„Lars But Not Least!“

Musik-Comedian Lars Redlich begeistert im PiK

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Der Musik-Comedian Lars Redlich begeisterte das PiK-Publikum

Memmingen – Im Rahmen der Memminger Kabaretttage präsentierte der Musik-Comedian Lars Redlich sein Programm „Lars But Not Least!“ im voll besetzten PiK. Der gebürtige Berliner, der sich selbst als den „Thermomix unter den Kleinkünstlern“ bezeichnet, zog sein Publikum von der ersten Sekunde in seinen Bann.

Er singt, swingt, springt von der Sopran-Arie in den Hip-Hop und zückt schließlich noch die Klarinette für einen virtuosen Zwischenstopp. Dabei spürt man bei jedem seiner Songs ganz deutlich seine hervorragende musikalische Ausbildung. Der 39-jährige diplomierte Bühnendarsteller mit seiner hervorragend ausgebildeten Stimme brilliert sowohl an der Gitarre als auch am Flügel und textet Hits wie „Mandy“ oder „Ladies’ Night“ brüllend komisch um.

Überhaupt bedient sich Redlich der verschiedensten Musikrichtungen, vom Blues über Rockmusik bis zum Hip-Hop reicht sein Repertoire und das Publikum sang von Anfang an willig seine Einwort-Wiederholtexte schwungvoll mit. Herrlich auch, wie er die traurige Geschichte über die Socke Schorsch erzählt, die ihren Freund Falke bei 60 Grad in der Waschmaschine verloren hatte. Obwohl sein Programm komplett ohne politische Satire auskommt, lässt der Entertainer kaum Klischees aus und unterhielt sich mit der im Publikum sitzenden Julie aus Ottobeuren in ihrer „Heimatsprache Sächsisch“.

Redlich versucht sich im Austausch mit dem Publikum auch an lokalen Themen wie dem Fischertag oder Wallenstein, was sich allerdings als etwas schwierig darstellt, da ihm offensichtlich das Hintergrundwissen fehlt. Redlichs Humor macht auch keinen Halt vor der Gürtellinie, ohne dabei aber vulgär zu wirken. Gruppenduschen mag er zum Beispiel gar nicht, da herrsche immer so ein Penisneid.

Sein einzigartiges Zusammenspiel aus Show, intelligenter Comedy und Musikkabarett zeigt Redlich am Beispiel, wie man mit den vier Akkorden aus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ ganz andere Lieder gestalten kann. Das demonstrierte er an einer Reihe von Songs wie „99 Luftballons“ von Nena und „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg bis hin zur deutschen Nationalhymne, die alle aus denselben vier Akkorden bestehen. Sein überdurchschnittliches musikalisches Talent zeigt sich nochmals am Schluss, als er am Klavier zusammen mit dem Publikum ein Medley aus zugerufenen Songs wie „Let Me Entertain You“ oder „Marmor, Stein und Eisen bricht“ improvisiert. Kein Wunder, dass der Künstler innerhalb kürzester Zeit mit diversen renommierten Kleinkunstpreisen überhäuft wurde. Das Memminger Publikum war begeistert und der lang anhaltende Applaus forderte vom Künstler drei Zugaben, bevor der Musik-Comedian die Bühne verlassen durfte. (ew)

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