Deutsche Bahn erneuert Gleisbett im Zuge der Elektrifizierung

Alle Arbeitsschritte gleichzeitig

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Den kompletten Gleisuntergrund tauscht die Deutsche Bahn mit einer einzigen Maschine aus. 

Memmingen – Aufgrund des kürzlich erfolgen Spatenstichs zur Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau in Memmingen (wir berichteten), lud die Deutsche Bahn zu einem Pressetermin an den Bahnübergang Dickenreiser Weg. Hier wird gerade mit einer 850 Meter langen Maschine das Gleisbett erneuert.

Auf einer acht Kilometer langen Strecke von Memmingen in Richtung Leutkirch wird der marode Gleisuntergrund komplett erneuert. Dies sei notwendig, um die Züge schneller fahren lassen zu können. Das Gleis sei in diesem Bereich aus dem Jahr 1963 und erfülle die Anforderungen der Schnellzüge nicht. Schon seit mehreren Jahren repariert die Deutsche Bahn im Zuge der Elektrifizierung alle veralteten Streckenabschnitte von München bis Lindau. Der 850 Meter lange Zug erledigt dabei alle Arbeitsschritte gleichzeitig. Vorne gräbt ein Schaufelgerät den alten Schotter sowie den Untergrund ab und befördert ihn zum Recyclingbereich. Dort wird der Schotter gewaschen und neu geschärft um so wieder dem Gleisbett zugefügt werden zu können. Die Gleise werden dazu zusammen mit den Schwellen einen halben Meter angehoben um dem Schaufelband Platz für das Abgraben des alten Untergrundes und des Schotters zu geben. Im hinteren Bereich wird gleichzeitig ein neuer Untergrund aufgetragen und sofort verdichtet, weil im Anschluss auch gleich der recycelte und mit neuem Material vermischte Schotter wieder gelegt und die Schienen daraufgesetzt werden. Etwa 50 Prozent des alten, recycelten und geschärften Schotters kann bei diesem Bauabschnitt wieder verwendet werden. Die Schienen und Schwellen müssen auch noch ausgetauscht werden, dass geschieht allerdings zu einem späteren Zeitpunkt. Insgesamt werden 18.000 Tonnen Schotter und 12.000 Schwellen auf diesem kurzen Teilabschnitt neu verlegt. Die Maschine arbeitet natürlich sehr langsam und ist tatsächlich sehr laut. Um den Anwohnern wenigstens etwas Schlaf zu gönnen, darf auf der Baustelle nur von 6 bis 22 Uhr gearbeitet werden. (ew)

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