Ehrung der Feldgeschworenen Lutzenberger und Hiemer

Ein Ehrenamt auf Lebenszeit

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Zwei langjährige Feldgeschworene wurden im Landratsamt Unterallgäu geehrt. Im Bild (von links): Norbert Führer, Bürgermeister von Wiedergeltingen, Karl Fleschhut, Bürgermeister von Wolfertschwenden, Anton Lutzenberger (seit 25 Jahren Feldgeschworener), stellvertretender Landrat Dr. Stephan Winter, Willibald Hiemer (seit 40 Jahren Feldgeschworener), Peter Schwägele vom Vermessungsamt, Sonja Stäger und Doris Back vom Landratsamt Unterallgäu.

Unterallgäu - Das Amt des Feldgeschworenen ist das älteste bekannte Ehrenamt in Bayern und ein Amt auf Lebenszeit. „Es hat eine große Bedeutung, schließlich geht es um Grundeigentum“, betonte stellvertretender Landrat Dr. Stephan Winter bei der Ehrung langjähriger Feldgeschworener im Landratsamt Unterallgäu.

Eine Urkunde erhielten Anton Lutzenberger aus Wiedergeltingen für 25-jährige Tätigkeit und Willibald Hiemer aus Wolfertschwenden für 40-jährige Tätigkeit. Peter Schwägele, Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Memmingen, betonte, Feldgeschworene seien ein wichtiges Bindeglied zur Bevölkerung.

Feldgeschworene

Das Amt des Feldgeschworenen ist das älteste Ehrenamt in Bayern. Seine Wurzeln reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Früher markierten Feldgeschworene Grenzen mit Hilfe geheimer Zeichen. Sie kennzeichneten die Lage von Grenzsteinen mit Ton- oder Metallteilen und verhinderten so, dass diese heimlich versetzt werden konnten. Oft war der Ton oder das Metall besonders geformt und beschriftet. Das Wissen über diese spezielle Art der Markierung, das „Siebenergeheimnis“, wurde gut gehütet. So waren die Feldgeschworenen bis zur Einführung des amtlichen Vermessungswesens Anfang des 19. Jahrhunderts die einzigen, die bei Grenzstreitigkeiten für Aufklärung sorgen konnten. Inzwischen werden nur noch selten Siebenerzeichen benutzt. Feldgeschworene wirken heute an Grundstücksvermessungen und Abmarkungen mit und fungieren als Mittler zwischen Bürger und Behörde. Das geschichtsträchtige Ehrenamt ist inzwischen immaterielles Weltkulturerbe. (MK)

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