Polizei gibt Tipps für Betroffene

Enkeltrickbetrüger in Babenhausen aktiv

10.000 Euro hat die Frau den Betrügern übergeben.
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10.000 Euro hat die Frau den Betrügern übergeben.

Babenhausen – Immer wieder sind in der Region Betrüger unterwegs, die mit dem sogenannten „Enkeltrick“ vor allem ältere Menschen um ihr Erspartes bringen. Am vergangenen Dienstag, 23. Juli, traf es eine Babenhausenerin.

Laut Polizeibericht wurde die Frau am Nachmittag von einem Unbekannten angerufen, der sich als ihr Enkel ausgab. Unter dem Vorwand, dass er dringend Geld benötige, denn sonst würde sein Führerschein von der Polizei eingezogen werden, konnte er die völlig überraschte und verunsicherte Frau überzeugen, das Geld zu übergeben.

Die Geschädigte händigte am Dienstag einer ihr unbekannten Frau im Alter von etwa 40 bis 45 Jahren 10.000 Euro aus. Die laut Angaben der Polizei eher ungepflegt wirkende Geldabholerin wird wie folgt beschrieben: etwa 1,65 bis 1,70 Meter groß mit stämmige Statur und glatten grauen schulterlangen Haaren: Sie trug einen schwarzen knielangen Rock, eine hellgraue kurzärmelige Bluse und sprach deutsch ohne auffälligen Akzent oder Dialekt.

Erst am nächsten Tag, auf Nachfrage beim „richtigen“ Enkel, stellte sich heraus, dass die Babenhausenerin auf die Betrugsmasche hereingefallen ist. Die Kriminalpolizei in Memmingen hat die Ermittlungen übernommen. Nach erster Bewertung dürfte die Geschädigte Opfer einer organisierten Tätergruppe geworden sein.

Die Ermittler haben nun folgende Fragen:

  • Wer hat die Geldübergabe beobachtet?
  • Wer kann Hinweise zu verdächtigen Fahrzeugen und Personen geben, die sich am Dienstag, 23. Juli, in der Zeit um 17 Uhr insbesondere im Bereich Am Espach in Babenhausen aufgehalten haben?

Was ist der Enkeltrick?

Beim Enkeltrick handelt es sich um eine spezielle Form des Trickbetrugs. Die Täter (sowohl männlich als auch weiblich) rufen gezielt ältere Menschen an, geben sich diesen gegenüber als Verwandte (zum Beispiel Nichte oder Enkel) oder Bekannte aus und bitten um Bargeld. Als Grund wird ein kurzfristiger finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, Auto- oder Wohnungskauf.

Die einstudierte Gesprächstaktik der Täter setzt die Opfer unter Druck. Hierbei sind die Täter laut Polizei äußerst eloquent und geschickt. Die Hilfsbereitschaft und die Gutgläubigkeit der älteren Menschen werden gezielt ausgenutzt, um an deren Ersparnisse zu kommen.

Auf diese Weise werden die Opfer oft um die Ersparnisse ihres ganzen Lebens betrogen. Aber auch Selbstvorwürfe bis hin zu psychischen Schäden sind die Folge. Zusätzlich sehen sie sich häufig den Vorwürfen und dem Unverständnis ihres Umfelds ausgesetzt.

Präventionshinweise der Polizei:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und Geldforderungen stellen.
  • Rufen Sie bei Ihrem/Ihrer Enkel/Neffen/Nichte an und vergewissern Sie sich, ob diese/r tatsächlich angerufen hat und Geld benötigt.
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, zum Beispiel nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen – auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln.
  • Ändern Sie Ihren Eintrag im Telefonbuch, indem Sie Ihren Vornamen abkürzen. Die Täter suchen nämlich gezielt nach Vornamen, die auf ältere Jahrgänge schließen lassen.
  • Informieren Sie Verwandte, Bekannte und Kunden über die Betrugsform.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt – Notruf: 110.  (MK/PP Schwaben Süd/West)

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