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Bürgerversammlung in der Stadthalle: Aktuelle Themen rund um die Maustadt

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Von: Sophie-Isabel Gunderlach

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Bürgerversammlung September 2022 in der Memminger Stadthalle
Oberbürgermeister Manfred Schilder informierte bei der Bürgerversammlung in der Memminger Stadthalle zu aktuellen Themen rund um die Maustadt. © Gunderlach

Memmingen - Informationen zu Bauprojekten, Einblicke in verschiedene Abteilungen und Einrichtungen der Stadt oder die Möglichkeit, Fragen zu aktuellen Themen zu stellen – das war den Bürgerinnen und Bürgern am Sonntagnachmittag in der Stadthalle geboten. Die Stadt Memmingen hatte wieder zu einer Bürgerversammlung geladen.

Diese wurde begleitet von Infoständen verschiedener städtischer Einrichtungen im Foyer und in der kleinen Stadthalle. Ab 14 Uhr konnte man sich zum Beispiel beim Stand des Hochbauamts über geplante Renovierungen und Sanierungen im Stadtgebiet Memmingen schlaumachen. Dafür hingen Pläne und Informationen aus und es gab mehrere Modelle zum Anschauen, etwa von der geplanten Neugestaltung des Grenzhofareals. Des Weiteren waren vertreten die Seniorenfachstelle, der Integrationsbeirat, ein Infostand zu „Memmingen – Stadt der Freiheitsrechte“ oder die städtische Forstverwaltung.

„Jahrhundertprojekt“: Ausführliche Informationen zum geplanten Klinikneubau

Großes Interesse rief der Stand des Klinikums Memmingen mit ausführlichen Informationen zum geplanten Klinikneubau hervor. „Wir sind zufrieden mit der Resonanz“, erzählte Ingeborg Wagner vom Klinikum Memmingen. „Viele Leute wollten die Pläne intensiv erklärt haben. Es gab auch kritische Stimmen, etwa zum geplanten Ort des Neubaus. Aber insgesamt überwog das Interesse und die Neugier.“ Das neue Klinikum soll auf dem ehemaligen Ikea-Grundstück am Autobahnkreuz entstehen.

Oberbürgermeister Manfred Schilder ging in seinem Vortrag ebenfalls auf das „Jahrhundertprojekt“, wie er es nannte, ein. Eine wichtige Hürde nahm es im Juli mit der Aufnahme in das Krankenhausbauprogramm 2023 des Freistaats Bayern. Es wurden 291,59 Millionen Euro an förderfähigen Kosten für das Vorhaben veranschlagt. Trotz dieser finanziellen Unterstützung betonte Schilder, werde das Projekt, insbesondere was die Finanzierung angehe, ein Kraftakt. Das neue Klinikum, oftmals auch als hochmoderner Gesundheitscampus beschrieben, soll 480 vollstationäre und neun teilstationäre Betten haben. Die Fertigstellung ist 2029 geplant.

Fragen zum Katastrophenschutz

Der Vortrag von Manfred Schilder eröffnete den 2. Teil der Veranstaltung. Ab 15:30 Uhr sprach der Oberbürgermeister eine gute Stunde zum aktuellen Stadtgeschehen. Andreas Land, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, ergänzte durch einen Impulsvortrag zum Thema Katastrophenschutz, bevor Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen stellen konnten. Zusätzlich zu dem Stadtoberhaupt standen für die Beantwortung von diesen die 2. Bürgermeisterin und Moderatorin der Veranstaltung, Margareta Böckh, der 3. Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger sowie Vertreterinnen und Vertreter der fünf Referate der Stadt zur Verfügung.

Memmingen bewirbt sich um den „European Energy Award“

Neben dem Klinikneubau ging Manfred Schilder in seiner Rede beispielsweise auf das Thema Klimaschutz ein. Die Stadt Memmingen bewirbt sich um den „European Energy Award“. Das ist ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik von Gemeinden. Um das zu bekommen, gäbe es das Klimateam. Dieses prüfe einzelne Projekte zum Klimaschutz in der Stadt, etwa das Förderprojekt für Lastenräder, und sei für die Entwicklung der klimapolitischen Arbeit mitverantwortlich. Es tagt einmal im Jahr öffentlich, das nächste Mal am 27. September um 16:30 Uhr in der Memminger Stadthalle.

Ukraine-Hilfsaktion: Über 200.000 Euro an Sach- und Geldspenden

Manfred Schilder blickte auch noch einmal auf die Ukraine-Hilfsaktion zurück. Er bedankte sich für das Engagement und die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger und aller Helferinnen und Helfer. Über 200.000 Euro an Sach- und Geldspenden konnten bisher gesammelt werden. Der größte Teil der Spendengelder wurde an die ukrainische Partnerstadt Tschernihiw geschickt. Dort wurden damit für den kommenden Winter Wärmestuben eingerichtet und Material für die Infrastruktur gekauft.

Steigende Energiekosten: Schilder nimmt Stadtwerke Memmingen in Schutz

Eine Folge des Ukraine-Krieges seien steigende Energiekosten. Schilder ging insbesondere auf den Vorwurf ein, dass die Preise der Stadtwerke Memmingen teurer seien als in München oder Augsburg. Die Stadtwerke mit ihren 6.700 Kundinnen und Kunden unterlägen der Bayerischen Gemeindeordnung. Sie dürften keine Gasvorräte einkaufen, ohne dass der Absatz gesichert sei, erklärte er. Darum müssten die Stadtwerke über der Grundlast liegende, täglich schwankende Gasbedarfe an der Börse zu aktuellen Preisen einkaufen. Dennoch, betonte Schilder, vergleiche man die insgesamt sechs Versorger für das Stadtgebiet Memmingen, seien die Stadtwerke seit Wochen der günstigste Anbieter.

Von Ampelschaltung bis Parksituation: Themen, die die Bürgerschaft sonst noch bewegte

Als die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit für ihre Fragen bekamen, spielten viele Themen eine Rolle. Es kamen vermehrt Fragen zu alternativen Energiequellen, insbesondere zum Thema Photovoltaik. Außerdem sorgten Ampelschaltungen, Parksituationen, beispielsweise in der Schlachthofstraße, und Tempo-30-Zonen für Redebedarf. Neben der Möglichkeit, direkt vor Ort nachzufragen, konnten Karten ausgefüllt werden. Alle Fragen, die nicht beantwortet wurden, wird die Stadt im Nachgang beantworten.

Insgesamt waren rund 150 Leute zu der Bürgerversammlung gekommen. „Ich möchte mich informieren, was in der Stadt, in der ich lebe, los ist“, erklärte Elias Manz sein Interesse. Markus Königsdorfer hatte ähnliche Erwartungen: „Ich möchte hören, was es Neues gibt, insbesondere in Bezug auf den Krankenhausneubau.“

Die nächste Memminger Bürgerversammlung ist am 26. November 2023 in der Stadthalle geplant.

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