„Pflege ist mehr als Hilfestellung“

Einweihungsfeier der neuen Caritas-Tagespflege „St. Antonius“ in Memmingen

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Finanziell unterstützt wurde die Tagespflege auch vom Katholiken-Verband mit Florian Zistler (Vorsitzender) Ludwig Waldmüller (Dekan), Sabine Rogg, Monika Dreher, Heribert Guschewski, Thomas Stuhlinger und Gerd Zettler (jeweils Förderverein Katholiken-Verband, von links).

Memmingen - Die bereits im Oktober neu eröffnete Tagespflege der Caritas Sozialstation „St. Antonius“ in der Wielandstraße wurde jetzt mit einem Festakt feierlich eingeweiht und gesegnet. Die neu erbaute Begegnungsstätte ist ein Zusatzangebot für alle Betroffenen zwischen der Pflege zuhause und einer Unterbringung im Pflegeheim. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Dominik Dunst und Olivia Elijas.

Einladend und freundlich werden die Besucher in den hellen Räumlichkeiten dieser neu erbauten Caritas-Begegnungsstätte „St. Antonius“ empfangen. Hier kann man sich wohlfühlen, so der Eindruck der allermeisten Besucher, die zur Einweihungsfeier erschienen und vom Vorsitzenden des Caritasverbandes Unterallgäu e.V., Florian Zistler, begrüßt wurden.

Caritas-Geschäftsführer Andreas Aigster erläuterte in seinem Vortrag die näheren Einzelheiten der neuen Begegnungsstätte. „Wir haben uns in Vorstand und Aufsichtsrat vor etwa zwei Jahren entschieden, unser Angebot um ein weiteres Standbeim zu erweitern,“ so Aigster. Begegnung, miteinander leben, den Alltag gemeinsam gestalten, das sei, worum es geht.

Man sieht hier beispielsweise eine groß angelegte Gemeinschaftsküche für therapeutisches Kochen. Auch wer im Rollstuhl sitzt, kann hier beim Kuchenbacken mit eingebunden werden. Die Räumlichkeiten von insgesamt 240 Quadratmetern sind auf 16 Vollzeitplätze ausgerichtet. Die Tagespflege ist dabei komplett barrierefrei und behindertengerecht. Es bestehen im gesamten Erdgeschoss keine Bodenschwellen, sodass sich Rollstuhlfahrer gut fortbewegen können. Die Farb- und Lichtgestaltung auf Wänden und Böden ist so gehalten, dass auch Menschen, die an Demenz erkrankt sind sich leichter orientieren können.

Die Kosten für Bau und Einrichtung belaufen sich, laut Aigster, auf 900.000 Euro. Finanziell gefördert wurde die Einrichtung mit 220.000 Euro von der Stiftung Deutscher Hilfsfond, mit 65.000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung, mit 20.000 Euro von der Glücksspirale sowie mit 25.000 Euro vom Förderverein Katholiken-Verband und 6.000 Euro vom Förderverein Ambulante Pflege. Als Namensgeber dient der heilige Antonius als Schutzpatron, der bereits Namensgeber der Hospitalgemeinschaft des Antoniter-Ordens im Mittelalter war. Dieser hatte sich schon damals das Ziel gesetzt, kranke Menschen zu pflegen und zu beherbergen. Die Statue des Heiligen im Eingangsbereich wurde von der Künstlerin Verena Waldmüller gefertigt.

„Pflege ist heute mehr, als Hilfestellung zu geben“, betonte Oberbürgermeister Manfred Schilder. Es sei wichtig, dass es solche Einrichtungen gibt. Es gehe darum, Menschen eine spürbare Herzenswärme zukommen zu lassen. Staatsminister a.D. Josef Miller zitierte zunächst Karl Talnop und sagte: „An der Erziehung der Kinder und an der Pflege der Alten erkennt man den wahren Charakter einer Gesellschaft.“

In der Tagespflege wird ein strukturierter Tagesablauf angeboten und den sich ändernden Anforderungen der Pflegebedürftigen Rechnung getragen. Sie werden entsprechend ihrem gesundheitlichen Zustand individuell gefördert, um den geistigen und körperlichen Abbauprozess zu verlangsamen. Für die Angehörigen bedeute dies eine große Entlastung und eine bessere Vereinbarung von Familie, Beruf und Pflege, die sonst häufig an die Grenzen der Belastbarkeit stoße. Die Angehörigen wüssten, dass ihr Familienmitglied nicht allein zuhause, sondern in der Tagespflege gut versorgt ist, so Miller.

Nach der Segnung der Räumlichkeiten durch Dekan Ludwig Waldmüller führte Pflegedienstleiterin Marion Wolf interessierte Besucher durch das Haus, um ihnen erste Eindrücke von den Räumen zu vermitteln, bevor Thomas Stuhlinger als Vorsitzender des Fördervereins Katholiken-Verband zum Abschluss einen Scheck über 30.000 Euro überreichte. (jw)

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