Dreitägige Veranstaltung an der FOS-BOS Memmingen

Projekt zu Migration und Integration

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Referent Jakob Fischer mit SchülerInnen der FOS-BOS Memmingen.

Memmingen - Das Projekt Migration und Integration in Deutschland am Beispiel der Deutschen aus Russland wird vom Bundesministerium des Inneren und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert und fand als dreitägige Veranstaltung an der FOS-BOS Memmingen statt.

Geleitet wird das bundesweite Projekt seit 20 Jahren von Jakob Fischer. Fischer ist ein 62-jähriger ehemaliger Lehrer für Geschichte und Deutsch in der Sowjetunion und selbst Nachkomme deutscher Einwanderer unter Katharina II. der Großen von Russland. Bereits während der Sowjetzeit engagierte er sich für Erhalt und Pflege deutscher Kultur als Mitbegründer und stellvertretender Direktor des einzigen deutschsprachigen Theaters in der ganzen UdSSR. Mit diesem Theater reiste man durch das ganze Land zu den verstreut lebenden Russlanddeutschen, um deren Tradition und Kultur aufrecht zu erhalten. Heute gibt es in Detmold das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, welches die eigenständige Kultur für die in Deutschland lebenden Aussiedler und deren Nachkommen erhält. Auch dies ist ein Anliegen des Projektes. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Erziehung zu Toleranz, Erweiterung des Wissens über Mitmenschen mit Migrationshintergrund und Emigration von Deutschen damals und in der Gegenwart. Das Projekt startet mit einem Erfahrungsaustausch zwischen den Schülern über familiäre Erfahrung mit Migration. Erstaunen und Interesse ob der Vielzahl an Mitschülern mit einschlägigen Erfahrungen und Interesse an weiteren Informationen prägen diese Phase des Projekts. Eugen Schlegel, Mitarbeiter des Projekts und Filmemacher aus Potsdam-Babelsberg, berichtet von seinen Lebenserfahrungen als Kind Russlanddeutscher und macht damit Integration erlebbar. Filmeinspieler, Plakate zu Geschichte sowie Leben der Betroffenen in Russland und der Sowjetunion werden ergänzt durch kurze Vorträge des Referenten. Letztlich wird ein Bogen bis in die Gegenwart geschlagen, die von gelungener Integration der Russlanddeutschen zeugt. Insgesamt 18 Klassen der Vorklassen, der 11. und teilweise 12. Klassen nahmen am Projekt im Rahmen des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts teil. Das sind fast 400 Schüler, die ebenso wie die Lehrkräfte ein überaus positives Resümee zogen und weitere solche Veranstaltungen befürworten. Besonderen Dank gebührt neben den Referenten auch dem Projektverantwortlichen Herrn Tegel. (MK)

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