Erste Ehrenamtskarten von Staatsministerin Schreyer ausgehändigt

„Sie sind anderen ein Vorbild“

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75 Ehrenamtliche bekamen die Ehrenamtskarte in Gold für ihr außergewöhnliches Engagement ausgehändigt.
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Vor der offiziellen Vergabe der Ehrenamtskarten in der Stadthalle trug sich die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer ins Goldene Buch der Stadt Memmingen ein.

Memmingen – Im großen Saal der Stadthalle fand die erste Verleihung der bayerischen Ehrenamtskarte an 230 ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger statt. Aus diesem Grund besuchte die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer die Maustadt und trug sich vor der Veranstaltung ins goldene Buch der Stadt ein.

Oberbürgermeister Manfred Schilder schwelgte zu Beginn seiner Rede in Erinnerungen an seine Jugend und berichtete über ein Foto aus den Siebzigern, das ihn mit der Wasserballmannschaft des TV Memmingen zeigt. 

Schon damals hätten die Trainer in ihrem Ehrenamt viel Zeit aufgewendet und das habe ihn geprägt. Im Verein habe er gelernt wie wichtig es sei, sich um mehr zu kümmern als um sich selbst, so der Rathauschef. Man brauche das Ehrenamt, damit unser Land funktionieren kann. An die Gäste gewandt hob Schilder hervor: „Sie sind heute hier, weil Ihr ehrenamtliches Engagement herausragt und Sie anderen ein Vorbild sind“. Sie würden anderen Menschen den Mut geben, herausragende Sportler oder Musiker zu werden. 

Mit diesem Empfang wolle er Menschen würdigen, die mit ihrem Wirken das Rückgrat unserer Gesellschaft sind. Er freue sich ganz besonders, die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer aus diesem Anlass begrüßen zu dürfen und überreichte ihr einen Blumenstrauß. Neben den zahlreich anwesenden Stadträten begrüßte Schilder auch Vertreter aus den Akzeptanzstellen der Ehrenamtskarte, welche Vergünstigungen dafür bereitstellen. 

Der römische Staatsmann Cicero habe einmal gesagt: „Keine Schuld ist größer als die, Dank zu sagen“, führte Schilder weiter aus. Diesen Dank wolle er heute aussprechen. Ein Ehrenamt benötige viel Kraft, Zeit, Ausdauer und manchmal auch Nerven. Laut statistischen Angaben wenden Ehrenamtliche über zwei Stunden täglich für ihr Engagement auf. Das sei eine Menge Zeit und er wisse, dass viele hier im Saal noch über dieses Maß hinaus im Einsatz sind. Selbst die höchste Auszeichnung unseres Staates könne kaum die abertausend Stunden aufwiegen, die sie in die Waagschale geworfen haben. Die heutige Auszeichnung sei der Versuch, ihnen für diesen Einsaz die Anerkennung auszusprechen, so das Stadtoberhaupt. Er sei stolz auf dieses Engagement unserer Bürgerschaftk, welches für ein menschliches Miteinander unerlässlich sei. „Wir wissen was wir an ihnen haben und deshalb hat sich der Stadtrat entschieden, die Ehrenamtskarte einzuführen“, so Schilder. 

Eine Stadt bestehe nicht nur aus Stein und Mörtel, sondern aus dem Miteinander der Menschen. Die Menschen und nicht die Häuser seien das Fundament unserer Stadt. Die bayerische Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer sagte, sie sei sehr gerne nach Memmingen gekommen, weil das Ehrenamt sehr wichtig sei. Man könne viele Lebensbereiche der Gesellschaft gar nicht finanziell abdecken. Sie habe vor einigen Jahren einen Hausbrand gehabt, und wenn man dann mit dem übrig bleibt was man am Körper trägt, dann weiß man wieder die Arbeit beispielsweise der Feuerwehr zu schätzen. Sie sagte allen Ehrenamtlichen ein herzliches Vergelt´s Gott für die Zeit, die sie investieren. Man könne hierzulande sehr stolz sein, denn in anderen europäischen Staaten kenne man das in diesem Ausmaß gar nicht, so Schreyer. 

Diese Kultur des Miteinander schaffe einen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Es schade nicht, dass die Politik mit dieser Ehrenamtskarte einfach einmal Danke sagt und es zeige, dass es etwas Wert ist, dass so viele Menschen ihre Zeit investieren. In 88 von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten Bayerns gebe es die Ehrenamtskarte nun. Man sei dabei, die restlichen Landkreise auch noch dazu zu bewegen, allerdings hake es noch besonders in der Landeshauptstadt München, so die Sozialministerin. 140.000 Engagierte habe man bisher mit dieser Karte ausgezeichnet und die Einsetzung einer Ehrenamtsbeauftragten durch die bayerische Staatsregierung zeige, wie wichtig die Politik dieses Thema nehme. 

Während der Verleihung bei der jeder einzeln auf die Bühne gerufen wurde, stürmten plötzlich etwa 30 Feuerwehrleute aus dem Saal. Es hat eine Rauchmelderauslösung gegeben und so mussten diese Leute während der Veranstaltung zum Einsatz. Glücklicherweise handelte es sich um einen Fehlalarm und so waren die meisten eine halbe Stunde später wieder zurück und konnten ihre Karte in Empfang nehmen. (ew)

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