Keine Großevents bis Ende des Jahres

Corona-Update von Merkel und Söder

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(Symbolfoto)

Berlin/Bayern/Unterallgäu/Memmingen - Dreieinhalb Stunden später als angekündigt erschienen heute Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gegen 16.30 Uhr zur Pressekonferenz im Bundeskanzleramt in Berlin. Dem war eine lange Diskussion zwischen Bund und Längern vorangegangen, ob und wie die Maßnahmen im Hinblick auf Corona künftig verschärft werden sollen.

Bußgeld für Maskenverweigerer

Dass die Infektionszahlen zuletzt in ganz Deutschland wieder angestiegen sind, führt die Kanzlerin vor allem auf private Feiern und Reiserückkehrer zurück. Wichtig sei es jetzt, die Wirtschaft aufrecht zu erhalten, so die CDU-Politikerin. Zusätzliche Öffnungsschritte werde es zunächst einmal nicht geben, die aktuellen Hygieneregeln würden weiterhin gelten. Ein zweiter Lockdown solle unbedingt verhindert werden, betonte auch Söder. Des Weiteren bestätigte Merkel das Bußgeld für Maskenverweigerer von mindestens 50 Euro in allen Bundesländern außer Sachsen-Anhalt. In Bussen und Bahnen dürfe das Personal zudem höhere Transportkosten für Maskenverweigerer einfordern. Die Einführung der Bußgelder soll dabei helfen, die Hygieneregeln durchzusetzen.

Keine Großevents bis Ende des Jahres 

Bis einschließlich 31. Dezember soll es in ganz Deutschland keine Großveranstaltungen geben. „Wenn ein Infektionsgeschehen wächst, ist es nicht vertretbar, irgendeine Form von Veranstaltungen zuzulassen“, erklärte der Ministerpräsident. Zuschauer in Fußballstadien zuzulassen sei daher ein „falsches Signal“. Weil sich beim Fußball jedoch alles draußen abspiele, sehe er hier durchaus Perspektiven für Lockerungen. Ob und in welcher Form in diesem Jahr Weihnachtsmärkte stattfinden können, darüber wurde noch nicht entschieden.

Keine einheitliche Regelung für private Feiern

 Beim Thema Familienfeiern und Privatfeiern konnten Bund und Länder keine abschließende Regelung für bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen finden. Die Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien, so Söder. Auch halte er das Alkoholverbot in München  zwar für schmerzlich, aber sinnvoll zur Eindämmung potenzieller Infektionen.

Keine kostenlosen Corona-Tests mehr für alle

 Reiseverbote sollen keine mehr ausgesprochen werden, wie Angela Merkel betonte. „Wir wollen keine Grenzkontrollen mehr einführen“, so die Kanzlerin. „Bis zum 1. Oktober hält Bayern an kostenlosen Tests fest, egal ob sie aus einem Risikogebiet kommen oder aus einem Nicht-Risikogebiet“, so Söder. In den übrigen Bundesländern enden die kostenlosen Testungen für Reiserückkehrer aus Nicht-Risiko-Gebieten bereits ab dem 15. September. Ab dem 1. Oktober sollen Risikoreisende sich außerdem in Quarantäne begeben, so Merkel. Diese könne erst ab dem fünften Tag mit einem negativen Testergebnis aufgelöst werden. Davon, in Risikogebiete zu reisen, wird dringend abgeraten. Es sei denn, es wäre geschäftlich unumgänglich oder es handele sich um eine dringende familiäre Angelegenheit wie etwa einen Todesfall, erläuterte Bayerns Ministerpräsident. „Es gilt, die Vernünftigen vor den Unvernünftigen zu schützen“, betonte Söder.

Keine einheitliche Regelung für Schulbetrieb 

Im Hinblick auf den Schulbetrieb arbeite man weiter an den Hygienekonzepten, um Präsenzunterricht zu ermöglichen, so die Bundeskanzlerin. Gesetzlich Versicherten sollen außerdem künftig fünf zusätzliche Tage zur Betreuung kranker Kinder zustehen. (jz)

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