Mitfahrplattform „fahrmob.eco“ startet auch im Oberallgäu

Ein „Exportschlager“ aus Ottobeuren

13 Leute stehen um ein weißes Allgäu mobil Auto
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Verkehrswende selbst gemacht: Der Allgemeinheit steht in vielen Oberallgäuer Gemeinden jetzt ein weiteres Werkzeug der Energieeinsparung zur Verfügung: Am Wochenende wurde in Sonthofen die Mitfahrplattform „fahrmob.eco“ gestartet.

Ottobeuren/Oberallgäu - Mit einer bunten Informationsveranstaltung wurde am Wochenende der offizielle Auftakt der Vereine-basierten Mitfahrplattform „fahrmob.eco“ gefeiert. Sie dient nach Aussage der Initiatoren nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch dem Ehrenamt.

In Ottobeuren war die Mitfahrplattform fahrmob.eco im Oktober 2019 an den Start gegangen, im Rahmen des Fördervorhabens „AllgaEu-mobil“ hat das Konzept jetzt auch im Oberallgäu 18 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister überzeugt, die es nun für ihre Kommunen übernommen haben. Zum Auftakt waren aus vielen der teilnehmenden Gemeinden Gäste in Fahrgemeinschaften nach Sonthofen angereist. Vom Feuerwehr-Bereitschaftsbus über die Bürgermeister-Limousine bis zum Elektroauto reichten die fahrbaren Untersätze. Empfangen wurden sie von zahlreichen Allgäuer Vereinen und Initiativgruppen, die mit einem „Markt der Möglichkeiten“ den passenden Rahmen für den Auftakt des neuen Angebots bildeten.

Dem erfolgreichen Start voraus ging eine lange und arbeitsintensive Phase der Vorbereitung: Der Landkreis hatte eine Spende der Elektrizitätswerke Schönau dazu verwendet, das ursprüngliche Konzept von Helmut Scharpf aus Ottobeuren zusätzlich als Smartphone-App zugänglich zu machen. Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller hat den Aufbau der Initiative seit einem Jahr intensiv begleitet: „Nach sieben Informationsveranstaltungen für Vereine und der Klärung vieler Detailfragen freue ich mich umso mehr, dass die Mitfahr-App fahrmob.eco nun bereits seit einigen Wochen problemlos genutzt wird. Jede geteilte Autofahrt vermeidet Abgase und spart Treibstoff. Das ist heute angesichts von Krieg in Europa und der Klimakrise wichtig als je zuvor. Ich finde, dass wir mit unserem Projekt den richtigen Zeitpunkt gefunden haben“, sagte sie mit sichtbarer Freude über den gelungenen Start. Darüber hinaus dankte sie den Rathausspitzen, die das Angebot vor Ort beworben hatten und äußerte die Hoffnung, dass sich bald alle Oberallgäuer Kommunen – und darüber hinaus – dem wachsenden Mitfahr-Netzwerk anschließen werden.

Neben dem bekannten Ansatz, dass sich auf einer Mitfahrplattform Fahrer und Mitfahrer finden können, gibt es bei fahrmob.eco eine Besonderheit: Fahrtanbieter sind bereit, das eingenommene Benzingeld einem Allgäuer Verein ihrer Wahl zu spenden. In dem ökologisch-sozialen Projekt geht es den Fahrern nicht ums Geld. Es ist weder eine Vereinsmitgliedschaft erforderlich noch fallen Kosten an. Die neue App ermöglicht jetzt auch die Verknüpfung von Mitfahrt und ÖPNV, schon bald werden darüber hinaus 60 Mitfahrbänke in die digitale Welt eingebunden.

Gute Wünsche für den Auftakt überbrachten auch die Förderer von den Elektrizitätswerken Schönau, Nadine Hoffmann-Hauser, und dem Amt für ländliche Entwicklung, Miriam Lohmüller. Christof Endreß gab als beteiligter Bürgermeister und Vorstand der Regionalentwicklung Oberallgäu einen Ausblick Richtung Zukunft und deutete an, dass die Regionalentwicklung die Initiative künftig noch intensiver unterstützen wolle. Schließlich kam der Ideengeber Helmut Scharpf aus Ottobeuren zu Wort und beschrieb seine Beweggründe – von Klimakrise über Gemeinschaftssinn bis hin zur Stärkung des Vereinswesens. Er drückte seine Hoffnung aus, dass sich auch Memmingen und Kempten sowie die übrigen Allgäuer Landkreise bald anschließen werden. (MK)

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