Eingeschränkter Bewegungsradius in Hotspot-Regionen

Corona-Pressekonferenz: Deutschlandweiter Lockdown wird verlängert

Mund-Nasen-Schutz vor schwarzem Hintergrund.
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Der Lockdown in Deutschland wird verlängert und die Maßnahmen verschärft - in den nächsten Wochen ist also weiter Durchhalten angesagt.
  • vonAnna Müller
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Der deutschlandweite Lockdown wird über den 10. Januar hinaus verlängert, das war schon seit einiger Zeit klar. Um die Details und sogar mögliche Verschärfungen ging es bei der Bund-Länder-Konferenz am heutigen Dienstag (5. Januar).

Eigentlich für 11 Uhr angesagt, wurde der Beginn der digitalen Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen weiterer vorbereitender Gespräche um mehrere Stunden nach hinten verschoben.

Die endgültigen Beschlüsse präsentierten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller in einer Pressekonferenz. Bis die jedoch losging, sollte es noch eine ganze Weile dauern. Erst gegen 18.45 Uhr traten die drei Politiker vor die Kameras.

Bewegungsradius in Hotspot-Regionen wird eingeschränkt

Das erklärte Ziel der Bundeskanzlerin ist, unter einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 zu kommen. Zusätzlich bereitet die bekannte Mutation des Coronavirus weiter Sorgen, ebenso wie die kritische Situation auf vielen Intensivstationen des Landes.

Der Lockdown wird, wie von vielen bereits erwartet, bis zum 31. Januar verlängert. Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Hotels, Restaurants und die meisten Geschäfte müssen also weitere drei Wochen geschlossen bleiben.

Aber allein dabei bleibt es nicht – es gelten zusätzlich noch strengere Regeln. In Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 darf man die Region ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen. Ein touristischer Tagesausflug ist dabei übrigens explizit kein triftiger Grund. In solchen Hotspot-Regionen gilt ein maximaler Bewegungsradius von 15 Kilometern um den Wohnort. In Memmingen liegt der Inzidenzwert aktuell bei 122,45 und im Landkreis Unterallgäu bei 160,31 (Stand: 5. Januar).

Auch Kontakte werden weiter eingeschränkt: Privat darf man sich jetzt – so wie im März – nur noch mit einer einzigen Person außerhalb des eigenen Haushalts treffen.

Betriebskantinen sollen wieder geschlossen werden. Die Ausgabe von Essen ist dort zwar weiter erlaubt, der Verzehr jedoch nicht. Die Kanzlerin appellierte außerdem an die Arbeitgeber, das Homeoffice auszuweiten.

Bei Einreisen aus Risikogebieten wird eine „Doppelteststrategie“ eingeführt: Man muss bei Einreise einen negativen Test vorweisen und danach aber sicherheitshalber trotzdem in Quarantäne.

Schulen und Kitas

Was Kitas und Schulen angeht, werden die von den Ländern im Dezember beschlossenen Maßnahmen bis Ende Januar verlängert. Für Bayern heißt das konkret: keine Präsenz in Schule und Kita, sondern Distanzunterricht und Notbetreuung. Eltern, die ihre Kinder wegen der Corona-Krise zuhause betreuen müssen, bekommen in diesem Jahr zehn weitere Tage Kinderkrankengeld pro Elternteil. Um verlorene Unterrichtszeit wieder reinzuholen, fallen die Faschingsferien in Bayern dieses Jahr aus.

Am 25. Januar will sich die Regierung erneut zum weiteren Vorgehen beraten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte davor, sich für den Monat Februar allzu große Hoffnungen zu machen. Er sei jedoch „fest überzeugt“, dass Corona im Laufe des Jahres überwunden werden könne. (am)

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