Pressekonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder

Corona: Schulen in Bayern sollen ab 22. Februar langsam öffnen - Ausgangssperre wird gelockert

Ein Kind sitzt vor einem Laptop.
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Ab dem 22. Februar gehen Abschlussklassen und Grundschüler in den Wechselunterricht.
  • vonAnna Müller
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Gestern wurde der deutschlandweite Lockdown bis 7. März verlängert, heute tagte das Bayerische Kabinett zu den Beschlüssen. Ministerpräsident Markus Söder gab bei einer Pressekonferenz bekannt, wie die Beschlüsse im Freistaat umgesetzt werden sollen.

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch erklärte, sollen die Länder nun selbst entscheiden, wann sie Schulen und Kitas wieder schrittweise öffnen wollen. Entsprechend gespannt wurde nun die Pressekonferenz nach der Sitzung des Bayerischen Kabinetts erwartet.

„Eine gute Nachricht: Die Lage hat sich für Bayern deutlich verbessert“, begann Söder. Seit den Höchstzeiten im Dezember seien die Infektionszahlen - je nach Tagesverlauf - bis heute um circa 90 Prozent reduziert worden. Die Inzidenzwerte würden mit jedem Tag sinken und Söder halte es sogar für möglich, dass Bayern bis Anfang März unter den Inzidenzwert von 50 fallen könnte. Diese Bilanz zeige laut Söder vor allem eines: „Die Strategie war komplett richtig.“

Aber auch Söder warnte vor den grassierenden Mutationen des Coronavirus. Sollten sich diese Varianten schneller ausbreiten, könnte man bald wieder an dem Punkt stehen, der gerade erst überwunden wurde, erklärte der Ministerpräsident.

Ausgangssperre wird gelockert

Die nächtliche Ausgangssperre habe sich als „extrem wirksam“ erwiesen, sagte Söder. Aber: Je niedriger die Zahlen, desto unverhältnismäßiger sei ein solcher Eingriff. Und so wird die Ausgangssperre in Bayern zwar nicht komplett abgeschafft, aber an die Inzidenzwerte gekoppelt. In Städten und Landkreisen mit einem Inzidenzwert unter 100 gilt ab Montag keine Ausgangssperre mehr. In Regionen, die darüber liegen, greift sie noch von 22 bis 5 Uhr.

Grundschüler und Abschlussklassen im Wechselunterricht

Der Distanzunterricht wird in Bayern fortgesetzt. Ab dem 22. Februar soll es langsame Öffnungen geben. Abschlussklassen aller Schularten gehen ab diesem Datum in den Wechselunterricht - gesetzt den Fall, in dieser Region liegt der Inzidenzwert unter 100. Ähnlich läuft es bei Grundschulen: Die 1. bis 4. Klassen gehen bei einer Inzidenz unter 100 ab dem 22. Februar in den Wechselunterricht. Auch Kitas sollen unter diesem Wert wieder öffnen, darüber gilt weiter die Notbetreuung.

Risiko im Grenzgebiet

Bis auf einen liegen alle bayerischen Hotspots an der Grenze zu Tschechien. Und auch das Infektionsgeschehen in Tirol macht der Bayerischen Regierung Sorgen. Bayern wolle zusammen mit Sachsen den Bund bitten, Tschechien und Tirol zu Mutationsgebieten zu erklären. Eine Einreise wäre dann ohne Ausnahme nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Söder sprach hier auch von stationären Grenzkontrollen.

Lockerungen für Berufsausbildung und Fahrschulen

Wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bekannt gab, sollen ab dem 22. Februar schriftliche und praktische Fahrprüfungen wieder möglich sein. Auch die berufliche Fort-, Aus- und Weiterbildung soll wieder weitergeführt werden - nicht nur für Abschlussklassen.

(am)

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