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Die Memminger Altstadt wird „Smart“!

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Digitales Abbild der Stadt Memmingen
In einem dreidimensionalen Stadtmodell sollen künftig Geodaten visualisiert werden. © Geobasisdaten Bayerische Vermessungsverwaltung

Memmingen - Im Rahmen des React-EU-Förderprogramms für Innenstädte wird für die Verwaltung und die Bürgerschaft ein „digitaler Zwilling“ der Stadt Memmingen aufgebaut. In diesem dreidimensionalen Stadtmodell sollen ausgewählte Geodaten visualisiert werden, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit.

Ebenfalls ist in diesem Förderprogramm der Aufbau eines Sensor-Netzwerks vorgesehen, welches strahlungsarm und möglichst wartungsfrei Umwelt- und Verkehrsinformationen von Sensoren an den digitalen Zwilling sendet. Bisher wurden ein LoRaWAN Netzwerk (Long Range Wide Area Network) über die Altstadt gespannt sowie Temperatursensoren montiert. Ebenso gibt es nun eine innerstädtische Wetterstation, welche Windrichtung, Feinstaub oder den Tagesniederschlag dokumentiert.

Demnächst werden an mehreren Plätzen Kameras montiert. Diese sollen Fußgänger und Fahrzeuge zählen. Mit den hierbei gesammelten Zahlen erhofft sich die Stadtverwaltung Auskunft über die Nutzung der entsprechenden Bereiche. Da in der Zukunft durch Baumaßnahmen der Verkehr in der Innenstadt reduziert werden soll, sind somit Vergleichswerte möglich. Analog können über die Messung der Passantenfrequenz Rückschlüsse auf die Attraktivität der Fußgängerzone gezogen werden.

Ebenfalls geplant ist eine Verbesserung des Parkleitsystems. Um Fahrten zu reduzieren, soll dem Autofahrer die Parkplatzsuche erleichtert werden. Emissionen und Kraftstoffverbrauch sollen damit gesenkt werden. Auch dazu wird mit einer Kamera die Auslastung des Parkplatzes erfasst und die Belegung in Echtzeit weitergeleitet.

Deutschlandweit sind Städte und Landkreise derzeit dabei, digitale Zwillinge und Sensor-Netzwerke aufzubauen. Auch Memmingen will diesen Weg in die Zukunft gehen und erhofft sich mit den Anwendungen (Temperaturmessung, Verkehrszählung) einen Einstieg in das Thema „Smart City“. Die geplanten Anwendungen dienen der Verwaltung vorerst als Testfeld. Bis Mitte 2023 soll der Ausbau abgeschlossen sein.

Wichtig ist der Stadt hierbei der Datenschutz. Es werden keinerlei Bilddaten gespeichert oder personenbezogene Informationen oder Fahrzeug-Kennzeichen ausgewertet. Die Kamera erkennt nur ein Objekt und die Bewegungsrichtung. Diese statistische Information wird abgespeichert und das Bild noch in der Auswerteeinheit gelöscht. Gesendet wird anschließend nur eine numerische Information. Eine „Überwachung“ ist technisch nicht möglich und wird nicht erfolgen. Für weitere Informationen wurde die Homepage https://www.memmingen.de/wirtschaft/informationen/smart-city.html eingerichtet. Hier soll zukünftig auch der Zugang für die Bürger zum „digitalen Zwilling“ hinterlegt sein. (MK)

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