DB Netz AG sieht keine Möglichkeit, das Bauwerk zu erhalten

Der eiserne Steg muss weg

+
Jetzt ist es amtlich: der „Eiserne Steg“, der bislang im südlichen Bereich des Bahnhofs das Zentrum mit dem Memminger Osten verbindet, muss weichen.

Memmingen – Um das Schicksal des eisernen Steges im südlichen Bahnhofsbereich ging es – unter anderem – in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Im Gegensatz zu früheren Äußerungen der DB Netz AG kann der Steg, der von manchen Stadträten als eines der Wahrzeichen Memmingens gesehen wird, nicht gehalten werden.

Der Steg sei für die künftige Elektrifizierung der Bahnstrecke München – Lindau zwei Meter zu niedrig und der Fahrdraht könne auch nicht unterirdisch geführt werden. Angeblich scheidet das Anheben des Steges aus technischen und wirtschaftlichen Gründen aus, erläuterte der Projektleiter der Deutschen Bahn, Matthias Neumaier. Grund dafür sei der Zustand des Steges, der in früheren Jahren schon saniert und im Zuge der Errichtung des Busbahnhofs bereits in den neunziger Jahren verlängert wurde. Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Bauwerk sei zu marode, um einfach angehoben und unterbaut werden zu können. 

"nicht schützenswürdig"

Weiter sei der Steg zu schmal für die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen und müsste daher auf 2,50 Meter verbreitert werden. Bei einem Übergang über die Gleise müsse auch sichergestellt sein, dass es keine Möglichkeit gibt, mit Stöcken oder ähnlichen Gegenständen den Fahrdraht zu berühren, was bei der offenen Konstruktion des alten Steges nicht möglich sei. Das Landesamt für Denkmalpflege sieht das Bauwerk darüber hinaus auch nicht als schützenswürdig an, was einige der Stadträte nicht akzeptieren wollten. 

Die Bahn wird den Steg bis April nächsten Jahres abbauen und bis August einen neuen, höheren Steg bauen, der auch den neuesten Sicherheitsstandards entspreche, so Neumaier. Die CSU stellte in diesem Zusammenhang einen Antrag auf einen Ideenwettbewerb für die Gestaltung des neuen Steges, wofür aber laut Neumaier die Zeit nicht ausreiche, da die Elektrifizierung einem straffen Zeitplan unterliege. 

Stadtrat unzufrieden

All diese Fakten stießen auf großen Unmut unter den Räten. Kritisiert wurde vor allem, dass man von der Bahn bis vor drei Monaten in dem Glauben gelassen wurde, der Steg könne erhalten werden. Auch die erforderliche Breite von 2,50 Metern für Fußgänger konnte von den Räten nicht nachvollzogen werden. Die Diskussionen gingen sogar soweit, dass man den Steg in einem Stück abbauen und dann im Bauhof, bis zu einer eventuellen weiteren Verwendung, einlagern solle, was aber aufgrund der hohen Kosten wieder verworfen wurde. Verena Gotzes, Vorsitzende des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., kritisierte, dass auch der neue Steg nicht barrierefrei sein wird und stimmte aus diesem Grund gegen den Beschluss. (ew)

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Memmingen
Babys der Woche im Klinikum Memmingen
Der eiserne Steg muss weg
Der eiserne Steg muss weg
Tourismus-Staatssekretär besucht Center Parcs Allgäu
Tourismus-Staatssekretär besucht Center Parcs Allgäu
Eine halbe Million für die Technikerschule
Eine halbe Million für die Technikerschule

Kommentare