„Dynamische Entwicklung geht weiter“

Bürgerversammlung: Memmingerberg investiert kräftig

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Das im Bau befindliche Sondergewerbegebiet „Industriestraße“.

Memmingerberg - Die diesjährige Bürgerversammlung in der Berger Sport- und Festhalle zeigte erneut die positive Entwicklung und aufstrebende Tendenz der Unterallgäuer Kommune am Allgäu-Airport, was sich unter anderem auch an der ständig steigenden Einwohnerzahl festmachen lässt. Zählte man im Vorjahr noch 3.222 Einwohner, so stieg die Zahl bis Ende April 2019 bereits auf 3.334 Einwohner.

„Die dynamische Entwicklung unserer Gemeinde geht weiter - wir halten unsere Investitionen auch auf hohem Niveau“, fasste Bürgermeister Alwin Lichtensteiger das Ergebnis seiner Ausführungen bei der Bürgerversammlung in der Sport- und Festhalle zusammen. So weise die Einwohnerstatistik insgesamt steigende Zahlen aus. Unter den 3.334 Einwohnern sind 2.856 mit deutscher Nationalität und 478 Bürger mit 59 verschiedenen Nationalitäten. Die sechs Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft, zu der auch Memmingerberg gehört, zählen insgesamt 10.500 Einwohner. Als erfreulichen Aspekt konnte Rathauschef Lichtensteiger auch 32 Geburten (Vorjahr 25) und eine steigende Zahl von Eheschließungen vermelden.

Die positive Entwicklung erfordere jedoch ständig steigende Investitionen. Der Haushalt im Berichtsjahr 2018 kletterte auf die Rekordhöhe von insgesamt 14,4 Millionen Euro. Davon entfielen 7,4 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 6,9 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Wobei die Steuerkraft pro Einwohner leicht von 1.858 Euro im Vorjahr auf 1.704 Euro im Berichtsjahr zurückging. Haupteinnahmequelle mit 1,7 Millionen Euro war wiederum der Gemeindeanteil am Einkommensteueraufkommen und die Beteiligung der Gemeinden an der Grunderwerbsteuer. Einnahmequellen aus dem Gebührenhaushalt speisten sich aus 373.500 Euro Wasser- und 393.000 Euro Kanalgebühren, die jedoch jeweils unterhalb der jeweiligen Ausgaben in diesen Segmenten lagen.

Trotz niedriger Steuer-Hebesätze und Wegfall der Straßenausbaubeitragssatzung stiegen die Investitionen deutlich an. Derzeit laufe die Bauleitplanung für das Gebiet „Fliegerhorst Nord“ und „Gewerbegebiet Kiesgrubenweg-Süd neu“. Fertiggestellte Bebauungspläne gebe es zudem für das „Sonder- und Gewerbegebiet Industriestraße“ und „Hauptwache“. Derzeit stehe man vor weiteren Fortschreibungen im Flächennutzungsplan. Im Bereich Tiefbau werde mit dem Ausbau der Augsburger Straße die größte Einzelmaßnahme in der Memmingerberger Geschichte umgesetzt. Im Hochbau stünden Sanierungsmaßnahmen an der Mittelschule mit der Einrichtung eines digitalen Klassenzimmers und dem Ausbau der Breitbandanbindung an. Ebenso Kanalsanierungen in der Allgäu- und der Schwabenstraße.

Aufgrund des hohen Kapitalbedarfs bezüglich der verstärkten Investitionsneigung kam die Gemeinde allerdings nicht mehr um eine Anhebung einzelner Hebesätze herum. So wurde schließlich nach eingehender Diskussion im Gemeinderat beschlossen, die Hebesätze bei der Grundsteuer moderat anzuheben. Ab Januar 2020 sollen diese sowohl bei der Grundsteuer A sowie bei der Grundsteuer B jeweils von 250 auf 310 Prozent angehoben werden. Die Gewerbesteuer blieb bisher davon verschont. Eine entsprechende Diskussion sei jedoch bereits im Gange und in absehbarer Zeit müssse durchaus auch mit einer Anhebung bei der Gewerbesteuer gerechnet werden, argumentierte Lichtensteiger. Sowohl der Gesamtschuldenstand mit 457.000 Euro, als auch die Pro-Kopf-Verschuldung mit 161 Euro haben sich auf einem ausgesprochen niedrigen Stand eingependelt.

Ganz ohne jegliche Kritik verlief aber auch die ansonsten ruhig und ausgewogen verlaufende Veranstaltung nicht. So forderte Besucherin Hermine Hefele neben der Anhebung der Hebesätze bei der Gewerbesteuer insbesondere während des Abbruchs der Haienbachbrücke eine Fußgängerbehelfsbrücke und Silvia Schwarz wünscht den Bau eines Autobahnzubringers, während sich Manfred Martin insbesondere für eine Reduzierung des Lärmpegels beim „Ikarus“-Festival aussprach. (jw)

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