Länder entscheiden selbst über Schulen und Kitas

Bund-Länder-Gipfel: Corona-Lockdown bis 7. März verlängert - Friseure dürfen früher öffnen

Frau mit Mundschutz beim Friseur
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Friseure dürfen ab 1. März wieder Kundschaft empfangen.
  • vonAnna Müller
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Seit Dezember befindet sich Deutschland im harten Lockdown. Dass dieser nicht am 14. Februar enden würde, war schon länger abzusehen. Denn mittlerweile sinken zwar die Inzidenzwerte, jedoch sorgen Mutationen des Coronavirus für Beunruhigung. Nach langen Beratungen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten nun beschlossen, den Lockdown bis zum 7. März zu verlängern.

Wie schon bei vorherigen Bund-Länder-Gipfeln dauerte es wieder lange, bis die endgültigen Ergebnisse bei einer anschließenden Pressekonferenz präsentiert wurden. Gegen 19.40 Uhr traten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller vor die Kameras.

Wie Kanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Pressekonferenz erklärte, stellen die Corona-Mutationen ein großes Problem bei der weiteren Planung dar. Auch im Unterallgäu ist vor einigen Tagen eine Mutation, die vor allem in Südafrika und Brasilien grassiert, angekommen. Eine Covid-19-Variante, die in Großbritannien zum ersten Mal entdeckt wurde, hat ebenfalls den Sprung nach Deutschland geschafft.

Die Zeitspanne bis Mitte März sei wegen dieser Mutationen laut Merkel „existentiell“, um die Inzidenzen zu senken. Öffnungen und Lockerungen sollen vorsichtig ablaufen, immer unter Beobachtung, welcher Schritt welche Auswirkungen hat.

Mit der Verlängerung des Lockdowns bleiben die meisten der Einschränkungen weiter bestehen. Ein paar Dinge ändern sich aber dennoch: So soll die Entscheidung, wann und in welcher Form Schulen und Kitas wieder geöffnet werden, Ländersache sein. Und für zumindest eine Branche gibt es einen Lichtblick: Friseure sollen ab 1. März unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder öffnen dürfen.

Neuer Inzidenzwert für Öffnungen

Als neue Grenze für Lockerungen wurde ein stabiler Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 festgelegt. Erst, wenn die Infektionszahlen unter diesem Wert liegen, soll der Einzelhandel unter Auflagen (ein Kunde pro 20 Quadratmeter) öffnen dürfen. Auch Museen, Galerien und körpernahe Dienstleistungsbetriebe sollen dann voraussichtlich wieder öffnen dürfen. Für alles weitere sollen dann später Schritt für Schritt weitere Lockerungen beschlossen werden. Die nächste Konferenz soll am 3. März stattfinden.

Der Grenzwert von 35 sei laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bis März übrigens durchaus zu erreichen und „kein Vertagen auf den Sankt-Nimmerleinstag“. Er sprach von einem „Sicherheitspuffer“, der in der kommenden Phase mit mehr Impfstoff für eine „insgesamt verlässlichere Perspektive“ sorgen soll.

Deutschland liegt gesamt bei einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 68,0 (Quelle: Robert Koch-Institut, 10.02.2021). Jedoch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Während so mancher Landkreis einen Wert unter der 50er-Marke vorweisen kann, gibt es besonders im bayerischen Grenzgebiet Regionen, deren Inzidenzwert deutlich höher liegt. Für das Unterallgäu verzeichnet das RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von 60,5. Memmingen liegt ein Stück höher bei 90,7. 

Höhere Impf-Priorität für Lehrkräfte und Erzieher?

Bund und Länder haben sich außerdem darauf geeinigt, eine höhere Impf-Priorität von Lehrkräften und Erziehern zu prüfen. Ein entsprechender Antrag soll beim Gesundheitsministerium eingereicht werden. Es geht darum, Pädagogen in der Impfreihenfolge von Stufe 3 auf Stufe 2 aufrücken zu lassen. (am)

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