Weiterer Artenschwund soll verhindert werden

Erkheimer Wasenmoos: Neuordnungsverfahren vorgestellt

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Landwirt Albert Mooser, als einer der Betroffenen Grundstückseigner, bei der Besichtigung im Westlichen Teil des Wasenmooses.

Erkheim - Der Kernbereich des Wasenmooses in Erkheim soll wiedervernässt werden, um einen weiteren Artenschwund im Moos zu verhindern. Zur Vorstellung des Projektes trafen sich, auf Einladung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE), Vertreter der Gemeinde, der unteren Naturschutzbehörde, des Bund Naturschutz und der Landwirte im Erkheimer Rathaus, um das weitere Vorgehen gemeinsam zu besprechen.

Das Wasenmoos mit seinen vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten.

Das Wasenmoos ist ein rund zehn Hektar großes ehemaliges Niedermoor, das zirka zweieinhalb Kilometer westlich des Marktes Erkheim liegt und als eines der großflächigsten Moore im Landkreis Unterallgäu gilt, wie Projektleiter Alexander Mayr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ausführte. Durch Nutzungsaufgabe, teilweise Aufforstungen oder natürliche Verbuschungen sowie andererseits Nutzungsintensivierung in den Randbereichen traten in den letzten Jahren starke Veränderungen in der Bodenbeschaffenheit und dem Pflanzenbestand auf. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Lebensräume der hier noch vorhandenen seltenen und geschätzten Tier- und Pflanzenarten. Bei der jetzt durchgeführten Flurneuordnung konnten alle zur Erhaltung des Wasenmooses notwendigen und bedeutenden Grundstücke durch die Teilnehmergemeinschaft Erkheim II erworben oder getauscht werden. Die Landwirtschaft wurde, unterstützt von der Gemeinde Erkheim, mit Ausgleichsflächen entsprechend entschädigt. Im Herbst soll die Bewirtschaftung umgestellt werden. So können die Kernzone, die erweiterte Kernzone und eine ebenso bedeutsame Pfufferzone um das Moos, in das Eigentum der öffentlichen Hand beziehungsweise der Gemeinde übergehen. Insgesamt sind dadurch 16,5 Hektar Fläche für den Erhalt und die weitere Entwicklung des Wasenmooses gesichert. 

Ein fachlich fundiertes Konzept zur Landschaftsplanung, erarbeitet vom Biologen Peter Harsch, gibt die Entwicklungsrichtung und Leitlinien vor, um damit einen weiteren Artenschwund im Moos zu verhindern. Insbesondere die Bachmuschel und Goldhahnenfußarten stehen hier als besonders seltene Artenvertreter im Focus. Der Kernbereich des Wasenmooses soll wiedervernässt werden, sofern der Biber das noch nicht auf natürliche Art und Weise bereits erledigt hat und dadurch der spezifische Grundwasserhaushalt, der für die Entstehung von neuem Torf nötig ist, wieder hergestellt wurde. Damit leistet diese Maßnahme durch die Bindung von Kohlenstoff aus der Luft (Treibhausgas) auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Beteiligung aller Interessensvertreter sollen Probleme zwischen den Nutzungsberechtigten, der Landwirtschaft und den Vertretern des Naturschutzes vermieden werden. 

Betreut werden soll das Wasenmoos vom Landschaftspflegeverband, der die Pflegeaufträge wiederum an die Landwirte vor Ort vergibt. Jetzt geht es darum, wie man die Entwicklung sichern kann. Durch einen neu zu errichtenden Feldweg soll die Zufahrt zum Kernbereich und eine Engstelle eventuell durch eine Brücke gesichert werden. (jw)

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