahmen erreichen. Die Beseitigung von leer stehenden Hofstellen durch Umwidmung ist dagegen für beide Kandidaten ein wichtiges Thema. Zustimmung von beiden Seiten gab es auch bei einer Besucherfrage, ob es zeitnah im Ort einen Spielplatz geben werde. Auch die starke Belastung durch den Lkw-Transport im Bereich der Molkerei bedürfe einer baldigen positiven Regelung, lautete eine der Bürgerforderungen. (jw)

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